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"Schalk kaputt" - Auf 04 wartet "Schweinearbeit"

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Möglicherweise bestreitet Raúl am Mittwoch sein letztes Champions-League-Spiel.

Manchester - Als die Spieler des FC Schalke 04 am Dienstag in Manchester landeten, mussten sie sich erst einmal dem Hohn und Spott einiger ManU-Fans aussetzen. Dennoch besteht Hoffnung bei den "Knappen".

Bei der Ankunft in Manchester erfuhren die Schalker, dass sie vor einem Ding der Unmöglichkeit stehen. Als sie das Flugzeug aus Düsseldorf verlassen hatten, machten ihnen einige Flughafen-Mitarbeiter mit herablassenden Bemerkungen und höhnischen Lachen deutlich, dass vielleicht andere, aber doch nicht diese blauen Gäste ihren Lieblingsklub Manchester United auf dem Weg ins Finale der Champions League am 28. Mai in Wembley stoppen können. “Schalk“, wie die Engländer den Klubnamen aussprechen, wäre “kaputt“, rief ein Gepäckträger im roten United-Trikot. Für die Engländer besitzt das Halbfinal-Rückspiel (Mittwoch, 20.45 Uhr) in Old Trafford nach dem 2:0 in Gelsenkirchen vor einer Woche nur noch den Charakter eines Pflichtfreundschaftsspiels.

Doch ganz aufgegeben haben sich die Schalker noch nicht. Die Binsenweisheiten vermitteln ein wenig Mut: Jedes Fußballspiel fängt bei 0:0 an, zwei Tore können zuweilen in einer Minute aufgeholt sein, Manchester hat das 1999 Bayern München schmerzlich vor Augen geführt. “Natürlich muss sehr viel zusammen kommen, damit uns ein Wunder gelingt. Doch wenn wir nicht dran glauben würden, hätten wir gar nicht mehr nach England fliegen brauchen“, sagte Alexander Baumjohann.

Schalke hat noch Hoffnung

Die Stimmung beim Bundesliga-Zehnten ist im Keller, nachdem er im Anschluss an das sensationelle Gesamtergebnis von 7:3 bei zwei Siegen gegen den Cup-Verteidiger Inter Mailand zweimal böse unter die Räder gekommen ist. Beim 0:2 im Hinspiel gegen Manchester verdeckte nur die Paraden des großartigen Manuel Neuer im Tor, dass ein Zweiklassen-Unterschied zwischen den beiden Teams bestand. Am Samstag ließen sich die Westfalen dann vom FC Bayern mit 1:4 überrollen. Es geht im Prinzip nur noch um einen ordentlichen Abschied aus der “Königsklasse“.

Doch einen Hauch von einer Chance wittern die Schalker eben noch. Trainer Ralf Rangnick heckte am Dienstag beim Abschlusstraining eine Taktik aus, von der er sich doch noch Erfolg verspricht, und nahm bewusst die Underdog-Haltung an: “Mit uns rechnet doch keiner mehr“, lautet seit Tagen der Standardsatz des Coachs. 15:85 stehen die Chancen, wenn man die Quoten der Buchmacher auswertet. Rangnick darf die Resthoffnung auch gar nicht sterben lassen. In der Bundesliga hängt die Mannschaft zwischen Baum und Borke. Aber er muss das Team auf Spannung halten. Dem Endspiel in der Chamions League folgt am 21. Mai der Saison-Höhepunkt: Im DFB-Pokal-Finale in Berlin gegen den MSV Duisburg.

“Wir müssen Schweinearbeit verrichten.“ Hübsch anschaulich beschrieb Christoph Metzelder die Aufgabe. Es geht darum, alles zu geben und anständig zu verlieren. Die Perspektive, die größte denkbare Sensation doch noch zu schaffen, liegt vielleicht in der arroganten Haltung des Gegners. Denn Manchester United beschäftigt sich ganz mit anderen Problemen. Das Finale, die Neuauflage von 2009 gegen Barcelona, ist fix eingeplant. Dass es in London stattfindet, während Arsenal und Chelsea zuschauen müssen, macht die Sache noch schöner. Schalke soll quasi nebenbei weggeräumt werden. Die Red Devils sind in der laufenden Saison zu Hause in allen Wettbewerben noch ungeschlagen. Was soll also noch passieren? Alles richtet sich beim 16-maligen Meister auf den Showdown im Titelkampf. Am Sonntag kommt es zum “Spiel der Spiele“, das fast ein echtes Finale ist. Am vorletzten Spieltag der Premier League geht es um die Tabellenführung, wenn mit Chelsea der Tabellenzweite und Titelverteidiger kommt.

ManU wird rotieren

Die Londoner sitzen United seit Sonntag wieder im Nacken, weil Fergusons Teams nach dem Sieg auf Schalke mit 0:1 bei Arsenal verlor. Auf drei Punkte ist ManUniteds Vorsprung inzwischen geschmolzen. Um einige Stars wie Rooney und Hernandez nach einer langen Saison für den Showdown gegen Chelsea zu schonen, will Ferguson rotieren. Das muss die Hoffnungen der Schalker nicht vergrößern. Die Alternativen von United, die aus der zweiten Reihe in die Startelf rücken können, sind hochklassig und heißen zum Beispiel Dimitar Berbatov.

Schalke rechnet wieder mit dem zuletzt wegen einer Muskelverletzung fehlenden Benedikt Höwedes. Der hatte im Halbfinale gegen Inter überragend gespielt und sich nachhaltig für Joachim Löw empfohlen, der seinen Namen für die Nationalelf schon oft genannt hat, aber bisher doch immer andere Innenverteidiger vorzog. Höwedes könnte zudem durchaus der nächste Schalker sein, den es nach Neuer zum FC Bayern zieht. Doch auf der Einnahmenseite wird der hoch verschuldete Klub eine absolute Rekordsaison verzeichnen. Damit sollen Topspieler gehalten werden. Denn die Westfalen haben durch die Champions League große Kasse machen können. Weil Bremen früh scheiterte und für München im Viertelfinale schon Schluss war, fließt an die Königsblauen ein höherer Anteil aus dem deutschen TV-Pool der UEFA. Nächstes Jahr muss Schalke sich dann wohl wieder durch die weniger lukrative Europa League quälen. Sie ist ein oft undankbares Geschäft, aber besser als nichts. Dafür muss allerdings der Zweitligist Duisburg besiegt werden am 21. Mai. Dann ist Schalke etwa so hoher Favorit wie Manchester im Halbfinal-Rückspiel.

dapd

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