French Open: Petkovic im Achtelfinale

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Alle deutschen Hoffnungen bei den French Open ruhen nun auf Andrea Petkovic

Paris - Andrea Petkovic steht bei den French Open erstmals im Achtelfinale und kann nun weit kommen. Bei den Herren ist derweil bereits der letzte deutsche Spieler ausgeschieden.

Der Siegeszug von Andrea Petkovic in Paris geht weiter. Die derzeit beste deutsche Tennisspielerin gewann am Samstag ihre Drittrundenpartie gegen die Australierin Jarmila Gajdosova mit 6:2, 4:6, 6:3 und steht damit erstmals in ihrer Karriere bei den French Open im Achtelfinale. Die 23 Jahre alte Darmstädterin verwandelte nach 1:57 Stunden ihren zweiten Matchball.

“Ich bin sehr stolz darauf, wie ich mich heute durchgebissen habe“, meinte Petkovic nach ihrem hartumkämpften Sieg. “Im vergangenen Jahr hätte ich die Partie wahrscheinlich zu 60 oder 70 Prozent noch verloren.“

Das Aus kam dagegen für Michael Berrer. Der 30 Jahre alte Stuttgarter konnte gegen den Weltranglisten-Vierten Andy Murray nicht davon profitieren, dass der Brite seit Anfang des zweiten Satzes wegen einer Knöchelverletzung gehandicapt war. Murray gewann trotz deutlicher Probleme klar mit 6:2, 6:3, 6:2. Damit sind alle deutschen Herren beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres ausgeschieden.

Die deutschen Hoffnungen ruhen damit wie schon bei den Australian Open in Melbourne im Januar auf Petkovic. Die deutsche Nummer eins präsentiert sich unweit des Eiffelturms weiter beeindruckend souverän und abgeklärt und kann angesichts des Ausscheidens zahlreicher Favoritinnen in diesem Jahr ganz weit kommen. Im Achtelfinale trifft sie auf die an Nummer 25 gesetzte Russin Maria Kirilenko, die die niederländische Clijsters-Bezwingerin Arantxa Rus klar mit 6:1, 6:1 besiegte.

Petkovic begann in der “Stierkampf-Arena“ auf Court eins stark und nahm ihrer Gegnerin zum 3:1 den Aufschlag ab. Von den Strapazen des zweistündigen Doppels, das sie am Abend zuvor an der Seite von Julia Görges gewonnen hatte, war nichts zu spüren. Aggressiv und spielfreudig setzte die Hessin ihre an Nummer 24 gesetzte Gegnerin immer wieder unter Druck und entschied den ersten Durchgang nach gerade einmal 37 Minuten mit 6:2 für sich.

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Auch im zweiten Durchgang war Petkovic zunächst jederzeit der Boss auf dem Court. Doch nachdem sie beim Stand von 3:2 vier Breakbälle ungenutzt ließ und wenig später ihren eigenen Aufschlag abgab, kippte die Begegnung. Die in der Slowakei geborene Gajdosova trat jetzt selbstbewusster auf und glich nach 1:18 Minuten nach Sätzen zum 1:1 aus.

Als Petkovic im dritten Satz auch gleich wieder ihr Service abgab, schien auch die letzte deutsche Tennis-Hoffnung auf der roten Asche von Paris zu platzen. Doch die Darmstädterin kämpfte sich zurück, schaffte zum 5:3 das entscheidende Break und zog wie schon in Melbourne in die Runde der letzten 16 ein. Den anschließenden Moonwalk-Tanz hatte sich Petkovic redlich verdient.

Berrer konnte die Gunst der Stunde gegen den gehandicapten Murray dagegen nicht nutzen. “So eine Chance bekommt man wohl nur einmal im Leben und ich habe sie nicht genutzt“, haderte der Schwabe mit sich selbst. Murray war beim Stand von 2:1 und 40:40 aus seiner Sicht übel mit dem rechten Fuß umgeknickt, als er versuchte, einen Stopp des Deutschen zu erlaufen. Der 24-Jährige musste danach minutenlang behandelt werden, kehrte mit einem dicken Tape-Verband am Fuß aber auf den Platz zurück.

“Von dem Moment des Umknickens an habe ich alles falsch gemacht, was man als Tennisspieler falsch machen kann“, meinte Berrer gefrustet. “Ich bin einfach zu gutmütig und das hat sich heute im Spiel gerächt. Ich hätte ihm, auch wenn er verletzt war, noch einmal den Hals umdrehen müssen“, meinte Berrer, der erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier die dritte Runde erreicht hatte.  

Einen geruhsamen Tag verlebte der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal. Der Spanier bezwang den kroatischen Qualifikanten Antonio Veic klar mit 6:1, 6:3, 6:0. Auch Novak Djokovic präsentiert sich weiter in Topform. Der Serbe gewann die am Abend zuvor wegen Dunkelheit abgebrochene Partie gegen den Argentinier Juan Martin del Potro mit 6:3, 3:6, 6:3, 6:2 und blieb damit auch im 40. Spiel des Jahres ungeschlagen. Um den Startrekord im Herren-Tennis von John McEnroe aus dem Jahr 1984 einzustellen fehlen der Nummer zwei der Welt damit nur noch zwei Siege.

dpa

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