Corona und Tönnies sorgen für Gesprächsstoff

CDU-Politiker Merz schießt gegen Bayern-Chefetage: „Dummheit oder Arroganz“ 

FC Bayern Tribüne bei Schalke-Spiel
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Edmund Stoiber, ehemaliger CSU-Vorsitzender (l-r), Walter Mennekes, zweiter Vizepräsident vom FC Bayern München, Dieter Mayer, Vizepräsident vom FC Bayern München, Uli Hoeneß, Aufsichtsratsmitglied und Ehrenpräsident vom FC Bayern, Herbert Hainer, Vereinspräsident vom FC Bayern, applaudieren zum Abpfiff des Spiels. Rechts unten Jochen Schneider, Sportvorstand des FC Schalke 04.

München - Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat die Chefetage des FC Bayern München für das enge Beieinandersitzen beim Bundesliga-Auftakt scharf kritisiert.

„Mein Gedanke, bei dem, was ich da gesehen habe: Dummheit oder Arroganz“, sagte der Kandidat für den Bundesvorsitz der Partei der Bild-Zeitung. „Als ich das Bild gesehen habe, habe ich gesagt: Freunde, was ist denn mit Euch los? (…) Der Deutsche Fußballbund hat Regeln, und diese Damen und Herren halten sich nicht an diese Regeln.“


Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte sich am Sonntag bereits reumütig gezeigt und mit Blick auf die geltenden Einschränkungen in der Corona-Krise ein angemesseneres Verhalten versprochen. „Wir sind uns alle einig, dass das Bild nicht vorbildlich war. Wir werden das ändern“, sagte er in der TV-Sendung „Sky90“.

FC Bayern gelobt Besserung


Auch Bayern-Präsident Herbert Hainer äußerte sich im „Kicker“ entsprechend: „In Zukunft werden wir uns absolut regelkonform verhalten.“ Beim 8:0 zum Bundesliga-Auftakt gegen den FC Schalke 04 am Freitagabend in der Allianz Arena hatten die Vereinsvertreter der Bayern und auch der Gäste aus Gelsenkirchen ohne Abstand und Mund-Nasen-Schutz auf der Ehrentribüne eng zusammengesessen.

Rummenigge sprach auch von einem Missverständnis in der Auslegung der Corona-Vorgaben. Der 64-Jährige berief sich wie schon sein Vorstandskollege Oliver Kahn auf Bestimmungen in der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die grundsätzlich einen Aufenthalt im öffentlichen Raum in Gruppen von bis zu zehn Personen gestattet. Aber er ergänzte einsichtig: „Beim nächsten Spiel werden wir den notwendigen Abstand halten, wenn das gewünscht ist.

Des Weiteren sorgte die Anwesenheit von Clemens Tönnies in der Allianz Arena für Wirbel. Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04 war beim Bundesliga-Auftaktspiel zwischen Schalke und dem FC Bayern einer Einladung des Münchner Clubs gefolgt.

Enge Freundschaft zwischen Tönnies und Hoeneß

Allerdings saß er im Spiel beim FC Schalke – aus Sicht der Schalker ein normaler Vorgang. „Clemens Tönnies war am Freitag im Stadion, weil er enge Freundschaften zum FCB-Präsidium pflegt. Selbstverständlich sitzt er lieber bei der Schalke-Delegation“, teilte der Club in einer offiziellen Stellungnahme mit. 

Vor allem Schalke-Anhänger und auch neutrale Zuschauer kritisierten die Tönnies Aktion scharf. Der Ex-Boss habe „echt kein Gewissen“ und „gar kein Schamgefühl“ - das Verhalten sei „vereinsschädigend“. Wenige Wochen zuvor war Tönnies beim Revierclub aufgrund von Skandalen um Fleisch und Rassismus von all seinen Ämtern auf Druck von außen zurückgetreten.

mz/dpa

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