Biathlon

Bayerische Küken als Hoffnungsträgerinnen

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Laura Dahlmeier.

Le Grand-Bornand - Laura Dahlmeier und Franziska Preuß sind die Hoffnungsträger der deutschen Biathletinnen. Das Duo aus Bayern hat bereits die Olympianorm erfüllt.

Laura Dahlmeier und Franziska Preuß haben im Moment jede Menge Grund zur Freude. Die Shooting-Stars im deutschen Biathlonteam haben die Olympianorm schon nach zwei Weltcups in der Tasche, sie begeistern die Trainer mit ihrer Lockerheit - und haben in diesem Winter noch viel vor. Bereits beim Weltcup im französischen Le Grand-Bornand will das Duo ab Donnerstag wieder für Aufsehen sorgen.

„Natürlich wollen wir unsere Ergebnisse bestätigen. Ich werde alles dafür tun, dass es so weitergeht“, sagt Dahlmeier. Die 20-Jährige aus Partenkirchen wirkt im Weltcup-Zirkus fast schon wie ein alter Hase, sie führte die deutsche Staffel am vergangenen Wochenende in Hochfilzen auf den zweiten Rang. Die verantwortungsvolle Rolle als Schlussläuferin, die sie auch bei den Winterspielen in Sotschi (7. bis 23. Februar 2014) bekleiden könnte, schreckt sie dabei nicht ab - im Gegenteil. „Ich bin bis jetzt fast jede Staffel am Schluss gelaufen, auch im Nachwuchsbereich“, sagt Dahlmeier: „Klar, es ist eine große Verantwortung, aber es macht auch Spaß und hat seinen Reiz.“

Erstmals ist Dahlmeier in dieser Saison mit Preuß von Anfang an im Weltcup unterwegs, natürlich teilen sich die beiden jüngsten Skijägerinnen im DSV-Team ein Hotelzimmer. Dabei verbindet sie nicht nur ihre bayerische Heimat. „Mit der Laura ist es immer super, wir haben immer Gaudi und machen auch mal Blödsinn. Wir waren schon bei den Junioren in einem Zimmer“, erzählt die 19 Jahre alte Preuß.

„Gammeln, Facebook und Fernsehen“, antwortet Preuß auf die Frage, was sie im Hotel denn so machen, wenn mal nicht Rennen oder Training auf dem Programm stehen. „Oder einfach mal rausgehen zum Joggen in die Natur, da kann man auch mal Quatsch machen“, sagt Dahlmeier, die sich erst als Alpine versuchte und dann mit neun Jahren zum Biathlon wechselte.

Dahlmeier und Preuß lachen viel, mit dem Druck von Live-Rennen im Fernsehen und den Schießeinlagen vor Tausenden Zuschauern im Stadion gehen sie überraschend locker um. „Das erstaunt uns auch, wir sind mit beiden sehr zufrieden. Und das nicht nur, weil sie schon die Olympianorm erfüllt haben“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang dem SID: „Ihr ganzes Auftreten ist überzeugend, sie finden sich für ihr junges Alter schon sehr gut zurecht. Das war erst mal das Hauptziel.“

Noch vor einem Jahr lief Preuß, die aus Haag in Oberbayern stammt, im drittklassigen Deutschlandpokal, Dahlmeier durfte immerhin schon in der vergangenen Saison im Weltcup erste Erfahrungen sammeln. „So viel macht man aber gar nicht anders“, sagt Preuß: „ich will schnell laufen und schießen, genau wie früher. ` Auch Dahlmeier lässt sich nicht unter Druck setzen: `Da wird das Rad nicht neu erfunden. Der größte Unterschied war, dass wir im Sommer mehr mit der Mannschaft unterwegs waren.“

Anders sei es allerdings, am Schießstand plötzlich neben Stars wie der Norwegerin Tora Berger oder Darja Domratschewa aus Weißrussland zu stehen. „Man kennt die ja wirklich nur aus dem Fernsehen, und dann darf man plötzlich neben denen laufen“, erzählt Preuß.

Unweigerlich werden schon jetzt Vergleiche zwischen den beiden hoffnungsvollen Talenten und Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner angestellt. „Man wird immer wieder darauf angesprochen, aber man darf es nicht zu sehr an sich heran lassen“, sagte Dahlmeier: „Man muss sich immer wieder auf das Wesentliche konzentrieren, dann kann man den Druck auch etwas ausblenden.“

Die mittlerweile zurückgetretene Neuner hat schon mit 21 Jahren erstmals den Gesamtweltcup gewonnen, davon sind Dahlmeier und Preuß trotz ihrer positiven Entwicklung noch ein ganzes Stück entfernt. Doch allein schon das Olympiaticket in der Tasche zu haben, ist mehr, als sie zu träumen gewagt haben. „Vor einem Jahr hatte ich noch ganz andere Ziele, deswegen bin ich mit der Entwicklung schon sehr zufrieden“, versichert Dahlmeier.

sid

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