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Geduldsprobe für Ballack - Telefonate mit Löw

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ARCHIV - Bundestrainer Joachim Löw und Spieler Michael Ballack (l) unterhalten sich während des Abschlusstrainings im Millennium Stadion in Cardiff (Archivfoto vom 31.03.2009).

Düsseldorf - Zäh wie Kaugummi zieht sich die Debatte um eine mögliche Rückkehr von Michael Ballack in die Nationalmannschaft. Ex-Kapitän Oliver Kahn sieht die Chancen auf ein Comeback des “Capitanos“ schwinden.

Das Telefon hat schon einige Male geklingelt, doch das große klärende Gespräch steht immer noch aus: Die Zukunft von Michael Ballack in der Fußball-Nationalmannschaft ist noch immer ungewiss. Die Geduldsprobe geht für den DFB-Kapitän im Wartestand auch im Bundesliga-Endspurt mit Bayer Leverkusen weiter. “Wir hatten jetzt zuletzt das eine oder andere Mal telefoniert und vereinbart, mal im April zu sprechen“, berichtete Bundestrainer Joachim Löw nach dem 4:0 gegen Kasachstan von seiner jüngsten Kommunikation mit dem 34 Jahre alten Kapitän.

Ballacks Krankenakte in der Nationalmannschaft seit 2006

Ballacks Krankenakte in der Nationalmannschaft seit 2006

August 2006: Wenige Tage vor der Premiere von Joachim Löw als Bundestrainer verletzt sich Ballack im englischen Supercup-Spiel mit dem FC Chelsea gegen den FC Liverpool an der Hüfte. Ein Einsatz beim Löw-Debüt gegen Schweden (3:0) in Gelsenkirchen ist nicht möglich. © Getty
April 2007 - Februar 2008: Ballack zieht sich im Ligaspiel gegen Newcastle eine Knöchelverletzung zu. Nach einer ersten Operation muss er zunächst die Teilnahme an den Länderspielen gegen San Marino und die Slowakei absagen. Comeback-Pläne scheitern, es folgt eine zweite Operation und eine Auseinandersetzung zwischen dem Spieler, Chelsea, und den DFB-Verantwortlichen um die Behandlung von Ballacks Knöchel. Erst zu Beginn des Jahres 2008 kann Ballack nach fast einem Jahr Länderspiel-Zwangspause wieder im DFB-Trikot auflaufen. © Getty
Juni 2008: Einen Tag vor dem EM-Finale wird publik, dass Ballack wegen einer Wadenverletzung nicht trainieren kann. Löw ging nicht davon aus, dass sein Kapitän gegen Spanien spielen kann. 24 Stunden später steht der Kapitän aber auf dem Rasen, kann die 0:1-Niederlage gegen die Iberer aber nicht verhindern. © Getty
August - September 2008: Im Ligaspiel gegen Portsmouth zieht sich Ballack eine Sehnenverletzung im linken Mittelfuß zu und sagt für das Länderspiel gegen Belgien (2:0) ab. Vier Tage später spielt er gegen Wigan Athletic wieder für Chelsea, doch die Probleme bleiben. Nach einer Untersuchung bei Bayern- und DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt muss er aber auch für die WM-Qualifikation in Liechtenstein und Finnland absagen. © Getty
Oktober - November 2008: Die rechte „Problem-Wade“ macht Ballack nach einem Tritt beim 2:1 gegen Russland erneut zu schaffen. Ballack verpasst zwar das Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Wales, kann jedoch auflaufen. Nach der Partie (1:0) klagt er über Schmerzen in den Füßen. In Augsburg wird ihm im Vorderfuß jeweils ein Neurom (gutartige Knotenbildung) entfernt. Müller-Wohlfahrt ging von 2 Wochen Pause aus. Doch nach dem Streit mit Bundestrainer Löw steht Ballack einen Monat nach seiner OP nicht im Kader für das Länderspiel gegen England. © Getty
Dezember 2008: Trotz einer Platzwunde an der rechten Schläfe hält Ballack mit einem Kopfverband im Ligaspiel bei den Bolton Wanderers bis zum Schluss durch. © Getty
Juli 2009: Ballack erlitt im Vorbereitungsspiel von Chelsea beiden Seattle Sounders einen Bruch des kleinen Zehs und flog aus dem Trainingslager nach England zurück, wo er mit einer Spezialbandage ein individuelles Fitnessprogramm absolviert. Der Einsatz im WM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan drei Wochen später wird zum Wettlauf gegen die Zeit. © Getty
Mai 2010: Ballack wird im FA-Cup-Finale mit dem FC Chelsea gegen Portsmouth von Kevin Boateng gefoult und muss ausgewechselt werden. Eine erste Röntgenuntersuchung ergibt, dass nichts gebrochen ist. Der Knöchel ist stark geschwollen, sodass erst am Montag in München bei Nationalmannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt in München eine Kernspintomographie folgt. Dabei wurde ein Innenbandriss und ein Teilriss der Syndesmose im oberen rechten Sprunggelenk diagnostiziert. Damit ist das WM-Aus perfekt. © Getty
September 2010: Im dritten Bundesliga-Spiel seit seiner Rückkehr zu Bayer Leverkusen verletzte sich Ballack schon wieder. Diagnose: Eine feine Fraktur im Schienbeinkopf des linken Beines - sechs Wochen Pause. Damit verzögert sich das Comeback in der Nationalmannschaft zunächst. © Getty
Im Mai 2011 endet schließlich Ballacks Karriere in der Nationalmannschaft, Bundestrainer Joachim Löw (r.) erklärt, künftig nicht mehr auf den Mittelfeldspieler zu setzen. © getty

