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Deutsches Team ächzt unter der Last von Turin

Viktoria Rebensburger kam unverhofft zu Gold
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Viktoria Rebensburger kam unverhofft zu Gold

Vancouver - Die deutsche Olympia-Mannschaft schlägt sich besser als in Turin, droht aber im Dreikampf mit den USA und Kanada der Verlierer zu werden.

“Das Ergebnis von Turin in etwa wiederholen zu können, ist ein Ausdruck der Stärke, die aus der Breite der Sportarten kommt - und wir haben noch Reserven. Uns muss um den deutschen Wintersport nicht bange sein“, kommentierte Hartmut Sandner, Experte des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Sandner analysiert mit dem DOSB-Fachmann Lothar Spitz das Abschneiden der deutschen Olympia-Mannschaft in Vancouver.

Deutschland Top! Der ewige Medaillenspiegel

Deutschland top! Der ewige Medaillenspiegel

Auf Platz 1: Deutschland. Insgesamt 128 Goldmedaillen hat die Bundesrepublik seit 1924 geholt (Stand 1.März 2010). Mit fünf Goldmedaillen und je zweimal Silber und Bronze ist Claudia Pechstein Deutschlands Olympionikin Nummer 1. © dpa
Platz 2: Russland. Mit 123 Goldmedaillen ist Russland der Bundesrepublik dicht auf den Fersen. Der russische Gold-Hamster schlechthin ist Ljubow Jegorowa mit sechs Goldmedaillen und dreimal Silber im Langlauf. © dpa
Mit nur 107 Goldmedaillen und insgesamt 50 Medaillen weniger als Deutschland wird Norwegen auf Platz 3 2010 keine Konkurrenz mehr. Björn Daehlie hat seinem Land zwischen 1992 und 1998 acht Gold- und vier Silbermedaillen eingebracht. © dpa
Die USA liegen mit 87 Goldmedaillen auf Platz 4. Eric Heiden erlief 1980 insgesamt fünf Goldmedaillen auf dem Eis. © dpa
Die Alpenrepublik Österreich liegt mit 55 Goldmedaillen auf dem 5. Platz. Felix Gottwald errang in der Nordischen Kombination zweimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze. © dpa
Der Gastgeber der Spiele 2010, Kanada, liegt insgesamt mit 52 Goldmedaillen auf Platz 6 - dank des Seiges 2010. Clara Hughes errang für ihr Land je einmal Gold, Silber und Bronze. © dpa
Platz 7: Schweden mit 48 Goldmedaillen. Gunde Svan gewann zwischen 1984 und 1988 vier Goldmedaillen und je einmal Silber und Bronze im Langlauf. © dpa
Auf Platz 8 mit 44 Goldmedaillen liegt die Schweiz. Vreni Schneider (l.) erreichte zwischen 1988 und 1994 auf ihren Skiern dreimal den ersten Platz, einmal den zweiten und einmal den dritten. © dpa
Skandinavien ist in den Top Ten mehrfach vetreten: Finnland liegt auf Platz 9. Samppa Lajunen erlief zwischen 1998 und 2002 dreimal Gold und zweimal Silber. © dpa
Mit 37 Goldmedaillen liegt Italien auf Platz 10. Alberto Tomba führt mit drei Goldmedaillen und zwei Silbermedaillen die Liste der italienischen Olympia-Sportler an.
Die Niederlande belegen mit bisher 29 Goldmedaillen Platz 11. Eisschnellläufer Sven Kramer erlief je eine Medaille in Gold, Silber und Bronze für sein Land. © dpa
Auf Platz 12 liegt Frankreich mit 27 Goldmedaillen. Der französische Biathlet Vincent Jay gewann eine goldene und eine bronzene olympische Medaille. © dpa
Auf Platz 13 liegt Südkorea. Die Eisschnellläuferin Lee Sang-Hwa gewann 2010 in Vancouver eine Goldmedaille. © dpa
Auf Rang 14 liegt China, die seit 1980 neun Goldmedaillen gewannen. Durch die besseren Silbermedaillen schieben sie sch vor Japan und Großbritannein. © getty
Japan liegt auf Platz 15 der Weltrangliste. Shizuka Arakawa gewann 2006 in Turin die erste olympische Goldmedaille für den japanischen Eislaufverband. © dpa
Auf Platz 16 liegt Großbritannien mit acht Goldmedaillen. Alain Baxters Goldmedaille wurde ihm wegen Doping aberkannt. © dpa

