Festgeldkonto platzt fast

Der FCB schwimmt im Geld - Jubel für Hoeneß

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Bayern-Präsident Hoeneß präsentiert voller Stolz die Pokalsammlung des Triple-Siegers

München - Frenetischer Applaus für den angeklagten Präsidenten Uli Hoeneß und Rekordzahlen: Der FC Bayern zeigt bei seiner jährlichen Mitgliederversammlung, dass er mit sich im Reinen ist.

Sportlich ist der FC Bayern München eine Klasse für sich. Weltweit. Und auch finanziell ist der Triple-Sieger nun in eine neue Dimension vorgestoßen. Der Gesamtkonzern, zu dem auch die Arena GmbH gehört, verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/2013 einen Rekordumsatz von 432,8 Millionen Euro sowie einen Gewinn nach Steuern von 14,0 Millionen Euro. Auf dem mittlerweile legendären Festgeldkonto liegen 135 Millionen Euro. Die FC Bayern München AG schwimmt im Geld wie Dagobert Duck - doch der Abend stand im Zeichen eines Mannes, der Probleme mit Geld hat.

Hoeneß kündigte an, er wolle sich nach dem Ende seines Steuerprozesses im kommenden März auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung dem Urteil der Vereinsmitglieder, also die Vertrauensfrage stellen. „Ich möchte Ihnen die Möglichkeit geben zu entscheiden, ob ich noch der richtige Präsident für diesen Verein bin. Wenn ich keine klare Mehrheit bekomme, werde ich mich jedem Votum unterwerfen“, sagte er am Mittwoch auf der ordentlichen Mitgliederversammlung. Rufe nach seinem Rücktritt von außen interessierten ihn nicht, betonte er.

Die Mitgliederversammlung war zu diesem Zeitpunkt längst zu einem Hochamt für Hoeneß geworden. Als der Präsident wenige Minuten vor dem Sitzungsbeginn das Podium im Basketball-Dome als Erster betrat, gab es Standing Ovations und minutenlangen rhythmischen Beifall. „Uli erlebt sicherlich eine schwierige Zeit“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge später in seiner Rede und betonte unter anderem: „Uli ist ohne Übertreibung der Spiritus Rector des FC Bayern.“ Das Volk in der Halle jubelte.

Hoeneß war gerührt, bekam feuchte Augen. Es folgten erneut Standing Ovations, Sprechchöre: „Uli Hoeneß, du bist der beste Mann. ` Rummenigge fügte dann noch hinzu: `Es ist ein Zeichen von Qualität, dass sich der FC Bayern nicht durch Forderungen von außen hat beeinflussen lassen. Ich wünsche Uli Hoeneß, dass die Sache für ihn gut ausgeht.“ Hoeneß war erkennbar gerührt, entgegnete: „Lieber Karl-Heinz, ich bin überwältigt. Aber nicht nur von deiner Rede, sondern auch der Reaktion unserer, meiner Mitglieder.“

Zuvor hatte Rummenigge seine Anmerkungen zur sportliche Bilanz mit den Worten beendet: „Es war ein unglaubliches Jahr. Das ist die beeindruckendste, die schönste Zeit, die wir in 113 Jahren FC Bayern erleben.“ Seine Rede wurde unterbrochen von Sprechchören: „Super-Bayern, Super-Bayern, hey, hey.“ Auch nach seinem Dank an den „großartigen“ Trainer und „wunderbaren“ Menschen Jupp Heynckes gab es Standing Ovations - obwohl Heynckes gar nicht da war.

Der neue Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen trug danach beeindruckende Tahlen vor. Ihren Umsatz steigerten die Münchner im Vergleich zum Vorjahr um 59,4 Millionen Euro, den Gewinn um 12,7 Millionen Euro. Das Eigenkapital beträgt 286,8 Millionen Euro. Wie im Vorjahr wird eine Dividende bezahlt, 8,25 Millionen werden an die Aktionäre ausgeschüttet: Der Stammverein FC Bayern erhält davon 6,75 Millionen Euro. Den Rest erhalten Audi und Adidas, jeweils mit 9,1 Prozent an der FC Bayern AG beteiligt.

Nicht bei allen Kennzahlen ist der „FC Krösus“ allerdings die Nummer eins. Borussia Dortmund, im Finale der Champions League den Münchnern unterlegen (1:2), erwirtschaftete zum Stichtag 30. Juni im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nettogewinn von üppigen 53,3 Millionen Euro - Bundesliga-Rekord. Die Münchner erzielten ihren Rekordgewinn 2008 mit 18,9 Millionen Euro. Mitglieder hat der FC Bayern nun knapp 224.000, das ist weltweit noch Platz zwei hinter dem portugiesische Rekordmeister Benfica Lissabon (235.000).

Doch in der Tat bleibt der FC Bayern eine Gelddruckmaschine, das müsse angesichts der „stolzen Kosten“ aber auch so sein, sagte Rummenigge. Aus dem Spielbetrieb wurden dank der ständig ausverkauften Arena 150,0 Millionen Euro eingenommen, 102,4 Millionen Euro im Bereich Sponsoring und Vermarktung, 82,8 durch Merchandising. Der Fiskus profitiert ebenfalls: 131,9 Millionen Euro an Steuer führte der FC Bayern 2012/13 ab, 20 Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Allerdings sind auch die Kosten für das Personal ein weiteres Mal gestiegen: 202,8 Millionen Euro für die Mannschaft und weitere rund 500 Mitarbeiter - vor zwei Jahren lagen sie bei 156,3 Millionen Euro. Erfolg hat auch seinen Preis.

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

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SID

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