Boll & Co. bei EM nicht kontrolliert

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Timo Boll

Hannover - Bei der Tischtennis-Europameisterschaft in Ostrau hat es in der vorigen Woche keine Doping-Kontrollen gegeben.

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Weder der Triple-Sieger Timo Boll noch die anderen deutschen Herren sind als mehrfache Medaillengewinner untersucht worden. Das bestätigten Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), und DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig am Freitag.

“Es hätte unbedingt kontrolliert werden müssen. Da gibt es kein Vertun“, kritisierte Weikert das Verhalten der Europäischen Tischtennis-Union (ETTU). Der Jurist ist auch Vizepräsident des Weltverbandes ITTF, der bei größeren Turnieren Kontrollen nach den Vorschriften der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) durchführt. “Die ETTU hat bei ihren Kongress in Ostrau den WADA-Code übernommen“, erklärte Weikert.

Der DTTB ist durch den “Fall Ovtcharov“ für das Thema Doping sensibilisiert. Bei dem Team-Europameister, der die EM wegen einer Fußverletzung vorzeitig verlassen hatte, war bei einer Trainingskontrolle knapp drei Wochen vor Beginn des Turniers das Mittel Clenbuterol in der A-Probe entdeckt worden. In Ostrau wurde Ovtcharov nicht kontrolliert.

“Ich werde der ETTU dringend empfehlen, in Zukunft bei europäischen Wettkämpfen wie EM oder Europa Top 12 zu kontrollieren“, sagte Weikert. Im Vorjahr hatte der DTTB nach eigenen Angaben bei der Heim-EM in Stuttgart “mindestens zwölf“ Doping-Kontrollen durchgeführt. “Auf eigene Kosten“, wie Weikert betonte.

In Deutschland unterliegen die DTTB-Nationalmannschaften der regelmäßigen Kontrolle durch die Nationale Antidoping-Agentur NADA. Allein der Weltranglisten-Zweite Boll wurde in den vergangenen drei Monaten sechsmal getestet. Kontrolliert wird auch bei den deutschen Meisterschaften und bei anderen Turnieren wie den German Open.

dpa

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