Hecking kontra Dutt: Trainerstreit in Freiburg

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Der Nürnberger Trainer, Dieter Hecking.

Freiburg - Anstatt sich nach dem 1:1 zwischen dem SC Freiburg und dem 1. FC Nürnberg zufrieden zurückzulehnen, lieferten sich die Trainer der beiden Teams bei der Pressekonferenz ein ungewohnt offenes Wortgefecht.

Der SC Freiburg steckte bei dem Spiel den Ausfall von zwölf Spielern weg. Der 1. FC Nürnberg holte einen wichtigen Punkt gegen den Abstieg. Dieter Hecking warf seinem Kollegen Robin Dutt “Respektlosigkeit“ vor, weil der vor dem Spiel stark zugespitzt über die Personalmisere der Freiburger geklagt hatte. “Natürlich kann man darauf hinweisen, dass man viele Verletzte hat“, sagte der Nürnberger Coach. “Ich weise aber weit von mir, dass man wie die Deppen dasteht, wenn man hier nicht gewinnt. So eine Aussage braucht man nicht zu tätigen.“

Auslöser dieses Ärgers waren Dutts Äußerungen vom Donnerstag. “Nürnberg hat den größeren Druck. Wenn Freiburg mit 15 Ausfällen daher kommt, musst du ja fast gewinnen“, hatte der SC-Trainer da gesagt. Am Samstag entschuldigte er sich zwar dafür, konnte die Kritik von Hecking aber nicht nachvollziehen. Seine Aussagen seien “nicht unter der Gürtellinie gemeint“ gewesen, erklärte Dutt. Er wollte den Gegner nur ein wenig verunsichern. “Das waren ein paar Spielchen. Ich wollte den Druck von meiner Mannschaft nehmen.“

Der kleine Disput überlagerte ein wenig, dass sich nach diesem Spiel niemand wirklich beklagen konnte. Die Freiburger hatten auf ihren Torjäger Papiss Demba Cissé (Muskelfaserriss) sowie elf weitere verletzte oder grippekranke Spieler verzichten müssen. Gemessen daran waren das 500. Tor ihrer Bundesliga-Geschichte durch Johannes Flum (32.) und das fünfte Spiel in Serie ohne Niederlage eine ordentliche Ausbeute. “Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft“, sagte Dutt. Verteidiger Oliver Barth wertete das gerechte 1:1 sogar als “Erfolg“.

Auch beim 1. FC Nürnberg war man nach diesem Punktgewinn guter Dinge. Dank Julian Schiebers Traumtor in der 56. Minute holte der “Club“ den 0:1-Rückstand noch auf und vermied wenigstens einen totalen Fehlstart in die Rückrunde. Dazu hat der FCN am Dienstag mit dem Pokalknaller bei Schalke 04 den vorläufigen Höhepunkt seiner Saison vor sich. “Das ist mein erstes Viertelfinale. Das ist ein super Spiel auf Schalke und wir wollen weiterkommen“, sagte Schieber.

Die Nürnberger hatten am Samstag von vornherein unter der größeren Anspannung gestanden - ganz gleich, wer beim Gegner auflief oder nicht. Die vorangegangene Partie gegen Mönchengladbach war mit 0:1 verloren gegangen, die nächsten Gegner in der Fußball-Bundesliga heißen Hamburg und Leverkusen. Von daher sagte Hecking: “Wir sehen uns noch lange nicht als gesichert an. Wir sollten den Druck eher von der Mannschaft nehmen, als ihn zu erhöhen.“

Dass sich sein Team in Freiburg nach schwacher erster Halbzeit enorm steigerte, machte dem 46-Jährigen Mut. “Wir mussten einen Gang höher schalten, um hier etwas mitzunehmen. Das ist uns geglückt“, sagte er. “Insgesamt sind wir auf einem ordentlichen Weg.“

dpa

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