Zoff beim FC Bayern

Louis van Gaal schießt gegen Uli Hoeneß

München - Der ehemalige Bayern-Coach Louis van Gaal und Uli Hoeneß sind ohnehin nicht die besten Freunde. Nun stichelte van Gaal erneut gegen den Präsidenten - und schloss eine Rückkehr zum FCB unter Hoeneß aus. Zudem wollte der Niederländer Mesut Özil im Bayern-Kader haben.

Louis van Gaal hat einige Erfolge in seiner Vita als Trainer vorzuweisen. Neben dem Gewinn der Champions League mit Ajax Amsterdam, sowie mehreren nationalen, wie internationalen Titeln, holte der Niederländer in seiner zweijährigen Amtszeit beim FCB zudem das Double. Doch trotz des damaligen Erfolges gab es immer wieder Streitigkeiten mit der Führungsetage, allen voran mit Uli Hoeneß. In einem Interview mit der SportBild gab das „Feierbiest" - so sein Spitzname in München - nun Einblicke in die Hintergründe um die Differenzen mit dem Präsidenten.

Hoeneß zu van Gaals Frau: „Ihr Mann hat wieder falsch aufgestellt."

Als Hauptgrund für die Zerwürfnisse nannte van Gaal die Eigenschaft Hoeneß´, sich zu sehr in die Arbeiten des Trainers einzumischen. Mit so manchen Personalentscheidungen war Hoeneß nämlich ganz und gar nicht einverstanden. Van Gaal schulte Philipp Lahm damals vom Links- zum Rechtsverteidiger um. Daraufhin soll es zum Streit zwischen LvG und Hoeneß, der Lahm weiter links haben wollte, gekommen sein.

Des Weiteren ist der Ex-Coach dafür bekannt, jungen Nachwuchsspielern eine Chance zu geben. Zu seiner Bayern-Zeit formte er Holger Badstuber, David Alaba und Thomas Müller zu Weltklasse-Kickern. Zudem wollte er Mats Hummels schon 2010 wieder zurück nach München lotsen - Hoeneß soll sich vehement dagegen gesträubt haben. Gerade mit der Personalie Thomas Müller konnte Hoeneß zudem wenig anfangen. Müller spielte wider Hoeneß´Willen des Öfteren in der Startelf und so „musste sich meine Frau in der Vorstands-Loge von Hoeneß sagen lassen: ,Ihr Mann hat wieder falsch aufgestellt´." 

Zudem forderte Hoeneß bei manchen Spielern, unter anderem Franck Ribéry, eine Startelfgarantie. Für van Gaal ist die Zusammenstellung der Aufstellung immer noch Trainersache. Wenn sich zu zu sehr eingemischt wird, ist das „für die Arbeit eines Trainers nicht gut. Das Team ist das Wichtigste und nicht der individuelle Spieler. In diesen Ansichten unterscheiden sich Hoeneß und ich."

„Solange Uli Hoeneß im Klub ist, würde ich dort nicht arbeiten."

Eine Rückkehr zum FC Bayern kann sich der Niederländer überdies nicht vorstellen - zu sehr kriselt das Verhältnis mit der Führungs-Etage um Hoeneß. „Ich bin überall zurückgekommen. Beim FC Barcelona, der holländischen Nationalmannschaft, Ajax Amsterdam, AZ Alkmaar, aber bei Bayern? Das kann ich mir nicht vorstellen. Solange Uli Hoeneß im Klub ist, würde ich dort nicht arbeiten."

Der Fußballlehrer offenbarte zudem seine Einkaufspläne für das Sommertransferfenster 2009. Van Gaal hatte neben Wesley Sneijder (damals Real Madrid), Simon Rolfes (Leverkusen) und José Bosingwa (Chelsea) auch Mesut Özil auf seiner Wunschliste. Özil blieb allerdings noch ein weiteres Jahr bei seinem damaligen Verein Werder Bremen, ehe er 2010 zu Real Madrid wechselte.

Trotz aller Differenzen sei van Gaal Stadt und Verein aber immer noch sehr verbunden.

Andreas Schmid

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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