French Open: "Lady Gaga" und Amazonen sind en vogue

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Bethanie Mattek-Sands, die "Lady Gaga" der Tennisszene.

Paris - Die Mode auf dem Centre Court leidet ein wenig unter der Abwesenheit der Williams-Schwestern. Bei den French Open sind lackierte Fingernägel und eine kleine „Lady Gaga“ en vogue. Die WTA setzt bei der Vermarktung eher auf die wilde Variante.

Das Neglige-Kleid mit Spitze sucht man diesmal ebenso vergeblich wie die rätselhafte Unterwäsche. Was nicht zuletzt daran liegt, dass die extravaganten Williams-Schwestern Serena und Venus durch Abwesenheit glänzen. Dafür sind lackierte Fingernägel in Neonfarben oder passend zum Dress en vogue. Die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki trägt sie genau wie die deutschen Hoffnungsträgerinnen Andrea Petkovic und Julia Görges.

Bei den diesjährigen French Open in der Modestadt Paris gibt die Liebe zum Detail den Ton auf den Courts an. Nur nicht bei Bethanie Mattek-Sands, der „Lady Gaga“ der Tennisszene. Die Amerikanerin setzt wie immer auf die schrille Variante und sieht ausgerechnet im Land der Haute Couture irgendwie aus wie eine dahergelaufene Wrestlerin.

Diesmal tritt Mattek-Sands mit dunklen Kniestrümpfen und Boxershorts, gelbem Top und grauen Schuhen an - und garniert das Ganze im Football-Style mit zwei dicken schwarzen Strichen unter den Augen. Die akkurat aufgetragenen Balken sollen aber nicht in erster Linie dem Gegner Respekt einflößen. „Man wird wirklich weniger geblendet. Ich habe eine Sonnenbrille ausprobiert, ich habe es mit Creme und Zink versucht. Aber das hat sich alles nicht mit dem Schweiß vertragen“, erklärt Mattek-Sands ihre gewöhnungsbedürftiges Aussehen.

French Open: Lady Gaga und Amazonen sind en vogue

French Open: Lady Gaga und Amazonen sind en vogue

Die „Kriegsbemalung“ und die unkonventionellen Outfits der 26-Jährigen, die einst bei den US Open mit Cowboyhut angetreten war und prompt eine 1000-Dollar-Strafe zahlen musste, sind konträr zur neuen aufwendigen Kampagne der Spielerinnen-Vereinigung. Die WTA will ihre Zugpferde mit dem Slogan „Strong is beautiful“ (Stark ist hübsch) weltweit mit TV-Spots und Anzeigen ins rechte Bild rücken. Der Tenniscourt als Catwalk sozusagen.

Fed-Cup-Spielerin Andrea Petkovic ist dabei als wilde Amazone zu sehen. Im engen schwarzen Kleid, stark geschminkt und mit zerzausten Haaren schlägt die Darmstädterin eine Rückhand oder blickt ein anderes Mal herausfordernd in die Kamera. „Normalerweise bin ich ja nicht so für diese Sachen zu gewinnen. Aber an dem Set waren ausschließlich sehr, sehr kreative Leute, die nicht viel mit Tennis zu tun hatten, sondern wirklich die starke Frau mit Tennisschläger darstellen wollten“, berichtete Petkovic vom Shooting, das vom kalifornischen Filmemacher und Fotograf Dewey Nicks geleitet wurde.

Caroline Wozniacki schlägt mit wehenden Haaren und im schwarzen Cocktailkleid auf, während Australian-Open-Siegerin Kim Clijsters im apricotfarbenen Faltenröckchen ihren berühmten Spagat vorführt. „Diese Kampagne zeigt die innere Stärke der Spielerinnen auf eine attraktive Weise“, sagt Branchenführerin Wozniacki und begrüßt die offensive Strategie frei nach dem Motto: Nur nicht geizen mit den Reizen.

Dabei soll aber durchaus auch die Individualität jedes Profis berücksichtigt werden. „Die persönliche Geschichte einer jeden Spielerin ist das, was inspiriert“, sagt WTA-Chefin Stacey Allaster und weiß um die Vorzüge „ihrer“ Frauen: „Die einzigartige Kombination von Athletik und Entschlossenheit auf dem Platz und innerer Schönheit abseits des Platzes macht unsere Sportart so attraktiv.“

Bethanie Mattek-Sands setzt da lieber auf die eigene Linie - und seit kurzem auf Alex Noble. Der Modedesigner der echten „Lady Gaga“ arbeitet mit Mattek-Sands zusammen und will ihr für die Players Party in Wimbledon ein Kleid entwerfen. Aus Schlägersaiten, Bällen und Teilen eines Tennis-Netzes ...

sid

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