1860 Rosenheim heute, 19 Uhr, gegen Ismaning

Der Meister als Lieblingsgegner?

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Michael Kokocinski und der TSV 1860 Rosenheim starten als Spitzenreiter in die Rückrunde der Bayernliga. 

Rosenheim - Der TSV 1860 Rosenheim geht als Favorit in die Partie gegen den kriselnden Meister Ismaning. Bis auf den Verletzten Masberg kann Trainer Schmidt aus dem Vollen schöpfen.

Kaum eine Mannschaft in der Fußball-Bayernliga kennt Marco Schmidt so genau wie den FC Ismaning. Es ist schließlich schon das vierte Aufeinandertreffen in diesem Kalenderjahr, wenn der Meister am heutigen Freitag (19 Uhr) beim Herbstmeister TSV 1860 Rosenheim antritt. "Dass Ismaning viel Qualität hat, das wissen wir", sagt also der Sechziger-Coach. Und dass der zuletzt kriselnde Top-Favorit seit zwei Wochen wieder in Tritt gekommen ist, freut Schmidt: "Das wird nun bestimmt ein interessantes Duell."

Sein Ismaninger Kollege Frank Schmöller sieht es so: "Wir haben gegen die aktuell beste Mannschaft der Bayernliga einiges gutzumachen." Ein viertes Mal in einem Jahr gegen den gleichen Gegner zu verlieren, das will Schmöller tunlichst vermeiden. 0:1 im April, 1:2 dann zum Saisonstart Ende Juli, 1:2 im September im Pokal, das schmerzt. Und Schmöller betrachtet diese Negativserie als zusätzliche Motivation für seine Truppe, die er seit dem mit 4:1 gewonnenen Derby gegen Heimstetten im Aufwind sieht: "Der Patient befindet sich auf dem Weg der Besserung." Vor allem der "souveräne Auftritt" beim 2:0 letzten Samstag in Würzburg macht ihm Mut. Und nun sieht er die Chance vor allem darin, "dass wir in Rosenheim sicher kein Favorit sind".

Diese Rolle gebührt, trotz der zuletzt vier sieglosen Spiele, dem frisch gebackenen Herbstmeister. Und Marco Schmidt nimmt die Rolle an: "Wir sind optimistisch, schließlich haben wir den Nimbus zu verteidigen, zu Hause noch unbesiegt zu sein." Was ihn allerdings schmerzt, ist der Ausfall von Thomas Masberg. Der Torjäger, der zuletzt recht erfolgreich den Joker spielte, hat sich mit einer schweren Muskelverletzung bereits in die Winterpause verabschiedet. Ansonsten aber kann Schmidt aus dem Vollen schöpfen, auch der Langzeitverletzte Michael Pointvogel ist wieder ins Training eingestiegen.

Vor allem muss sich Schmidt überlegen, wie er Ismanings Sturmführer Mijo Stijepic "aus dem Spiel nehmen" kann. "Mit einem kompakten Mittelfeld müssen wir verhindern, dass Stijepic in Szene gesetzt wird." Damit ließe sich schon viel gewinnen gegen die Ismaninger, doch Schmidt warnt auch vor den Freistößen von Uli Fries: "Der hat einen ganz starken linken Fuß." Zwar fällt bei Ismaning mit Florian Wolf der erfolgreichste Torschütze aus, dafür aber ist Andreas Fischer offensichtlich endlich angekommen. Jedenfalls zeigt sich Schmöller inzwischen recht zufrieden mit seinem Neuzugang, den er vor allem wegen fehlender Fitness lange Zeit hart kritisiert hatte.

Nun hat auch Fischer großen Anteil am Aufschwung des Meisters, der sich nun zumindest in der ersten Tabellenhälfte etablieren möchte. "Natürlich ist die Hinrunde nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten", gibt Schmöller unumwunden zu, doch habe man "die Krisensituation auch als Chance gesehen, um gestärkt daraus hervorzugehen." In Rosenheim soll sich nun zeigen, ob der Aufschwung dauerhaft ist oder doch nur ein Strohfeuer war.

hü / Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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