Auch der Pflichtsieg gegen die Fußball-Nobodys aus Kasachstan ließ wieder keine Anzeichen für eine sportlich notwendige Rückkehr des jahrelangen Leistungsträgers Ballack erkennen. Doch abschreiben will Löw den 98-maligen Nationalspieler noch nicht. “Ich freue mich, dass er zuletzt den einen oder anderen Einsatz mehr hatte und wieder spielt. Wir werden uns in Ruhe überlegen, was zu tun ist“, sagte Löw. Ursprünglich hatte sich der Bundestrainer in der zweiten Märzhälfte mit Ballack treffen wollen. Ballack hat seit über einem Jahr kein Länderspiel mehr bestritten.

Kapitäns-Vorgänger Oliver Kahn sieht die Zukunft Ballacks im Nationaltrikot grau statt rosig. “Es wird ein bisschen ausgesessen. Das ist für einen Spieler nicht einfach“, beschrieb er seine Sicht der Löw-Taktik. Der Ex-Nationaltorwart fühlt sich an seine Endphase als Nationalspieler erinnert. “Ich habe das ein bisschen auf ähnliche Weise erlebt, im Konkurrenzkampf für die WM 2006“, sagte Kahn als ZDF-Experte.

Der Wettbewerb auf der Ballack-Position ist über die neuen Platzhirsche Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira hinaus groß. “Wenn man sich diese Konkurrenz anschaut, da sind schon einige, die sich auf dieser Position anbieten“, sagte Kahn. Toni Kroos, Sven Bender und Christian Träsch gehören diesmal als Alternativen zum Löw-Kader.

Michael Ballack: Seine Traumhochzeit mit Simone

Foto

Auch das Alter spricht laut Kahn gegen Ballack, der im März 2010 gegen Argentinien (0:1) zuletzt das Nationaltrikot trug und danach durch Verletzungen zunächst die WM und dann den Anschluss verpasste. “Mit 34 ist die Verletzungsanfälligkeit groß. Das sind schon Punkte die nicht dafür sprechen“, sagte Kahn über die Comeback-Aussichten.

Für Löw ist Ballacks Alter sekundär. “Es geht auch darum, welche Leistung er noch imstande ist zu bringen“, sagte der Bundestrainer. An langfristigen Alternativen mangelt es aber nicht. “Wir haben sicher Spieler, die nachdrängen, aber erst in den nächsten Monaten oder nächsten zwei, drei Jahren auf dieses Niveau kommen müssen. Ich freue mich über guten Perspektiven“, sagte Löw.

Von Arne Richter und Jens Mende, dpa

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