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Andreu: "Armstrong hat seine Tentakel noch überall"

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Lance Armstrong.

Chateauroux - Lance Armstrong hat 2010 seine Karriere beendet, doch sein Einfluss auf den Radsport ist unvermindert groß.

Das behauptet Armstrongs früherer Teamkollege Frankie Andreu am Rande der 98. Tour de France in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. „Er ist wie ein Tintenfisch, denn er hat seine Tentakel immer noch überall“, sagte der 44-jährige US-Amerikaner.

Andreu fuhr einst bei Motorola und US Postal (1992 bis 2000) mit dem siebenmaligen Tour-Sieger Armstrong zusammen. 2006 verlor er einen Rechtsstreit gegen Armstrong, als er und seine Frau unter Eid angaben, Armstrong habe 1996 nach seiner Krebs-Diagnose im

Krankenhaus

von umfangreichem

Doping

berichtet.

Andere Zeugen

bestätigten dies aber nicht. „Ich möchte bewiesen haben, dass meine Frau und ich die Wahrheit gesagt haben“, so Andreu.

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Alberto Contador erklärte seine positive Doping-Probe mit verunreinigtem Essen. Er wurde daraufhin freigesprochen. Es ist nicht die erste merkwürdige Erklärung in der Geschichte des Dopings. © AP
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-Sprinter Dennis Mitchell nutzte seinen positiven Dopingbefund, um sich als Sexprotz zu outen. Das viele Testosteron komme von einer wilden Partynacht, in der er seine Frau verwöhnt habe. „Fünf Flaschen Bier und mindestens vier Mal Sex mit seiner Frau. Es war ihr Geburtstag. Die Lady hatte es verdient“, so lautete sein Statement. © Getty
Der Klassiker: Wer hat die Dopingmittel in Dieter Baumanns Zahnpastatube deponiert? © ots/dpa/Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Adrian Mutu: Der rumänische Fußballspieler sagte 2004 nach einer positiven Dopingprobe, er habe lediglich ein Mittel zur “Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit“ genommen. Zuvor hatte er zugegeben, Kokain genommen zu haben, dieses Geständnis wenige Tage später jedoch widerrufen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Die Lebensmittelvergiftung der anderen Art: Ex-Sprinter Linford Christie beteuert: „Ich habe nicht gedopt, ich habe nur Avocados gegessen!“ © Getty
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Die wohl abgefahrenste Ausrede für Blutdoping hatte Radsportler Tyler Hamilton: “Ich bin ein Mischwesen. Die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert." © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Gefährliche Mitbringsel: Die aus Südamerika importierten Bonbons sollen mit Koks verseucht gewesen sein, meint Straßenrad-Star Gilberto Simoni. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Johann Mühlegg soll eine Spezial-Diät gemacht haben, wegen der in seinem Kreislauf eine EPO-ähnliche Substanz nachgewiesen wurde... © Getty
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Auf den Hund gekommen: Frank Vandenbroucke behauptete, als bei ihm Anabolika und EPO sichergestellt wurden, die Mittel seien für seinen asthmakranken Hund bestimmt gewesen. © Getty
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Justin Gatlin gab einem Masseur die Schuld. Der soll ihn nämlich mit einer testosteronhaltigen Salbe bearbeitet haben. Es soll sich sogar um eine fiese Retourkutsche des Profikneters gehandelt haben, meint Gatlin. © Getty
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Christian Henn, ehemals Radprofi, wollte eigentlich nur der eigenen Libido auf die Sprünge helfen. Ein Spezialtee wurde ihm zum Verhängnis. © Getty
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Ex-T-Mobile-Fahrer Matthias Kessler nahm angeblich Präparate zu sich, auf denen chinesische Schriftzeichen standen. Nur doof, dass er kein Chinesisch kann. © Getty
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Zu tief ins Glas geschaut und damit den Testosteronspiegel erhöht. Floyd Landis schiebt‘s auf den Whiskey © Getty
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Keiner war über einen positiven Dopingtest so verwundert wie Patrik Sinkewitz: "Ich? Das kann nicht sein", wunderte er sich. Und das ist noch nicht mal eine Ausrede... © Getty
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Martina Hingis, die Schweizer Version von Zahnpasta-Dieter Baumann: Jemand soll ihr Koks in den Fruchtsaft gemischt haben. Sieht ja auch aus wie Süßstoff... © Getty
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Ex-Radprofi Rolf Aldag gibt dem System die Schuld. Ohne EPO-Missbrauch hätte er im T-Mobile-Team keinen neuen Vertrag bekommen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Erik Zabel sagte, er habe nur einmal EPO probiert. Die Substanz habe aber nicht mit seinem Körper und Geist harmoniert. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Jan Ullrich ließ sich in einer Disco Ecstacy andrehen. „Ulle“ schluckte die Tabletten, ohne sich dabei etwas gedacht haben zu wollen. “Ich war den Abend ziemlich mies drauf. Das waren zwei Tabletten, wo mir bestätigt wurde, (...) und dass das eigentlich harmloses Zeug ist.“ Wer ihm die Tabletten gab, sagte er nicht. “Zu den Tabletten kann ich gar nichts sagen, ich kenn' kein Ecstasy. Ich weiß nicht wie das aussieht. Ich bin um die Ecken gezogen und war in verschiedenen Läden. Ich möchte keinen Unschuldigen da mit reinziehen.“ © Getty
400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt wurde nach positiven Dopingproben gesperrt. Die positiven Tests ließen sich mit der Einnahme eines frei erhältlichen Produkts zur Vergrößerung des männlichen Geschlechtsteils erklären, sagte sein Berater. © dpa
Claudia Pechstein: “Ich weiß nun, dass ich eine Blutmacke habe, aber nicht krank bin“, sagte die Eisschnellläuferin. Die Sportlerin war 2009 wegen auffälliger Blutwerte gesperrt worden. Später erklärten Ärzte, ein von ihrem Vater vererbter Gen-Defekt sei für die hohen Retikulozyten-Werte verantwortlich. © dpa
Ivonne Kraft: Den positiven Test auf das Asthma-Mittel Fenoterol erklärte die Mountainbikerin 2007 mit einer explodierten Sprühflasche. Ihre Mutter habe Asthma-Spray benutzen wollen, dann sei die Flasche explodiert und sie habe die Substanz offenbar eingeatmet. © Getty