Bei den Winterspielen 2006 gewannen die Deutschen die Nationenwertung mit 29 Edelplaketten (11/12/6) vor den USA (25). Vor den letzten 16 Entscheidungen am Abschluss-Wochenende in Vancouver lag das Team des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sogar zwei Medaillen besser als zum gleichen Zeitpunkt in Turin. “Dabei haben wir die gleiche Anzahl von Goldmedaillen wie vor vier Jahren“, sagte Sandner, der am IAT den Fachbereich Information und Kommunikation leitet, zur Bilanz vor den letzten Wettkampftagen in Kanada. “Das ist ein ganz schönes Pfund.“ Fürchten muss Deutschland dennoch, bei den Vancouver-Spielen vom Olymp gestoßen zu werden: Die USA lag vor den letzten 16 Wettbewerben mit 32 Medaillen vor Deutschland (26) und Gastgeber Kanada (17) an der Spitze, wobei das Trio jeweils achtmal Gold vorweisen konnte.

Die erfolgreichsten Deutschen bei Olympia

Die erfolgreichsten Deutschen bei Olympia

Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Wir zeigen Ihnen die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen bis Turin 2006. Platz 1: Claudia Pechstein, 1992-2006, Eisschnelllauf. Gold, Silber, Bronze: 5, 2, 2. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 2: Ricco Groß, 1992-2006, Biathlon. Gold, Silber, Bronze: 4, 3, 1. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 3: Sven Fischer, 1994-2006, Biathlon. Gold, Silber, Bronze: 4, 2, 2. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 4: Karin Kania-Enke, 1980-1988, Eisschnelllauf. Gold, Silber, Bronze: 3, 4, 1. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Ebenfalls Platz 4: Gunda Niemann-Stirnemann, 1992-1998, Eisschnelllauf. Gold, Silber, Bronze: 3, 4, 1. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 6: Kati Wilhelm, 2002/2006, Biathlon. Gold, Silber, Bronze: 3, 3, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 7: Georg Hackl, 1988-2002, Rodeln. Gold, Silber, Bronze: 3, 2, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 8: Bernhard Germeshausen (rechts), 1976/1980, Bob.  Gold, Silber, Bronze: 3, 1, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 8: Jens Weißflog, 1984-1994, Skispringen. Gold, Silber, Bronze: 3, 1, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Auch Platz 8: Mark Kirchner, 1992/1994, Biathlon. Gold, Silber, Bronze: 3, 1, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 11: Katja Seizinger, 1992-1998, Ski alpin. Gold, Silber, Bronze: 3, -, 2. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 12: Meinhard Nehmer, 1976/1980, Bob. Gold, Silber, Bronze: 3, -, 1. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 13: Ulrich Wehling (m.), 1972-1980, Nordische Kombination. Gold, Silber, Bronze: 3, -, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 13: Michael Greis, 2006, Biathlon. Gold, Silber, Bronze: 3, -, - . © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 13: Andre Lange, 2002/2006, Bob. Gold, Silber, Bronze: 3, -, - . © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 13: Kevin Kuske (hinten), 2002/2006, Bob. Gold, Silber, Bronze: 3, -, - . © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 17: Uschi Disl, 1992-2006, Biathlon. Gold, Silber, Bronze: 2, 4, 3. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 18: Wolfgang Hoppe, 1984-1994, Bob. Gold, Silber, Bronze: 2, 3, 1. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 19: Frank Luck, 1994-2002, Biathlon. Gold, Silber, Bronze: 2, 3, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 20: Christa Luding-Rothenburger, 1984-1992, Eisschnelllauf. Gold, Silber, Bronze: 2, 1, 1. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 20: Jan Behrendt (unten) 1988-1998, Rodeln. Gold, Silber, Bronze: 2, 1, 1. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 20: Stefan Krauße, 1988-1998, Rodeln. Gold, Silber, Bronze: 2, 1, 1. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 20: Markus Zimmermann (hinten), 1992-2002, Bob. Gold, Silber, Bronze: 2, 1, 1. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 20: Katrin Apel, 1998/2006, Biathlon. Gold, Silber, Bronze: 2, 1, 1. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 25 bis 50: Die besten deutschen Sportler - eine Auswahl. Platz 25: Rosi Mittermaier, 1976, Ski alpin. Gold, Silber, Bronze: 2, 1, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 25: Frank-Peter Roetsch, 1984/1988, Biathlon. Gold, Silber, Bronze: 2, 1, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 25: Dietmar Schauerhammer, 1984/1988, Bob. Gold, Silber, Bronze: 2, 1, -. Auf dem Foto z usehen vor dem Sonneberger Rathaus mit der ehemaligen Leichtathletin Marlies Göhr (l.) und der Sonneberger Rennrodlerin Silke Krausshaar. Gold, Silber, Bronze: 2, 1, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 25: Andrea Henkel, 2002/2006, Biathlon. Gold, Silber, Bronze: 2, 1, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 31: Anni Friesinger, 1998-2006, Eisschnelllauf. Gold, Silber, Bronze: 2, -, 2. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 31: Christoph Langen (vorn), 1992-2002, Bob. Gold, Silber, Bronze: 2, -, 2. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 35: Markus Wasmeier, 1994, Ski alpin. Gold, Silber, Bronze: 2, -, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 35: Katarina Witt, 1984/1988, Eiskunstlauf. Gold, Silber, Bronze: 2, -, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 50: Sven Hannawald, 1998/2002, Skispringen. Gold, Silber, Bronze: 1, 2, -. © dpa
Die erfolgreichsten deutschen Sportler bei olympischen Winterspielen
Platz 50: Evi Sachenbacher, 2002/2006, Langlauf. Gold, Silber, Bronze: 1, 2, -. © dpa

