ManU rotiert - Ist das ein Vorteil für Schalke?

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Sir Alex Ferguson.

London - Nach dem 0:1 gegen Arsenal in London sucht ManUnited-Trainer Alex Ferguson die Schuld wie gewohnt beim Schiedsrichter. Die neue Spannung im Titelrennen kommt Schalke entgegen.

Der Kampf um die englische Fußball-Meisterschaft ist wieder spannend - Nutznießer des neu entflammten Duells zwischen Manchester United und Chelsea könnte der FC Schalke 04 werden. Mit der großen Sonntags-Spitzenpartie gegen den Kontrahenten aus London im Hinterkopf plagen United-Coach Alex Ferguson derzeit andere Sorgen als das Rückspiel im Champions-League-Halbfinale. Deshalb kündigte “Sir“ Alex mit der vermeintlichen Gewissheit aus dem 2:0-Auswärtserfolg bei den Westfalen eine kräftige Personalrotation an und will am Mittwochabend einige Stammspieler für das Titelrennen schonen.

“Wir müssen uns neu sortieren, es wird auf jeden Fall Veränderungen geben“, sagte Ferguson, “Paul Scholes kommt zurück, Dimitar Berbatow, Michael Owen. Frische Spieler“. In der Abwehr wolle er “wahrscheinlich“ nicht auf erfahrene Spieler verzichten, fügte er hinzu. Der Satz verrät, dass der 69-Jährige sich scheinbar nicht allzu große Sorgen um ein königsblaues Wunder im “Old Trafford“ macht. “Wir werden okay sein“, prophezeite der Schotte, obwohl kürzlich ein ähnliches Experiment daneben gegangen war. Im FA-Pokalhalbfinale gegen Manchester City trat United vor drei Wochen auch mit mehreren Reservisten an - und verlor 0:1.

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Nicht ganz so zuversichtlich wirkte Ferguson im Hinblick auf die Chancen in der Meisterschaft. Denn United muss es nach seinem Dafürhalten ja nicht allein mit den wieder erstarkten “Blues“, die drei Spieltage vor Saisonende nur noch drei Punkte zurückliegen, von Carlo Ancelotti aufnehmen. Ferguson witterte - wie so oft - eine Schiedsrichter-Verschwörung gegen sein Team.

Der Unparteiische Chris Foy hatte beim 0:1 gegen Arsenal zwei Minuten vor Schluss im “Emirates“-Stadion ein Foul an Owen im Strafraum übersehen. Im Vereinssender “MUTV“ und bei “Sky“ aktivierte Ferguson daraufhin die bekannten Verdrängungsmechanismen. “Das Spiel ist viel zu wichtig, als dass man solche Entscheidungen nicht bekommt“, sagte er. “Wir aber scheinen in solchen Spielen keine Entscheidungen (für uns) zu bekommen“.

Am Tag zuvor hatte Ferguson Chelseas 2:1-Sieg gegen Tottenham Hotspur im Stadion an der “Stamford Bridge“ beobachtet, bei dem die “Blues“ mit Hilfe von zwei irregulären Toren den Abstand auf sein Team verkürzten. “Sie haben zwei tolle Entscheidungen bekommen, wir bekommen nie eine“, polterte er. “Jetzt hat Chelsea eine großartige Chance“. Am kommenden Sonntag kann Ancelottis Elf mit einem Sieg im “Old Trafford“ die Tabellenspitze übernehmen.

Ob Ferguson, der gerade erst eine Sperre von fünf Spielen wegen Schiedsrichterbeleidigung hinter sich gebracht hatte, tatsächlich an die systematische Benachteiligung des erfolgreichsten und populärsten Klubs auf der Insel glaubt, darf bezweifelt werden. Vielmehr geht es dem Großmeister der Psycho-Spielchen natürlich darum, von den eigenen Schwächen abzulenken. United hatte gegen Arsenal schlichtweg zu wenig getan und nach der offensiven Einwechslung von Antonio Valencia 30 Sekunden vor Aaron Ramseys Tor den Überblick verloren.

Zugleich will Ferguson Druck auf den nächsten Unparteiischen ausüben. Man müsse vor dem Meisterschaftsendspiel gegen Chelsea “Angst haben“, dass die Partie durch einen weiteren Schiedsrichterfehler entschieden würde, sagte er vorauseilend.

dpa

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