Er glaubt indes, dass sein Landsmann niemals eingestehen würde, gedopt zu haben. „Er ist zu sehr ein Kämpfer. Ich denke nicht, dass er jemals etwas einräumen wird, selbst wenn ihm dann wie Marion Jones das Gefängnis drohen könnte. Er würde nicht mal zugeben, dass er mal jemandem fünf Mäuse geklaut hat. Er wird in der Sache nie zurückstecken, er wird jeden niedermachen, der sich ihm in den Weg stellt“, sagte Andreu.

Seiner Einschätzung nach könnten aber die Nachforschungen des bekannten US-Ermittlers Jeff Novitzky Armstrong treffen. „Vielleicht wird das für

Lance Armstrong

eine Bombe“, so Andreu, der die Aussagen anderer ehemaliger Teamkollegen des Tourminators für glaubhaft hält. „Nur weil sie in der

Vergangenheit

gedopt und gelogen haben, muss man sie jetzt nicht als

Lügner

ansehen. Aber das ist ja Armstrongs Argument: Sie haben gedopt, sind nicht glaubwürdig!“, sagte er über Tyler Hamilton und Floyd Landis, die Armstrong zuletzt schwer belasteten.

Andreu, der inzwischen ein drittklassiges US-Team betreut, stützt sich auf ein weiteres Indiz: „Nun hat ja sogar George Hincapie etwas beigetragen, sein alter, bester Freund und Teamkollege. Der Druck auf Armstrong ist enorm“. Andreu hatte 2005 eingeräumt, während seiner Karriere selbst gedopt zu haben.

sid

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