Bayern-Boss Uli Hoeneß teilt im Torhüterstreit weiter aus

"Hätte erwartet, dass man Herrn ter Stegen mal in die Ecke stellt..."

+
Bayern-Präsident Uli Hoeneß
  • schließen

München - Erst waren die Worte von Uli Hoeneß nur eine Nebenerscheinung zum 3:0 (1:0)-Auftaktsieg des FC Bayern in der Champions League gegen Roter Stern Belgrad. Doch jetzt hat der Bayern-Präsident nochmal gehörig nachgelegt im Torhüterstreit zwischen Manuel Neuer und Marc André ter Stegen.

UPDATE, Freitag, 7 Uhr - Hoeneß legt nach

Hoeneß hat nämlich auf einer Pressekonferenz der Bayern-Basketballer die nächsten "Gift-Pfeile" in Richtung des Barca-Keepers abgefeuert. "Das, was ich am Mittwochabend gesagt habe, war total berechtigt. Ich hatte mich mit Karl-Heinz Rummenigge abgesprochen, dass wir unseren Torwart endlich mal wieder entsprechend unterstützen müssen, weil er in eine Situation getrieben wurde, in die er absolut nicht hineingehört. Fußball ist ein Sport mit Gemeinschaft. Wenn er (Anm. der Red.: Marc-André ter Stegen) ein Problem hat, soll er mit den Verantwortlichen reden und nicht mit den Medien. (...)", sagte Hoeneß.

Dann wurde der Boss so richtig direkt: "Von den Spielern wünsche ich mir, dass sie zu ihrem Trainer gehen, wenn sie ein Problem haben – und zu ihrem Sportdirektor oder Manager. Von den handelnden Personen hätte ich schon erwartet, dass man den Herrn ter Stegen mal in die Ecke stellt! Und ihm klar sagt, dass das so nicht geht." Ter Stegen habe schließlich "einen völlig tadellosen Sportsmann wie den Manuel Neuer beschädigt". Hoeneß: "Manuel Neuer wird jetzt gerade so als altes Eisen dargestellt, der ja gefälligst jetzt nach der Europameisterschaft aufzuhören hat. Da werden sich manche noch wundern, dann spielt er in fünf Jahren noch. Und da hat der Herr ter Stegen schon einen grauen Bart...“

Die Erstmeldung:

FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sagte vor der Partie am Sky-Mikrofon, dass er sich ein klares Statement des DFB wünsche: "Was mir nicht gefällt in der Geschichte, ist das Verhalten des DFB. Da wird nie so richtig Klartext gesprochen. In der Öffentlichkeit lässt man das wabern, und es wird zum Teil auf dem Rücken von Manuel ausgetragen. Das finde ich nicht fair". Es sei an der Zeit, einem Spieler wie Neuer den Rücken zu stärken, sagte Rummenigge in Richtung Bundestrainer Joachim Löw und forderte "ein Stück Dankbarkeit einem Mann gegenüber, der 90 Mal für Deutschland gespielt und alles gewonnen hat".

Nach dem Spiel legte Präsident Uli Hoeneß nach und sagte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk: "Marc Andre ter Stegen ist ein sehr guter Torhüter. Aber Manuel Neuer ist doch viel besser und erfahrener. Da gibt es doch gar keine Diskussion."

Thomas Müller, der nach seiner Einwechslung zum 3:0-Endstand traf und dabei sein 106. Champions-League-Spiel für den FC Bayern absolvierte, sah die Sache gewohnt gelassen und sagte zum Torhüter-Streit: "In jeder guten Zeit in Deutschland gab es eine Torhüter-Debatte. Dem deutschen Fußball geht es dann gut, wenn zwei Torhüter etwas Salz in die Suppe bringen."

Weitere Stimmen zum Spiel:

Niko Kovac (Trainer FC Bayern): "Gratulation an die Mannschaft zu einem guten Einstand in die neuen Champions-League-Saison! Wir können sehr zufrieden sein. Es ist gut, dass wir uns viele Chancen erspielt haben - wir hätten natürlich auch das eine oder andere Tor mehr machen können. Aber Belgrad hat aufopferungsvoll verteidigt und stand permanent hinten drin."

Vladan Milojević (Trainer Roter Stern Belgrad): "Wir wussten, was uns erwartet, wir haben gegen den großen FC Bayern gespielt, der ein Favorit auf den Titel ist. Für uns war es eine super Erfahrung, in der Allianz Arena zu spielen. Wir hatten keine Angst und haben versucht, die Räume eng zu machen, um den Angriffen Stand zu halten und wollten auf Konter spielen. Aber wir haben im Mittelfeld die Bälle zu schnell verloren. (...)"

Robert Lewandowski (FC Bayern): "Wir hatten das ganze Spiel unter Kontrolle und haben gut gespielt, stark aufgebaut und uns viele Chancen herausgearbeitet. Doch wir haben zu wenig Tore geschossen. Wir haben versucht, immer nach vorne zu spielen. Manchmal haben wir vielleicht die falsche Entscheidung getroffen. Aber das sind Kleinigkeiten. Im Endeffekt waren es nur drei Tore, es hätten auch fünf oder sechs sein können."

mw

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: FC Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT