Netzer: Holen bis 2014 einen Europacuptitel

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Günter Netzer

Berlin - Nach Schalkes Halbfinal-Aus wartet der deutsche Fußball schon seit zehn Jahren auf einen Europacupsieg. Für Günter Netzer hat die lange Durststrecke aber bald ein Ende.

“Wir holen spätestens 2014 einen Titel mit der Nationalmannschaft, und wir haben innerhalb dieser Zeit auch wieder einen Europacupsieger“, sagte der ehemalige Nationalspieler dem Fußball-Fachmagazin “Kicker“.


"Ein Rätsel, wie Schalke so weit kommen konnte": Die Pressestimmen

Die englischen Medien sind mit Fußball-Bundesligist Schalke 04 nach dem schwachen Auftritt im Halbfinal-Rückspiel der Champions League bei Manchester United (1: 4) hart ins Gericht gegangen. © Getty
„Nach den beiden schlimmen Auftritten gegen ManU ist es eines der großen Rätsel des Fußballs, wie Schalke so weit kommen konnte, geschweige denn, wie Inter Mailand gegen Schalke im Viertelfinale sieben Tore bekommen konnte“, schrieb die Daily Mail. © Getty
Auch der Daily Mirror geißelte die enttäuschende Leistung der Königsblauen gegen Manchesters zweite Garnitur: „Man stelle sich nur vor, was Manchesters erste Elf mit Schalke gemacht hätte.“ - Pressestimmen aus England und Spanien zum Halbfinal-Rückspiel der Champions League zwischen Manchester United und Schalke 04 im Einzelnen: © Getty
ENGLAND: Daily Mail: „Ferguson veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum Hinspiel auf neun Positionen, aber bot immer noch ein Team auf, das einer bizarr durchschnittlichen Schalker Mannschaft niemals eine Chance ließ. Nach den beiden schlimmen Auftritten gegen ManU ist es eines der großen Rätsel des Fußballs, wie Schalke so weit kommen konnte, geschweige denn, wie Inter Mailand gegen Schalke im Viertelfinale sieben Tore bekommen konnte.“ © Getty
Daily Mirror: „Man stelle sich nur vor, was Manchesters erste Elf mit Schalke gemacht hätte. Es gab keine Spannung, niemals, und - um die Wahrheit zu sagen - nicht einen einzigen Moment des Zweifels an Uniteds Erfolg.“ © Getty
Daily Star: „Neuer wirkte besonders beim zweiten Tor für Manchester wie ein ganz anderer Torwart als der beeindruckende Schlussmann der Schalker im Hinspiel.“ © Getty
SPANIEN: Marca: „Spaziergang von Manu bei Rauls Abschied aus der Champions League. Schalke hat trotz der Qualitätsunterschiede alles versucht. Die Deutschen waren trotzdem die große Überraschung im Halbfinale.“ © Getty
AS: „Manchester United bekräftigte mit dem 4:1-Sieg seinen Einzug ins Finale. Schalke stand auf verlorenem Posten, obwohl es auf ein mutiges 4-3-3-System gesetzt hatte.“ © Getty
El Mundo Deportivo: „Manchester gab Rauls Schalke keine Chance. Rangnick setzte auf der vergeblichen Suche nach dem Wunder auf seine drei Spanier. Er vertraute auf der linken Seite dem Tempo von Escudero, den Spielmacherqualitäten von Jurado und der Fantasie von Raul.“ © Getty
El Pais: „Manchester United gewinnt immer. Es interessiert nicht die Methode, sondern das Resultat. Schalke hielt das Duell offen. Viel Qualität brachte Escudero auf der linken Seite und die effiziente Ballführung des Bubis Draxler.“ © Getty
ITALIEN: La Gazzetta dello Sport: “Was für eine Show, ManU überrollt und zerstört Schalke. Super-United steht zum dritten Mal in vier Jahren im Finale. Das Endspiel Manchester gegen Barcelona ist das Beste, was der Fußball zu bieten hat.“ © AP
Tuttosport: “Manchester stürmt ins Finale gegen Barcelona. Schalke wurde einfach überrollt.“ © AP
Corriere dello Sport: “Jetzt kommt das große Finale: Manchester gegen Barcelona. Die Red Devils ließen Schalke keine Chance. Manchesters Triumph war nie in Gefahr.“ © AP
Il Tirreno: “Der Kannibale Manchester überrollt Schalke und wartet jetzt auf Barcelona.“ © AP

Für Netzer ist die titellose Zeit ein Beleg dafür, “dass sich durch die Geldverteilung und das Mäzenatentum in Ländern wie Spanien, Italien und England ein Ungleichgewicht entwickelt hat“. Aufgrund der höheren Einnahmen aus Fernsehrechten und spendablen Geldgebern hätten die Vereine nach Belieben Spieler eingekauft und laut Netzer so “die Fußball-Welt“ beherrscht.


