Zwanziger-Nachfolge

Niersbach in UEFA-Exekutivkomitee gewählt

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Wolfgang Niersbach

London - DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ist am Freitag erwartungsgemäß auf dem 37. Ordentlichen UEFA-Kongress in London in das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union gewählt worden.

Nach seinem kampflosen Sieg musste sich Wolfgang Niersbach erst durch die lange Reihe der Gratulanten arbeiten, bevor er die Umarmung seiner Tochter Lilly genießen konnte. Dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) war nach dem 37. Ordentlichen Kongress der Europäischen Fußball-Union in London anzumerken, wie erleichtert er über seine Wahl ins UEFA-Exekutivkomitee war - obwohl sie eigentlich erwartungsgemäß kam.

„Das ist natürlich eine Anerkennung für die Arbeit und das Standing des DFB - und ein bisschen auch für mich persönlich“, sagte der 62-Jährige. Niersbach tritt die Nachfolge des ehemaligen DFB-Chefs Theo Zwanziger (67) an, der den deutschen Verband weiterhin im Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA vertritt. Niersbach wurde per Akklamation gewählt, da der portugiesische Verbands-Chef Fernando Gomes auf eine Kandidatur verzichtet hatte. Dadurch standen für acht Plätze in der Regierung des europäischen Fußballs nur acht Kandidaten zur Wahl.

Niersbach, der im Grosvenor House Hotel für vier Jahre gewählt wurde, wird den Vorsitz der Kommission für Nationalmannschaftswettbewerbe übernehmen. Dieses Gremium ist unter anderem auch für die Planung der paneuropäischen EM 2020 zuständig. „Das liegt mir. Da kann man was bewegen“, sagte Niersbach dazu dem SID. Der DFB-Boss, der am Montag zum FIFA-Kongress nach Mauritius reist, wird zudem den stellvertrenden Vorsitz der Medienkommission übernehmen und der Finanzkommission angehören.

UEFA-Präsident Michel Platini freut sich bereits auf die Zusammenarbeit mit Niersbach. „Mit Wolfgang Niersbach wurde ein deutscher Vertreter in unser Exko gewählt, der durch seine jahrelange, ausgezeichnete Arbeit im internationalen Fußball sehr gut vernetzt ist und viel praktische Erfahrung mitbringt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagte der Franzose.

Bundestrainer Joachim Löw meldete sich aus Miami: „Gratulation an unseren DFB-Präsidenten. Er ist nicht nur ein großer Kenner des Fußballs, er liebt den Fußball. Ich denke, die UEFA kann sich glücklich schätzen, ihn in ihren Reihen zu haben. Gleichzeitig wird Wolfgang Niersbach Fußball-Deutschland in der UEFA bestens vertreten.“

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff ergänzte: „Es gibt kaum jemanden, der sich auf dem sportpolitischen Parkett und in der internationalen Welt des Fußballs so locker, so leicht bewegt, gleichzeitig höchsten Respekt und große Anerkennung genießt. Insofern ist diese Wahl in das höchste Gremium der UEFA nur logisch und gleichzeitig die Bestätigung für seine Arbeit.“

Neben Niersbach wurden Giancarlo Abete (Italien), Allan Hansen (Dänemark), Frantisek Laurinec (Slowakei), Mario N Lefkaritis (Zypern), Avraham Luzon (Israel), Michael van Praag (Niederlande) und David Gill (England) bis 2017 gewählt.

Neben den Wahlen beschäftigten sich die Delegierten in London mit den dringenden Problemen des Fußballs. Platini stellte dabei vor allem den Kampf gegen Rassismus, Gewalt, Spielmanipulationen und Diskriminierung in den Vordergrund. Auch das Financial Fairplay soll weiter im Mittelpunkt der UEFA-Arbeit stehen. Zudem wurde der Verband Gibraltars als 54. Mitglied in die UEFA aufgenommen.

Gleichzeitig wurde die Europa League gestärkt. Der Gewinner erhält ab 2015 einen Platz in der darauffolgenden Champions-League-Saison. Zudem verständigte sich der Kongress darauf, dass ebenfalls ab 2015 16 Teams aus 12 Ländern einen Platz in der Europa-League-Gruppenphase sicher haben; bisher haben nur sechs Mannschaften aus sechs Ländern einen Platz garantiert.

sid

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