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Schiri Wagner: Würde das Tor heute geben

Lutz Wagner.

Kassel. Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner (Kriftel) hat es am Sonntagmittag bedauert, den Treffer des Berliner Theofanis Gekas im Spiel zwischen Hertha und Dortmund am Samstag nicht anerkannt zu haben.

Wir treffen Schiedsrichter Lutz Wagner (46) aus dem südhessischen Kriftel am Sonntagmittag in aufgeräumter Stimmung an. Einmal nur klingelt das Telefon bei ihm zuhause, schon hebt er ab. Völlig anders als am Samstagabend, als er sich nach der von ihm geleiteten Bundesligabegegnung zwischen Hertha und Dortmund weigerte, mit der Presse beziehungsweise dem Fernsehen zu sprechen. Es geht um ein Tor, besser gesagt: um ein von ihm nicht gegebenen Treffer der Berliner 15 Minuten vor Schluss. Seine überraschende Erkenntnis, rund 18 Stunden nach dem Spiel: „Ich würde heute anders entscheiden, das Tor also anerkennen.“ Am Vortag habe er sich anders entschieden, auch, weil sein Assistent Bastian Dankert aus Rostock eine aktive Abseitsstellung Gekas’ erkannt haben wollte.

Die besten Bilder des 28. Spieltags

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VfL Bochum - Eintracht Frankfurt: Das Freitagabend-Spiel ... © Getty
... die abstiegsgefährdeten Bochumer hatten den bessern Start ins Spiel und gingen durch Holtby in Führung ... © Getty
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Werder Bremen - 1. FC Nürnberg: Im Weserstadion ist in diesen Tagen immer etwas geboten. © Getty
Erst das 4:4 gegen Valencia, dann das 3:2 gegen Bochum - und auch gegen den 1. FC Nürnberg ging es munter los. © Getty
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Und für Club-Trainer Dieter Hecking gab's beim 2:4 nichts zu holen. © Getty
FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg: Der Mainzer Bruchweg - eine schier uneinnehmbare Festung in dieser Saison. © Getty
Der Aufsteiger aus der Rheinpfalz ist unglaublich heimstark. © Getty
Doch gegen Edin Dzeko war am 28. Spieltag kein Kraut gewachsen. © Getty
Der Bosnier bezwang FSV-Keeper Heinz Müller in der Schlussphase zwei Mal. © Getty
Wolfsburg rehabilitierte sich für das 1:5 aus der Vorwoche gegen Hertha BSC. © Getty
FC Bayern München - VfB Stuttgart: Die Bayern gingen nach einer guten halben Stunde durch Olic in Führung. © Getty
Doch die Müdigkeit aus dem DFB-Pokalspiel gegen Schalke war den Münchnern irgendwie anzumerken. Träsch sorgte noch vor der Pause für den Ausgleich. © Getty
Und fünf Minuten nach der Halbzeit erzielte Marica gar das entscheidende 2:1 für die Schwaben. © Getty
Die Bayern kassierten ihre zweite Bundesliga-Pleite in Folge. © Getty
Dagegen jubelten die Stuttgarter: Sie sind das beste Team der Rückrunde. © Getty
Hannover 96 - 1. FC Köln: Bei den Domstädtern hatte Dusko Tosic seinen Sahnetag. © Getty
Die Leihgabe von Manchester United traf beim 4:1-Sieg in Hannover gleich doppelt und schockte nicht nur 96-Trainer Mirko Slomka. © Getty
FC-Keeper Mondragon freute sich ebenso ... © Getty
... wie seine Kollegen. © Getty
Bei Hannover sah zu allem Überfluss auch noch Hanno Balitsch die Gelb-Rote Karte. © Getty
Hertha BSC - Borussia Dortmund: Die Berliner waren auf der Suche nach dem ersten Heimsieg seit dem 1. Spieltag ... © Getty
... doch auch gegen den BVB sollte dieser nicht gelingen. © Getty
Hertha konnte den 5:1-Sieg aus der Vorwoche beim VfL Wolfsburg nicht vergolden. © Getty
Und dann wurde Tabellenletzten zehn Minuten vor Schluss auch noch ... © Getty
... ein regulärer Treffer durch Gekas wegen vermeintlichen Abseits abgepfiffen. Bitter. © Getty
Bayer Leverkusen - FC Schalke 04: Das Spitzenspiel in der BayArena war gleichzeitig das Duell der beiden Nationalkeeper Rene Adler ... © Getty
... und Manuel Neuer. Beide zeigten eine gute Leistung, den Unterschied an diesem Abend machte ... © Getty
... Schalke-Stürmer Kevin Kuranyi, der eine tolle Schalker Leistung mit zwei Treffern krönte. © Getty
Schalke sprang damit an die Tabellenspitze und hat nun zwei Punkte Vorsprung vor dem FC Bayern. © Getty
Bayer Leverkusen liegt nach zuletzt drei Niederlagen aus vier Spielen bereits fünf Punkte zurück. © Getty
1899 Hoffenheim - SC Freiburg: Das badische Duell in Sinsheim ... © Getty
... verlief lange Zeit ausgeglichen. © Getty
Am Ende teilten sich beide Teams beim 1:1 die Punkte. © Getty
Die Hoffenheim-Fans schienen darüber nicht unzufrieden. © Getty
Wohl aber die Spieler. So richtig viel will dem Überraschungsteam der Vorsaison in dieser Runde nicht gelingen. © Getty
Borussia Mönchengladbach - Hamburger SV. © Getty
HSV-Stürmer Ruud van Nistelrooy spielte glücklos. © Getty
Genauso wie sein Sturmkollege Mladen Petric. © Getty
Dementsprechend hielt Gladbach-Keeper Logan Bailly seinen Kasten sauber. © Getty
Und Gladbach gewann mit 1:0. © Getty

