Remis gegen Frankreich

U21: Nullnummer bei Hrubesch-Comeback

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Horst Hrubesch

Freiburg - 1504 Tage nach dem EM-Titel in Schweden hat Horst Hrubesch mit einem 0:0 gegen Frankreich ein positives Comeback als Trainer der deutschen U-21-Nationalmannschaft gegeben.

Im einzigen Test vor dem ersten Qualifikationsspiel für die nächste Europameisterschaft in Tschechien verpasste der DFB-Nachwuchs am Dienstagabend trotz guter Gelegenheiten den möglichen Sieg. Vieles vor den 8222 Zuschauern in Freiburg blieb Stückwerk, aber die Mannschaft mit vielen Neulingen zeigte nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der EM 2013 unter ihrem neuen Trainer viele gute Ansätze.

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Hrubesch nach dem Abpfiff in Interview mit Eurosport. „Es war ein sehr ordentliches Spiel. Da können wir gut drauf aufbauen“, meinte der Coach. „Ich bin zufrieden. Sie haben das umgesetzt, was wir besprochen haben.“ Gewonnen hätte das einstige Kopfballungeheuer trotzdem gerne.

Nur noch vier Spieler, die auch bei dem verpatzten Turnier in Israel zum Kader gehört hatten, standen unter den Augen von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in der Startelf. Torwart Bernd Leno (Bayer Leverkusen) dirigierte vor sich unter anderem die EM-Fahrer Matthias Ginter (SC Freiburg), Shkodran Mustafi (Sampdoria Genua) und Emre Can (Bayer Leverkusen).

Frankreichs Trainer Willy Sagnol vertraute fünf Spielern, die im Juli U-20-Weltmeister in der Türkei geworden waren. Für den ehemaligen Bayern-Profi war es das erste Spiel seiner Amtszeit als Verantwortlicher für die U 21. „Es war ein schönes Spiel mit hohem Tempo. Es gibt häßliche 0:0, das war ein schönes 0:0“, sagte Sagnol.

Beiden Mannschaften war anzusehen, dass sie sich in ihren neuen Besetzungen noch finden mussten. Der Neu-Schalker Leon Goretzka setzte bei der ersten Chance den Ball nach acht Minuten knapp über das Tor. Der Jüngste im DFB-Team machte im defensiven Mittelfeld ein gutes Spiel an der Seite von Kapitän Can und hatte in der 19. Minute mit einem Schuss von der Strafraumkante eine weitere Gelegenheit zum 1:0.

Frankreich agierte abwartend und spielte gefährliche Konter. In der EM-Ausscheidung bekommt es der DFB-Nachwuchs dann wohl aber mit noch defensiveren Mannschaften zu tun. Dort warten die Faröer, Irland, Montenegro und Rumänien. Bis zum ersten Pflichtspiel am 6. September gegen die Insel-Kicker muss Hrubesch daher vor allem an der Geschwindigkeit im Spiel nach vorne arbeiten. Goretzka, Can und der Stuttgarter Moritz Leitner spielten bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt im zentralen Mittelfeld zwar schon ansehnlich zusammen. Aber den Gästen reichte die Zeit meistens, um sich zu sortieren.

Als Frankreich auf der Gegenseite dann schnell und direkt spielte, tauchte der emsige Außenverteidiger Lucas Digne von Paris St. Germain etwas zu frei vor Leno auf. Per Fußabwehr verhinderte der aber den Rückstand (35.). Die beste Chance der ersten Halbzeit vergab jedoch Marvin Plattenhardt kurz vor dem Pausenpfiff: Sein Freistoß aus etwa 18 Metern klatschte an die Latte.

Nach dem Seitenwechsel tauschte Hrubesch sieben Spieler auf einen Schlag. Sagnol wechselte in Etappen, die Partie zerfaserte zunehmend. Özkan Yildirim (Werder Bremen) und Leitner vergaben eine Doppelchance (48.), auch der eingewechselte Dortmunder Erik Durm (69.) und Johannes Geis aus Mainz (77.) verpassten das erste Tor. Auch Leonardo Bittencourt (Hannover 96) traf nach 83 Minuten nur die Latte.

dpa

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