Freiburgs Coach fühlt sich benachteiligt

Streich entwickelt Verschwörungstheorien

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Christian Streich sieht seinen SC Freiburg benachteiligt.

Freiburg - Trainer Christian Streich vom SC Freiburg konnte das 1:3 im Derby gegen den VfB Stuttgart nur schwer verkraften. Der Coach lamentierte vor allem über angebliche Benachteiligungen.

Den Espresso eine Stunde nach dem Abpfiff hätte Christian Streich eigentlich nicht gebraucht. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg war nach dem 1:3 (0:2) im baden-württembergischen Derby gegen den VfB Stuttgart auch so schon aufgekratzt genug. „Warum werden wir 90 Minuten lang nicht fair behandelt? Weil wir klein sind? Das sind doch die entscheidenden Fragen“, lamentierte der 48-Jährige fast schon ein wenig weinerlich über die angebliche Benachteiligung seiner Mannschaft.

Das Wort „Schiedsrichter“ nahm Streich zwar nicht in den Mund, dennoch war klar, dass der leicht verzweifelt wirkende Coach bei seinen angedeuteten Verschwörungstheorien Referee Felix Zwayer aus Berlin im Speziellen und die Unparteiischen-Zunft im Allgemeinen ins Visier genommen hatte.

„Wenn sie ein Problem mit mir haben, dann sollen sie es doch an mir auslassen, und nicht an meiner Mannschaft“, sagte Streich, der mit Blick auf das Kellerduell nach der Länderspielpause bei Eintracht Braunschweig schon einmal vorbaute: „Wir können nur den Kampf annehmen und hoffen, dass die Jungs korrekt behandelt werden.“

Großes Verletzungspech

Der Auftritt Streichs nach dem verlorenen Derby war zwar alles andere als souverän, aber irgendwo auch der Situation geschuldet. Die Breisgauer stehen nach dem Ausverkauf im Sommer mit mageren acht Punkten auf dem drittletzten Tabellenplatz, haben noch kein Heimspiel gewonnen und leisten sich in der Europa League einen schwachen Auftritt nach dem nächsten.

Dazu kommt nun auch noch das Verletzungspech. Gegen den VfB fehlten Julian Schuster, Mensur Mujdza, Jonathan Schmid, Vaclav Pilar und Vladimir Darida. Besonders bitter ist die Verletzung Schusters. Der Kapitän musste sich kurz vor der Partie wegen einer „Ermüdungsreaktion im Fuß“ abmelden und fällt wohl sechs Wochen aus. Die Hinrunde ist für den 28-Jährigen gelaufen.

„Was die Mannschaft da wegstecken muss, ist der Wahnsinn. Ich hatte sechs Spieler auf der Ersatzbank, von denen vier angeschlagen waren. Das ist schon brutal“, äußerte der Streich. Dass die Pfeife von Zwayer dann auch noch in drei möglichen Elfmeter-Situationen für den Sport-Club stumm blieb, war für den Trainer zu viel des Guten.

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Streich konnte bei der Pressekonferenz nicht einmal seine offensichtliche Antipathie für seinen Stuttgarter Kollegen Thomas Schneider verbergen. Entgegen den Gepflogenheiten in der Liga, widersprach er Schneider („Unser Sieg war am Ende verdient“) noch auf dem Podium vehement. Laut Streich sei die Niederlage vor 23.700 Zuschauern ungerecht gewesen, seine Team hätte den Sieg, mindestens aber ein Remis verdient gehabt.

Ähnlich sah es der Klubchef nach der dritten Derby-Pleite des Jahres durch die Tore von Timo Werner (10. und 82.) und Vedad Ibisevic (9.). „Ich ziehe den Hut vor der Mannschaft. Wie die Jungs die zwei Gegentore weggesteckt und in der 2. Hälfte gespielt haben - das muss man so erstmal bringen“, sagte Fritz Keller: „Jetzt müssen wir weitermachen und nicht jammern. Braunschweig ist sicher noch kein Endspiel - ein Endspiel gab es zuletzt in Wembley.“

Wesentlich skeptischer als der kämpferische Keller wirkte Mike Hanke, der seinem Präsidenten widersprach. „Alle ausstehenden Spiele in der Hinrunde sind Endspiele für uns“, sagte der Schütze des einzigen Freiburger Tores (78.): „In der Rückrunde müssen wir uns dann neu orientieren und neu aufstellen.“

sid

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