Liga-Chef contra DFB-Präsident

Rauball und Niersbach uneins über Anti-Doping-Gesetz

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Liga-Chef Reinhard Rauball (l.) und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Hamburg - Liga-Präsident Reinhard Rauball hat sich für ein Anti-Doping-Gesetz stark gemacht, DFB-Chef Wolfgang Niersbach vertritt dagegen eine andere Meinung.

„Ich bin der Auffassung, dass man jetzt ein Anti-Doping-Gesetz in Angriff nehmen sollte“, sagte der Jurist Rauball der Sport Bild: „Der maßgebliche Grund ist der, dass die Strafverfolgungsbehörden deutlich bessere Beweiserhebungsmöglichkeiten hätten, etwa in Form von Durchsuchungen oder Beschlagnahmungen. Dies kann die Verbandsgerichtsbarkeit nicht leisten.“

Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), formulierte dagegen Bedenken: „Wenn es ein solches Anti-Doping-Gesetz gäbe, würde sich die Frage stellen: Wie schnell kommt man zu einem Urteil? Wir brauchen die Sportgerichtsbarkeit und ihre schnellen Entscheidungen, um den Wettbewerb in Gang zu halten.“

Als Beispiel führte Niersbach das Chaos um das Relegationsrückspiel 2012 zwischen Hertha BSC und Fortuna Düsseldorf an: „Wenn das Spiel vor einem Zivilgericht verhandelt worden wäre, hätten wir unter Umständen noch heute kein verbindliches Urteil. Das würde bei einer positiven Dopingprobe passieren? Müssen wir dann warten, bis die staatlichen Ermittlungen abgeschlossen und alle Instanzen durchlaufen sind?“

Manfred von Richthofen, Ehrenpräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hatte sich im Gegensatz zu DOSB-Präsident Thomas Bach ebenfalls für ein Anti-Doping-Gesetz in Deutschland eingesetzt. Dem ZDF-Magazin „Frontal 21“ sagte der frühere Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), er habe in der Frage des Anti-Doping-Gesetzes seine Meinung geändert. Der Staat verfüge durch rechtsstaatliche Mittel über ganz andere Durchgriffsmöglichkeiten. Die Unabhängigkeit der Sportverbände werde seines Erachtens dadurch nicht angetastet, weil in einem kriminellen Bereich der Staat um Hilfe gebeten werde.

SID

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