Was genau war passiert: Es geht um einen Treffer der Berliner 15 Minuten vor Schluss beim Stand von 0:0. Der Herthaner Theofanis Gekas hatte – im Abseits stehend – eine vom Dortmunder Santana für seinen Torwart gedachten Rückpass in der Luft mit dem Kopf erwischt und ins Netz gedrückt. Tor, jubelten die Berliner. Doch Wagner und Dankert vermasselten ihnen die Freude. Es folgten viel Aufregung, Proteste, Pfiffe. Und als das Spiel mit 0:0 endete, begab sich das Schiri-Team auf Tauchstation. Gestern, nachdem sich Wagner die Szene mehrere Male vor dem Bildschirm angesehen hatte, kam er zu einem anderen Ergebnis. „Okay. Alles ist sehr kompliziert. Ich glaube aber inzwischen, dass das Tor korrekt erzielt war.“ Dass also der Dortmunder Santana durch seinen gezielten Kopfballrückpass eine neue Spielsituation eröffnete, die der zuvor im passiven Abseits stehende Gekas zum Tor genutzt habe. Zugegeben, alles ist äußerst verworren. Passives Abseits, das durch eine neue Spielsituation aufgehoben wird. Aktives Abseits. Schwer, da noch durchzublicken, zumal alles letztlich eine Interpretationssache ist. Wagner sagte gestern weiter, dass es unter den Schiedsrichtern des DFB eine Übereinstimmung gibt, diese Regel großzügig zu handhaben. Sein Pfiff am Samstag sei insofern kontraproduktiv gewesen. Richtig ärgern mag er sich aber nicht. Denn: „Ich habe keinen klassischen Fehler gemacht.“

Entscheidungshilfen

PASSIVES ABSEITS liegt vor, wenn ein angreifender Spieler im Abseits steht, aber nicht aktiv ins Spielgeschehen eingreift, wenn er keinen behindert, der Ball auf der anderen Seite gespielt wird, wenn er deutlich zurückläuft und zu erkennen gibt, nicht den Ball haben zu wollen. Diese Situation soll (sollte) nicht abgepfiffen werden. Dies gilt auch dann, wenn - wie im Fall am Samstag in Berlin - der im passiven Abseits stehende (hier: Gekas) - von einem Gegenspieler (hier: Santana) in einer kontrollierten Aktion angespielt wird. Man spricht hier von einer neuen Spielsituation.

AKTIVES ABSEITS liegt dann vor, wenn der im Abseits stehende Akteur von einem Mitspieler direkt angespielt wird oder wenn er durch seine Bewegungen die die Abwehrspieler und den Torwart irritiert.

Von Uli Brehme

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