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Deutscher Paralympics-Chef

Beucher lehnt Treffen mit Putin ab

Friedhelm Julius Beucher
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Friedhelm Julius Beucher.

Sotschi - Friedhelm Julius Beucher hat bei den Paralympics in Sotschi als einer von fünf Verbandspräsidenten ein Treffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin abgelehnt.

Der SPD-Politiker schlug am Donnerstag eine Einladung zum Mittagessen beim Kremlchef wegen des Ukraine-Konflikts aus. „Ich kann nicht auf der einen Seite Herrn Putins Säbelrasseln auf der Krim kritisieren, mich über die ständigen Menschenrechtsverletzungen in Russland aufregen und dann zu Herrn Putin hingehen, zum Mittagessen einladen lassen, ihm die Hand schütteln und womöglich noch den Dank entgegen nehmen, dass wir hier mit unserem Team nach Russland gekommen sind“, sagte Beucher.

Der frühere Bundestagsabgeordnete war zusammen mit den Chefs anderer Delegationen eingeladen worden. Die Funktionäre waren mit mehreres Bussen vom Hotel Aiwasowski, dem vorübergehenden Sitz des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) in Sotschi, zu dem Treffen gefahren worden. „Ich habe die Bundesregierung über mein Verhalten informiert. Sie haben mich darauf hingewiesen, dass ich als autonomer Verbandspräsident handele. Aber auch da unterliegen wir Weisungen und Empfehlungen“, sagte der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS).

Am Vortag hatte Innenminister Thomas de Maiziere in einem Schreiben an Beucher mitgeteilt, dass auch am Schlusswochenende der Paralympics wegen der Lage in der Ukraine kein deutscher Regierungsvertreter nach Sotschi kommt.

dpa

Die wichtigsten Akteure der Krim-Krise

Die wichtigsten Akteure der Krim-Krise

Wladimir Putin (61): Nach dem Regierungswechsel in Kiew sah der Kremlchef für viele schon wie ein Verlierer aus. Jetzt hält er mit der Machtdemonstration auf der Krim aber die Trümpfe in der Hand. Westliche Kritik prallt meist an ihm ab. Eine völlige Isolation kann sich sein vom Rohstoffexport abhängiges Reich aber kaum leisten. © AFP
Barack Obama (52): Der US-Präsident wirft Putin in der Krim-Krise einen Verstoß gegen das Völkerrecht vor. Russland sei „auf der falschen Seite der Geschichte“. Washington will Moskau wirtschaftlich und politisch isolieren, sollte der Kreml nicht einlenken. Konkret könnten die USA zunächst den G8-Gipfel in Sotschi boykottieren. © AFP
Angela Merkel (59): Die Kanzlerin gilt als wichtige Vermittlerin, weil sie unter westlichen Staatenlenkern die längste Erfahrung mit Putin hat. Erstmals traf sie ihn 2000 als Generalsekretärin. Merkel hat aus DDR-Zeiten eine Sonderbeziehung zu Moskau, und sie spricht Russisch. Ex-KGB-Agent Putin spricht aus seiner Dresden-Zeit Deutsch. © dpa
Frank-Walter Steinmeier (58): Seit zweieinhalb Monaten ist er wieder Außenminister - und bereits als Vermittler in der Ukraine im Einsatz. Der SPD-Politiker verfügt aus früheren Jahren über gute Beziehungen nach Moskau und will Kontakte unbedingt aufrechterhalten. Ein erstes Treffen mit seinem Kollegen Sergej Lawrow brachte aber keinen Erfolg. © AFP
Viktor Janukowitsch (63): Er legte im November als Präsident eine Annäherung der Ukraine an die EU auf Eis und provozierte damit Proteste mit fast 100 Toten. Der Zwei-Meter-Mann floh nach Russland. Moskau sieht ihn als legitimen Staatschef an, allerdings ohne politische Zukunft. Die Führung in Kiew will ihn vor Gericht stellen. © dpa
Arseni Jazenjuk (39): Er ist der neue Regierungschef nach dem Machtwechsel - und bezeichnet sein Engagement angesichts der massiven Probleme des Landes als „politischen Selbstmord“. Die Aufgabe als prowestlicher Hoffnungsträger gibt ihm aber die Möglichkeit, aus dem Schatten seiner Parteikollegin Julia Timoschenko zu treten. © AFP
Julia Timoschenko (53): Aus dem Gefängnis heraus führte die Politikerin mit flammenden Appellen die Opposition gegen Janukowitsch. Mit einem emotionalen Auftritt im Rollstuhl feierte sie vor kurzem vor über 100 000 Regierungsgegnern in Kiew ein furioses Comeback. Sie will bei der Präsidentenwahl am 25. Mai antreten. © dpa
Sergei Aksjonow (41): Der Geschäftsmann mit dem Bürstenhaarschnitt stieg über Nacht zum Regierungschef der Krim auf - und rief Präsident Putin sofort auf, für „Frieden und Ordnung“ auf der Halbinsel zu sorgen. Ukrainische Aktivisten werfen dem Chef der moskautreuen Partei Russische Einheit vor, ein Agent des Kreml zu sein. © dpa
Alexander Turtschinow (49): Der Ökonom steht als Parlamentschef und Übergangspräsident auf dem Höhepunkt seiner bisherigen Karriere. Er gilt als Vertrauter von Timoschenko und war schon während der Orangenen Revolution 2004 einer der Organisatoren der Proteste. Nach dem Sieg der demokratischen Kräfte wurde er damals Geheimdienstchef. © dpa

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