Niederlage gegen BVB: Stuttgarts Fehlstart perfekt

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Stuttgarts Cacau (links) schaut entsetzt. Dortmunder Spieler jubeln über das 1:0.

Stuttgart - Die Sorgen des VfB Stuttgart werden immer größer. Nach der Niederlage gegen Borussia Dortmund finden sich die Schwaben am Tabellenende der Bundesliga wieder. Der BVB darf indes aufatmen.

Der Fehlstart des VfB Stuttgart in die Saison der Fußball-Bundesliga ist perfekt. Dagegen hat sich Borussia Dortmund eindrucksvoll zurückgemeldet. Bei den über weite Strecken erschreckend schwachen Schwaben kamen die abgeklärt und souverän spielenden Westfalen am Sonntag beinahe im Schongang zu einem 3:1 (3:0).

Von dem Schock des frühen Eigentors von Khalid Boulahrouz (5.), der eine Flanke von BVB-Verteidiger Marcel Schmelzer (5.) abfälschte, konnten sich die Gastgeber lange nicht erholen. Begünstigt durch weitere unglaubliche Patzer der desolaten VfB-Deckung sorgten Lucas Barrios (26.) und der erst 18-jährige Mario Götze (37.) mit dem ersten Bundesliga-Treffer seiner Karriere schon vor der Pause für die Entscheidung.

“Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt. Die Toren waren klasse gemacht. Das war geiler Fußball“, lobte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. “Das war heute ganz wichtig nach unserem Fehlstart am vergangenen Wochenende. Hier in Stuttgart zu gewinnen, das ist ein Brett.“ Auch der Gegentreffer von Nationalspieler Cacau (69.) vor 40 500 Zuschauern konnte ihm die gute Laune nicht verderben.

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Cacau selbst ärgerte sich über die Vorstellung seines Teams. “Nicht nur mein Tor kam zu spät, sondern auch unser Kampfgeist“, ärgerte sich der Kapitän. “Wir haben gute Qualitäten in der Mannschaft. So wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, darf das nicht passieren. Die Einstellung, die wir in der zweiten Halbzeit hatten, hätten wir von Beginn an zeigen müssen.“

Während die Westfalen durch den Erfolg ihre Niederlage zum Auftakt gegen Leverkusen (0:2) wettmachten und erst einmal Achter sind, findet sich das Team von Trainer Christian Gross nach dem Duell der Europa-League-Teilnehmer ohne Punkt am Tabellenende wieder. Erstmals kassierten die Schwaben in ihrer Bundesliga-Zugehörigkeit zum Saisonbeginn zwei Niederlagen hintereinander. Der Bedarf an Verstärkungen ist größer denn je.

Kein Selbstvertrauen, Verunsicherung überall: Nahtlos knüpfte die VfB-Mannschaft an die schwachen Leistungen im DFB-Pokal, der Europa League und zum Bundesliga-Start beim FSV Mainz 05 (0:2) an. Auch das Saisondebüt des Nationalspielers Serdar Tasci gab der Deckung keine Sicherheit. Wie schon beim glücklichen 2:2 gegen Slovan Bratislava am Donnerstag in der Europa League war die Abwehr löchriger als die Baustelle in der Mercedes-Benz-Arena. Im Mittelfeld mühten sich Christian Gentner und Christian Träsch um Linie. Doch es blieb nur beim Bemühen.

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Ganz anders die Dortmunder. Von den Reisestrapazen nach ihrem erfolgreichen Europa-League-Qualifikationsspiel am Donnerstag bei Qarabag Agdam in Aserbaidschan war bei den Westfalen nichts zu spüren. Nuri Sahin und der Japaner Shinji Kagawa wirbelten im BVB- Mittelfeld, Stürmer Barrios beschäftigte beinahe die VfB-Abwehr fast allein. Die Dortmunder Deckung geriet indes bis zur Pause kaum ins Schwitzen.

VfB-Coach Gross reagierte, brachte Martin Harnik für den grippegeschwächten Ciprian Marica und Daniel Didavi für den unglücklichen Georg Niedermeier, der zwei der drei Gegentreffer verschuldet hatte. Die Maßnahme brachte zunächst wenig. VfB-Torwart Sven Ulreich verhinderte gekonnt das mögliche 0:4 gegen Barrios (51.).

Erst als Cacau (63.) BVB-Keeper Roman Weidenfeller mit einem 18- Meter-Schuss prüfte, schienen die Gastgeber aufzuwachen. Die Dortmunder verloren kurzzeitig ihre Linie. Die Folge: Cacaus erster Saisontreffer. Doch der BVB überstand die Drangphase und konnte es sich sogar leisten, einige Konterchancen auszulassen.

Von Elmar Dreher

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