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Teresa Enke: Eine starke Frau

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Nach dem Tod ihres Kindes Lara muss Teresa Enke den nächsten Schicksalsschlag verkraften.

Hannover - Einen solch ergreifenden Auftritt hat es im Fußball noch nicht gegeben. Teresa Enkes zu Tränen rührende Pressekonferenz, ihr mutiger Schritt in die Öffentlichkeit hat die Menschen tief bewegt.

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Ihre Offenheit und Tapferkeit, über ein bis dahin tabuisiertes Thema, über die schwere Depression ihres Mannes Robert und über dessen Tod zu sprechen, berührte die Zuschauer wie kein Fußballspiel es kann. Verletzlich wirkte sie - und doch stark. “Sie ist eine beeindruckende Frau“, sagte Hannover-96-Chef Martin Kind am Tag danach: “Sie hat meinen höchsten Respekt“. Nicht nur in Deutschland fanden Teresa Enkes Worte große Beachtung. Die renommierte britische Tageszeitung “The Times“ brachte als Aufmacherfoto auf Seite eins ein großformatiges Bild der Witwe und titelte: “Manchmal reicht Liebe nicht aus“. Vielen Beobachtern stockte der Atem. Tränen liefen, während die 33-jährige Teresa Enke am Mittwoch vor laufenden Kameras vom langen Leiden mit ihrem Mann berichtete. Ihr Mut und ihre schonungslose Offenheit beeindruckten.

So stark ist Teresa Enke

So stark ist Teresa Enke

Nach ihrer Tochter Lara verlor Teresa Enke jetzt auch noch ihren Mann Robert. All der Schmerz, die Trauer und das Leid sind ihr ins Gesicht geschrieben. © dpa
Vielen Beobachtern stockte der Atem. Tränen liefen, während die 33-jährige Teresa Enke am Mittwoch vor laufenden Kameras vom langen Leiden mit ihrem Mann berichtete. © dpa
Ein Bild aus gemeinsamen Tagen: Robert Enke und seine Frau setzten sich für Hunde ein. Robert Enke hatte ein großes Herz für Tiere. © dpa
Nach dem Tod von Lara adoptierten Robert und Teresa Enke ein Kind. „Jetzt sind wir wieder eine richtige Familie“, meinte Torwart Enke damals glücklich. © getty
Ganz Deutschland trauert mit der Frau, die 19 Stunden nach dem Tod ihres Mannes den Weg in die Öffentlichkeit gesucht hat. © dpa
Teresa Enke: „Wir dachten, wir schaffen alles. Mit Liebe geht das. Aber wir haben es nicht geschafft.“ © dpa
„Wenn er akut depressiv war, war es schon eine sehr schwere Zeit, weil ihm dann Antrieb und Hoffnung gefehlt haben“, erzählte Teresa Enke über die Zeit, in der Robert Enke unter Depressionen litt. © dpa
Das Paar hatte Angst: “Die Schwierigkeit bestand dann darin, das nicht in die Öffentlichkeit hinauszutragen. Das war sein Wunsch aus Angst alles zu verlieren. Im Nachhinein ist das Wahnsinn.“ © dpa
Trost spendeten die Verantwortlichen vom DFB sowie die Spieler der Nationalmannschaft bei der Trauerfeier für Robert Enke. © dpa
Teresa Enke begleitete ihren Mann und stand ihm in den schwierigen Momenten seines Lebens zur Seite. Jetzt ist sie alleine. © getty

“Bewundernswert“, sagte 96-Manager Jörg Schmadtke, der in diesen Tagen mit der Witwe Kontakt hält und ihr - mit anderen - auch in der Nacht nach dem schrecklichen Suizid Beistand leistete. Der starke Auftritt hat diejenigen, die sie näher kennen, “nicht überrascht“, wie Kind sagte.

Der Clubchef kennt die Frau des nun toten Torhüters seit dessen Verpflichtung im Jahr 2004. Kind hat erlebt, wie sie nach dem Tod der herzkranken Tochter vor drei Jahren trauerte. Er hat versucht der Familie beizustehen, als sie nach dem Verlust der zweijährigen Lara den Weg in die Normalität suchte. Und nun saß diese Frau da und erzählte von der schleichenden Krankheit, von der verzweifelten Suche nach einem Ausweg und dem Tod ihres Mannes - dem zweiten Schicksalsschlag in nur drei Jahren.

Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke

Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke

Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke
Michael Ballack © ap
Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke
Bundestrainer Löw auf dem Weg in die Kirche © ap
Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke
Oliver Bierhoff, Jogi Löw und Michael Ballack © ap
Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke
Andreas Köpke umarmt die Witwe von Robert Enke © ap
Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke
DFB-Präsident Zwanziger kondoliert Teresa Enke. © ap
Michael Ballack und Teresa Enke © ap
Jogi Löw entzündet eine Kerze... © ap
Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke
Pfarrer Heinrich Plochg hält während der Andacht die Torwarthandschuhe von Robert Enke © ap
...sowie hunderte Fans in der Kirche © ap
Die Marktkirche in Hannover © dpa
Michael Ballack entzündet eine Kerze © dpa
Kampft gegen die Tränen: Oliver Pocher © ap
Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke © ap
Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke © dpa
Ein Meer aus Kerzen steht vor der AWD-Arena, wo am Sonntag ab 11 Uhr auch eine Gedenkveranstaltung für Robert Enke stattfinden wird. © dpa
Tausende Menschen gehen während des Trauermarsches in Hannover vor dem erleuchteten Rathaus entlang. © dpa
Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke © dpa
Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke © dpa
Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke © dpa
Bilder: Die bewegende Andacht für Robert Enke © dpa
“Sie ist eine beeindruckende Frau“, sagte Hannover-96-Chef Martin Kind über Teresa Enke.

“Es war unglaublich, mit welcher Gefasstheit sie gesprochen hat“, sagte Schmadtke. Teresa Enke selber war es, die den Weg in die Öffentlichkeit vorgeschlagen hatte. “Wir fanden, dass es richtig ist, wenn sie es will“, erklärte der Manager des Vereins. “Sie wollte eine Öffentlichkeit für dieses Tabuthema herstellen“, berichtete Andreas Kuhnt, der Pressesprecher von 96. “Sie wollte etwas damit anstoßen.“ Kuhnt war wie Schmadtke in der Nacht dabei, als die Entscheidung für den öffentlichen Auftritt fiel. “Das war sehr mutig“, sagte Kuhnt. “Vielleicht war es auch ein kleines Stück Befreiung. Sie konnte erzählen, was sie vorher aus Liebe zu Robert nicht erzählen konnte.“

Vor vierzehn Jahren hatte Teresa ihren Mann kennengelernt, in Jena, auf dem Sportgymnasium. Sie zog mit ihm durch Europa, begleitete den Fußballprofi nach Mönchengladbach, Lissabon Barcelona, Istanbul, Teneriffa und schließlich zu Hannover 96. Im Umland der Stadt bezogen die Enkes einen alten Bauernhof, engagierten sich vor allem im Tierschutz. Zu den landläufigen Klischees von Spielerfrauen passt Teresa Enke nicht. “Sie ist ein Frau, die sich mehr Gedanken macht als andere Menschen“, sagte Kuhnt. “Sie ist in vielen Bereichen engagiert.“ Nun ist es am Verein, sich zu engagieren. “Sie wird unsere Unterstützung haben“, versprach Clubchef Kind.

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