Leverkusen plant wohl ohne Patrick Helmes

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Patrick Helmes.

Leverkusen - Patrick Helmes wurde für Jupp Heynckes aus dem Kader verbannt. Der Nationalspieler befindet sich in Leverkusen zunehmend auf dem Abstellgleis.

Die Nationalelf ist das große Ziel, doch bei Bayer Leverkusen reicht es nicht einmal mehr für die Ersatzbank. Die Rede ist von Patrick Helmes, der beim Werksklub zunehmend auf das Abstellgleis geschoben wird. Für das Spitzenspiel gegen Hannover 96 wurde der Stürmer aus dem Kader verbannt. Bereits vor einer Woche gegen Borussia Mönchengladbach (3:1) stand Helmes nicht im Aufgebot, damals wurde als Grund noch eine ominöse Rückenverletzung genannt.

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

In Grenzen hält sich auch der Redebedarf von Helmes. Als sich der Stürmer letztmals geäußert hatte, stand er wenige Tage später zum Rapport bei Sportchef Rudi Völler im Büro. Fehlende Kommunikation mit Heynckes („Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Heynckes redet sowieso nie mit mir“) hatte der 26-Jährige nach dem Spiel gegen Bayern München moniert.

Helmes und Heynckes - das scheint in Leverkusen nicht zu passen. Fehlende Selbstkritik machte Heynckes aus. „Wenn ein Spieler zugehört hat, wenn ich etwas gesagt habe, dann ist er meist auch besser geworden“, hatte der 65 Jahre alte Fußballlehrer bereits vor Wochen gesagt.

Dabei schien Bayer für Helmes der große Karrieresprung zu sein. Nach seinem Wechsel vom 1. FC Köln vor zweieinhalb Jahren erzielte der 13-malige Nationalspieler gleich in seiner ersten Saison 21 Tore. Helmes war die klare Nummer eins im Leverkusener Sturm.

Doch danach ging es rapide bergab. Im Sommer 2009 erlitt Helmes bei einem Freizeitkick einen Kreuzbandriss und fiel ein halbes Jahr aus. Danach langte es nur noch zu zwölf Spielen und zwei Toren. Von der WM-Teilnahme konnte keine Rede mehr sein.

In dieser Saison wollte Helmes eigentlich wieder angreifen, doch kleinere Verletzungen warfen den Stürmer immer wieder zurück. Nebenbei verschoss er im Pokal gegen Gladbach auch noch zwei Elfmeter, wodurch das Ausscheiden besiegelt war. Im internen Stürmer-Ranking ist inzwischen Stefan Kießling gesetzt, Helmes kämpft nur noch mit Eren Derdiyok um die zweite Position.

Dementsprechend hat auch Helmes' Wertschätzung in Leverkusen gelitten. Dass Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bei einem Angebot offen Gesprächsbereitschaft signalisiert hatte, dürfte dem Stürmer kaum gefallen haben. Das hatte sich vor eineinhalb Jahren noch anders angehört. Als der VfB Stuttgart einen Nachfolger für Mario Gomez gesucht hatte und auf Helmes gestoßen war, waren die Schwaben noch auf verschlossene Türen gestoßen.

sid

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