Durch das von der UEFA eingeleitete Financial Fair Play werde es nun aber eine Korrektur geben. “Deutschland, wo es diese Kontrolle ja schon gibt, wird davon profitieren.“ Gleichzeitig sprach sich der 66-Jährige für den Erhalt der sogenannten 50-plus-1-Regel aus, die die Mehrheitsübernahme eines deutschen Vereins durch einen Geldgeber verhindert.

dpa

Zehn Günter-Netzer-Geschichten, die Sie noch nicht kennen!

1. TV-Start: War eine Katastrophe. 1988 stieg er in der neuen Bundesliga-Show „Anpfiff“ von „RTL plus“ als Experte ein – neben Pudel-Moderator Ulli Potofski und der Sex-Sachverständigen Erika Berger. Die Auftritte waren ein Desaster, alles spottete über den zappeligen Netzer. Der Experte und die Sexpertin mussten gehen. © dpa
2. ARD-Einstieg: In den Neunzigern glänzte Netzer (nach lustloser Kurz-Karriere als Schalke-Berater) als Experte im Schweizer Fernsehen SF. Und weil sich die „Nati“ nicht für die WM 1998 qualifizierte, griff die ARD zu. Seine Bedingung: „Nur mit Delling!“ Waldi Hartmann war sauer („Er hat mich gemobbt“), verzieh Netzer aber schnell: „Ich wollte eh nicht sein Hacki Wimmer sein.“ © dpa
3. Käse und Scheißdreck: In Rudi Völlers Island-Wutrede 2003 spielte Netzer eine führende Rolle: „Was hat denn der Günter früher für einen Scheiß gespielt?“ „Netzing“ sahen alles auf dem Bildschirm, Netzer erinnert sich: „Ich habe Dellings Arm genommen und nur gesagt: Ruhig, ruhig!“ Stinksauer auf „Tante Käthe“ war er trotzdem, schimpfte hinter den Kulissen: „Was glaubt dieser Völler eigentlich?“ © dpa
4. Freundschaft: Delling und Netzer bezeichnen sich als Freunde, Netzer war bei Dellings zweiter Hochzeit mit NDR-Journalistin Isabelle Wagner sogar Trauzeuge. Trotzdem gehen die beiden privat ähnlich rau miteinander um wie im Fernsehen. Netzer in der WELT: „Wir leben das aus, auch in unserem Privatleben.“ © dpa
5. Siezgelegenheit: Trotz aller Freundschaft – die beiden siezen sich auch privat. Delling: „Im Grunde erleichtert das sogar die Arbeit vor der Kamera. Wir müssen uns nicht verstellen.“ Und dabei soll es bleiben. Viele hoffen, dass Netzer seinem Delling heute Abend endlich das Du anbietet – doch der Schweizer Website tagesanzeiger.ch verriet er bereits: „Die Chance, dass ich Delling das Du anbiete, ist gleich null.“ Abschiedsgeschenke soll es auch keine geben: „Ich habe intensivst die ARD aufgefordert, dass nichts stattfinden darf. Mir wäre das äußerst peinlich. Ich kann so etwas nicht ertragen.“ © dpa
6. Krisen: Gekriselt hat es immer wieder bei Netzings – am schlimmsten, als die beiden bei der WM 2006 wegen Heribert Faßbenders Fehlplanung im Kölner Studio in Isolationshaft gehalten wurden, während Kerner und Klopp im Sony-Center in Berlin Party feierten. Das ARD-Duo sah nur das Finale live im Stadion, die Redakteure mussten Eheberater spielen, Netzer wollte die Brocken hinschmeißen. © dpa
7. Ferraris: Gerade wurde ausgerechnet, dass der Ferrari-Liebhaber mit seiner Schweizer TV-Rechteagentur Infront die beiden letzten Weltmeisterschaften für einen Gesamtwert von etwa 120 000 Ferraris vermarktet hat. Um die Zukunft von Geschäftsmann Netzer muss sich niemand Sorgen machen: „Jedem kann ich versichern, dass ich nicht in ein tiefes Loch falle oder mein Leben nicht mehr bewältigt kriege.“ © dpa
8. Vorbereitung: War nie ein Thema für Netzer vor Länderspielen: „Ich mache so gut wie nichts. Delling ist derjenige, der alles machen muss. Denn ich bin ja zudem noch gern faul.“ © dpa
9. Lachen: Lehnt Netzer im Fernsehen ab. O-Ton in der WELT: „Ich habe schon genug damit zu tun, Dellings verschachtelten Sätzen zu folgen. Einer hat mal zu mir gesagt: Dein Fernseherfolg ist mir unbegreiflich. Du sitzt mit einer Steinbeißerfresse da und die Leute mögen dich auch noch. Er hat hundertprozentig Recht.“ © dpa
10. Sprüche: Ihre Wortduelle sind legendär – die besten gibt’s im Internet unter netzer-delling.beeplog.de. Zum Beispiel diesen. Netzer: „Ich sag ja, Sie hören mir nie zu!“ Delling: „In Ihrem Alter merken Sie doch gar nicht mehr, ob jemand Ihnen zuhört.“ © dpa

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