"Vielleicht muss ich was ändern"

Guardiola deutet Systemumstellung an

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Pep Guardiola gestikulierte beim Auftaktspiel wild an der Seitenlinie.

München - Schon ganz schön peppig: Beim 3:1 gegen Gladbach zeigt der „neue“ FC Bayern schon gute Ansätze. Doch Trainer Pep Guardiola gibt sich äußerst selbstkritisch. „Wir werden uns verbessern“, verspricht er.

Pep Guardiola stand auch lange nach dem Abpfiff seines Bundesliga-Debüts noch sichtbar unter Strom. Nervös rieb sich der neue Trainer von Triple-Sieger Bayern München immer wieder das linke Auge oder wischte sich über die schweißnasse Stirn. Mit dem 3:1 (2:1) gegen Borussia Mönchengladbach war Guardiolas Einstand zwar geglückt, doch das „bisschen Tiki-Taka“, das Superstar Franck Ribery dabei gesehen hatte, war dem Spanier nicht genug. „Für das erste Spiel war es okay, aber wir müssen uns verbessern“, sagte er.

Gegen eine mutige Borussia ließen Guardiolas mitunter unsichere Bayern noch zu viel zu. Torhüter Manuel Neuer berichtete: „Ich hatte schon viel, viel zu tun.“ Guardiola missfiel dies, das wurde während des Spiels klar. 71 der 90 Minuten stand er engagiert dirigierend in seiner Coaching-Zone. Vornehm im grauen Anzug mit bordeauxroter Krawatte und Einstecktuch - und ebenso laustark wie kritikfreudig.

Die Mängelliste, die er nach dem Sieg präsentierte, war lang - zu lang für die hohen Ansprüche des FC Bayern. „Wir haben nicht immer gut gepresst, Gladbach zu viel Zeit gelassen, die Konter nicht immer gut kontrolliert und waren bei Ballverlust nicht immer gleich wieder in Position.“

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In einer weit ausholenden Bewegung zeichnete er die zu Beginn der zweiten Halbzeit riesigen Lücken in der Defensive nach - und schüttelte den Kopf. Neuer assistierte, die Bayern hätten „noch Steigerungspotenzial im Umschaltspiel“ - der großen Stärke 2012/13. Sportdirektor Matthias Sammer sah sich genötigt zu betonen: „Pep ist kein Zauberer!“ Kleinere Startschwierigkeiten seien normal.

Allerdings: Phasenweise brannten die Bayern ein Offensivspektakel ab wie zu besten Triple-Zeiten. An diese wurden sie am Samstag noch einmal erinnert, als Ministerpräsident Horst Seehofer die Helden des vergangenen Mais in die Bayerische Staatskanzlei lud. Guardiola aber interessiert allein die Zukunft. Und für die versprach der Spanier trotz aller Probleme: „Wir wissen, wir werden uns verbessern.“

Zumal ihm im nächsten Spiel bei Eintracht Frankfurt sein diesmal erkrankt fehlender Wunschspieler Thiago ebenso zur Verfügung stehen wird wie Mario Götze. Letzterer sollte am Sonntag beim Testspiel in Györ/Ungarn nach überstandener Muskelverletzung sein Debüt für die Bayern geben. Am Freitagabend verfolgte Götze das Geschehen an der Seite seiner Freundin Ann-Kathrin von der Tribüne aus. Von dort sah er auch viel Gutes, vor allem in der Münchner Offensive.

Bilder des Spiels und Noten der Bayern-Stars

Arjen Robbens 1:0, dem ein Geniestreich von Ribery vorausging, war ein Traumtor (11.). Und nach dem Abstauber von Mario Mandzukic zum 2:0 (16.) deutete manches auf einen Kantersieg hin. Das Eigentor von Dante brachte Gladbach heran (40.). Thomas Müller vergab mit dem ersten von Alvaro Dominguez verursachten Handelfmeter das 3:1 (68.), das David Alaba mit dem zweiten Strafstoß besorgte (69.). Präsident Uli Hoeneß verließ selig lächelnd die Arena, wohl wissend, dass der ein oder andere Spieler im Fitnessbereich noch zulegen muss.

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Auch Guardiola war gedanklich noch immer bei den Defiziten. War das schon sein FC Bayern? „Manchmal ist es schwierig, den Spielern in meinem Deutsch zu erklären, was ich will“, sagte er. Überraschend ließ er durchblicken, dass das 4-1-4-1 mit Bastian Schweinsteiger auf der Sechs nicht der Weisheit letzter Schluss sein muss. „Ich mag das System, aber vielleicht muss ich mich in Zukunft meinen Spielern anpassen und es ändern. Ich hätte kein Problem damit.“

Probleme hatte indes die Borussia, das Ergebnis zu akzeptieren. Er könne sich nicht erinnern, dass seine Mannschaft jemals zuvor so viele gute Torchancen in München gehabt habe, sagte Trainer Lucien Favre. Die Statistik wies aus Sicht des VfL 11:26 Torschüsse aus (4: 9 aufs Tor), doch Favre hatte recht, wenn er sagte: „Ich habe viel Positives gesehen.“

Der couragierte Auftritt der Borussia machte das peinliche Aus im Pokal gegen Drittligist Darmstadt 98 vergessen. Allerdings monierte Favre ebenfalls richtig, es gebe „viele Details zu korrigieren“.

Aller Anfang, das weiß nicht nur Guardiola, ist halt schwer.

Pep: So wild gestikulierte er bei seinem Debüt

sid

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