Forderung nach mehr Geld

Innnenministerium nach DOSB-Vorstoß verärgert

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Christa Thiel hat mit ihrem Team in einer internen Untersuchung den Mehrbedarf errechnet

Frankfurt - Der deutsche Sport hätte gern wesentlich mehr Geld vom Staat, doch das Bundesinnenministerium will davon nichts wissen. „Unverständlich“ sei das Vorpreschen des DOSB.

Das Bundesinnenministerium hat verärgert darauf reagiert, dass der Deutsche Olympische Sportbund erheblich mehr Geld will. „Forderungen des deutschen Sports nach mehr Fördermitteln haben fast rituellen Charakter“, heißt es in einer offiziellen Reaktion des BMI nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag). „Sehr fragwürdig erscheinen die angeblichen Pläne des DOSB, durch Einsatz einer Werbeagentur - auf Kosten seiner Mittel - seinen Vorstellungen Nachdruck verleihen zu müssen“, hieß es aus dem Ministerium.

Unverständlich sei das Ansinnen der Dachorganisation. Zumal dem DOSB erst Ende August - damals noch unter der Leitung des jetzigen IOC-Präsidenten Thomas Bach - mitgeteilt worden sei, dass eine Erhöhung des Sportbudgets nicht möglich sei. Aus Sorge um die internationale Konkurrenzfähigkeit seiner Spitzenathleten im Wettstreit um Titel und Medaillen setzt der DOSB auf mehr Geld vom Staat. Eine interne Kommission unter der Leitung von Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimmverbandes, hat nach einem „FAZ“-Bericht einen Mehrbedarf von jährlich 38 Millionen Euro errechnet. Damit stiege der Beitrag der Steuerzahler für die Finanzierung des olympischen Spitzensports von derzeit 113 Millionen Euro auf gut 150 Millionen Euro. Die Gesamtförderung des Sports durch das Ministerium von Hans-Peter Friedrich würde von 130 Millionen Euro im Jahr 2013 auf knapp 170 Millionen Euro ansteigen.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper hatte betont, man wolle der Politik aber keinesfalls die Pistole auf die Brust setzen. „Der DOSB hat nach den Olympischen Spielen in London eine Bedarfsermittlung zur Leistungssportförderung bei seinen Mitgliedsorganisationen initiiert“, sagte Vesper. „Dabei handelt es sich zum jetzigen Zeitpunkt keinesfalls um eine Forderung an die Bundesregierung. Vielmehr ist der sportinterne Diskussionsprozess noch in vollem Gange.“

Das BMI erklärte auch, dass die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA, die finanziell in großen Schwierigkeiten steckt, Priorität genieße: „Das vermisst die Bundesregierung beim Wunschkatalog des DOSB“, hieß es.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

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dpa

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