Der schwarz-gelbe Ausnahmezustand

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Fans feiern auf dem Borsigplatz

Dortmund - Autokorsos, Hupkonzerte und Böllerschüsse: Nach dem Gewinn der siebten deutschen Meisterschaft herrschte in Dortmund der schwarz-gelbe Ausnahmezustand.

Die komplette Ruhrpottmetropole gab sich nach dem 2:0 ihrer Borussia gegen den 1. FC Nürnberg der Glückseligkeit hin und versank im Jubelmeer.

„Wie ein Sechser im Lotto“, sagte ein BVB-Fan. Ein anderer: „Wie die Weltmeisterschaft.“ Für manch einen Anhänger war der Gewinn der Meisterschaft gar nur mit der Geburt seiner Kinder vergleichbar. Neben aller Euphorie, mischten sich aber auch Töne der Erleichterung in den Jubelchor. „Ich meine, wir haben jetzt neun Jahre gewartet. Und geil. Ich freu mich total“, betonte ein weiterer BVB-Fan.

Schon frühzeitig hatten sich zahlreiche Anhänger auf ein rauschendes Fest eingestimmt. Vom Bahnhof bis zum Stadion ertönte bereits seit den Mittagsstunden am Samstag vielkehlig der Ruf: „Und schon wieder eine Schale BVB!“ Die meisten hatten sich schon auf der Anreise dem Anlass entsprechend in Fankluft geschmissen und sich selbstgemachte Meister-T-Shirt übergestreift.

Nach Abpfiff fiel auch von den Skeptikern die Spannung ab, und sie stimmten in den Chor der Feiernden ein. Da war in der Innenstadt die große Sause bereits im Gang. Autokorsos und eine jubelnde Meute verstopften die Straßen, Biergärten und Kneipen platzen aus allen Nähten. Die Wirte konnten sich über einen großen Zahltag freuen.

Autokorsos, Bierduschen & ein kahler Großkreutz: Dortmund feiert Meistertitel

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Jeder schien den BVB an diesem Tag in seinem Herzen zu tragen. Kaum jemand, der nicht in den schwarz-gelben Farben des BVB gekleidet war oder eine Fahne schwenkte. Das Stimmungshoch erstreckte sich auch auf die Tierwelt. Selbst Hunde wurden in Schwarz-Gelb gekleidet. Etliche eingefleischte Dortmunder hatten ihr Eigenheim bereits in den Klubfarben gestrichen, in den Bäckereien wurden Leckereien in Form der Meisterschale verkauft.

Neben aller Freude, durfte natürlich ein Seitenhieb auf den Erzrivalen Schalke 04 nicht fehlen. „Wo sind die überhaupt? Ich glaub' irgendwo ganz unten. Super!“, sagte ein BVB-Fan schelmisch grinsend. Lobgesänge gab es dagegen in Richtung des 1. FC Köln. Der Erfolg des FC im Derby gegen Bayer Leverkusen (2:0) hatte Dortmunds Meisterfeierlichkeiten bei noch zwei ausstehenden Spieltagen erst möglich gemacht.

Als sich die Meister-Party in der westfälischen Metropole dem Ende zuneigte, zog auch die Polizei eine zufriedenstellende Bilanz. Laut offiziellen Angaben feierten die über 100.000 euphorischen Fans in der gesamten Stadt friedlich und ohne besondere Zwischenfälle bis in die frühen Morgenstunden.

Nur ganz vereinzelt sei es zu alkoholbedingten Auseinandersetzungen gekommen, so ein Polizeisprecher auf SID-Anfrage. Damit scheint der Boden für die nächste Feierstunde bereitet zu sein: In zwei Wochen steigt nach dem 34. und letzten Bundesligaspieltag die offizielle Meisterfeier.

sid

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