Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Vittek: "Haben gegen Holland nichts zu verlieren"

+
Robert Vittek war gegen Italien der Mann des Spiels.

Johannesburg - Die Slowakei lebt ihren afrikanischen Traum - und Robert Vittek ist mittendrin. Nach seiner Gala-Vorstellung gegen Weltmeister Italien legte Vittek sämtliche Zurückhaltung ab.

Ein Land im Freudentaumel, ein Trainer den Tränen nahe und ein fassungsloser Doppel-Torschütze Robert Vittek: Der frühere Nürnberger Bundesliga-Profi nahm nach der 3:2-Sensation des WM-Außenseiters Slowakei gegen Italien wie im Delirium die Trophäe als “Man of the Match“ entgegen. “Dieser Sieg macht uns Mut. Wir haben gegen Holland nichts zu verlieren“, sagte der 28 Jahre alte Doppel-Torschütze, als er sich allmählich gefasst und aufs Achtelfinale geschaut hatte: “Wir sind hier als Außenseiter hingekommen. Vielleicht können wir noch so ein Spiel zeigen, aber Holland gehört zu den WM-Favoriten.“

Auf den Plätzen Bratislavas und anderer slowakischer Städte jubelten Tausende so begeistert wie sonst nur nach Erfolgen der Eishockey-Stars, in deren Schatten die Fußballer bisher standen. Das Internetportal “aktualne.sk“ schrieb: “Die Slowakei lebt ihren afrikanischen Traum. Herrlich, zauberhaft und unglaublich.“ Verbandspräsident Frantisek Laurinec lobte: “Das war die beste Leistung seit der slowakischen Unabhängigkeit.“

"Robert hat schon drei Tore geschossen. Wahnsinn"

Auch Erik Jendrisek sang und tanzte mit seinen Kollegen in der Kabine des Ellis-Park-Stadions von Johannesburg. “Wir haben den Weltmeister rausgeworfen. Für das ganze Land ist das überragend“, meinte der Stürmer vom 1. FC Kaiserslautern, der nächste Saison für Schalke 04 spielt, stolz. “Wir haben ohne Angst gespielt und unsere Chancen rein gemacht. Robert hat schon drei Tore geschossen. Wahnsinn!“

Dabei hatte Vittek zuletzt Mühe, überhaupt Fuß zu fassen. Nach seinem Abgang beim 1. FC Nürnberg 2008 kam er bei seinem neuen Arbeitgeber OSC Lille (Vertrag bis 2012) kaum noch zum Einsatz und wurde in der Rückrunde an den türkischen Erstligisten MKE Ankaragücü ausgeliehen. Jetzt steht er auf der Weltbühne des Fußballs und führt zusammen mit dem Argentinier Gonzalo Higuaín die WM-Torschützenliste an. “Das ist ein Riesenerfolg. Davon hätten wir nicht mal zu träumen gewagt“, sagte Vittek. “Ich bin der beste Stürmer in der slowakischen Geschichte. Das macht mich glücklich, aber noch glücklicher bin ich über unseren gemeinsame Erfolg.“

Mit feuchten Augen stand Vladimir Weis auf dem Platz. In diesem Moment war vergessen, dass der Nationaltrainer Journalisten übel beleidigt hatte. “Weiss - Unser Wundermacher“, titelte die Wirtschaftstageszeitung “Hospodarske noviny“. Selbst das Boulevardblatt “Novy Cas“, das dem Trainer zuvor den Abgang nahegelegt hatte (“Danke, es reicht“), schrieb begeistert: “Der vierfache Weltmeister Italien musste sich unseren begeistert kämpfenden WM-Neulingen geschlagen geben.“ Weiss gab im Nadelstreifen-Anzug und ohne wüste Worte eine gute Figur ab. “Die ganze Slowakei ist überglücklich. Das war ein fantastischer Tag“, jubelte der 46-Jährige. “Nach der Geburt meines Sohnes war das der beste Tag in meinem Leben. Meiner Frau will ich sagen: Ich liebe Dich! Sie war böse mit mir wegen meines Streits mit den Journalisten.“

Kommentare