“Es sind in Vancouver nicht alle Träume in Erfüllung gegangen, aber in Sportarten haben zugleich Talente Medaillen gewonnen, mit denen man nicht so gerechnet hat“, sagte der 53-Jährige. Zu den Überraschungen gehören die alpinen Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg (Riesenslalom) und Eisschnellläuferin Stephanie Beckert, die zweimal Silber holte. “Wir haben gezeigt, dass wir ein starkes Team haben“, resümierte DOSB-Präsident Thomas Bach bereits vor den letzten drei Wettkampftagen. “Jetzt kommt es darauf an, einen richtigen Schlussspurt hinzulegen“, meinte Sandner.

Eines steht jetzt schon fest: Die deutschen Frauen haben den Männern schon jetzt den Rang abgelaufen. Von den 26 Medaillen gingen 16 auf ihr Konto, von den acht Goldenen sind sechs das Ergebnis dieser “Frauen-Power“. Ein Zufall? Denn in Turin holten die Frauen viermal Gold, neun Silber- und drei Bronzemedaillen. Die Männer hatten vor vier Jahren mit siebenmal Gold und je dreimal Silber und Bronze für die höherwertigen Plaketten gesorgt.

Im deutschen Team gab es in Kanada neben viel Licht auch Schatten. Bei den Eisschnelllauf-Herren gibt es noch Potenzial, nicht optimal lief es auch bei den Biathlon-Männern und in der Nordischen Kombination. “Was die Einzelergebnisse im Biathlon anbelangen, war das nicht das, was wir erwartet hatten“, gab Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes DSV), zu. “Das ist der Teil, der nicht ganz so gelaufen ist. Da braucht man nicht drumrumreden.“

Enttäuscht zeigte sich auch Kombinierer-Bundestrainer Hermann Weinbuch. “Wir waren hier vom Glück nicht gerade begünstigt, wir hatten aber auch Defizite. Die Jungs waren augenscheinlich nicht in Top-Form.“ Die Bronzemedaille im Team-Wettbewerb habe man sich hart erkämpfen müssen. “Wir haben uns in der Trainings-Intensität zu sehr an den älteren Athleten orientiert, das muss nun verändert werden“, analysierte Weinbuch. “Die Spiele sind nicht so verlaufen, wie wir es uns erhofft haben.“

dpa

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