Schweinsteigers Karriere begann in Oberaudorf und Rosenheim

Von "Schweini" und "Chefchen" zum "Fußballgott" und Weltstar

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Wichtige Stationen in der Karriere von Bastian Schweinsteiger.
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München - Spätestens als Bastian Schweinsteiger am Abend des 13. Juli 2014 im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro nach dem Schlusspfiff völlig erschöpft, aber unfassbar glücklich zu Boden sank, hatte sich ein Kreis für den gebürtigen Kolbermoorer geschlossen. Ein Rückblick auf eine grandiose Karriere:

Deutschland war gerade durch ein 1:0 gegen Argentinien Weltmeister geworden, als die Bilder vom niemals aufgebenden Schweinsteiger - von den knüppelharten "Gauchos" getreten, geschlagen und gezogen - um die Welt gingen. Sinnbild war ein Cut unter dem Auge in der Verlängerung, nach dem Schweinsteiger aufstand, sich kurz behandeln ließ und dann im Stile eines echten Leaders sein Team zum vierten Titel führte. Es war wahrscheinlich das beste Spiel in seiner langen und beeindruckenden Karriere

Schweinsteiger (links) im WM-Finale gegen Argentinien.

Diese begann 1988 beim FV Oberaudorf und führte ihn dann 1992 zum TSV 1860 Rosenheim. Nach sechs Jahren wechselte er 1998 in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern München. 2001 wurde er Deutscher B-Junioren-Meister, 2002 folgte der Titel mit den A-Junioren. Im November 2002 debütierte er in der Profi-Mannschaft, als er beim 3:3 in der Champions League gegen den RC Lens in der 76. Minute für Mehmet Scholl eingewechselt wurde.

Von "Schweini" zum "Chefchen"

Insgesamt 20 Titel, exakt 500 Pflichtspiele für den Deutschen Rekordmeister und viele Anekdoten sollten folgen. Unvergessen ist mit Sicherheit die "Whirlpool-Affäre", als "Lausbub" Basti - damals gerade ein halbes Jahr Profi - eigenen Aussagen zufolge "seiner Cousine" mitten in der Nacht den Profi-Trakt am Trainingsgelände an der Säbener Straße zeigen wollte. Das Duo wurde im Whirlpool von Sicherheitsbeamten erwischt. Ein gefundenes Fressen für die Münchner Boulevard-Medien - genau so wie Geschichten, nach denen Schweinsteiger mit 150 Sachen statt 80 geblitzt oder um 4 Uhr morgens in Diskotheken gesehen worden war. In dieser Zeit wurde auch der "Schweini", was Schweinsteiger selbst gar nicht gerne hörte, geboren.

2011 sorgte dann die "Chefchen"-Diskussion für viele Schlagzeilen. Schweinsteiger hatte einen Journalisten in einem (halb-öffentlichen) Zwiegespräch mit derben Kraftausdrücken belegt, nachdem dieser es gewagt hatte, Schweinsteigers Qualitäten als Führungsspieler in einer eher mittelmäßigen Saison in Frage zu stellen. Schweinsteiger entschuldigte sich zwar, blieb aber in den Medien präsent - nicht zuletzt auch wegen seiner langjährigen Beziehung mit dem Münchner Modell Sarah Brandner.

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Liebe Fans, nun ist die Zeit gekommen: ich werde meine aktive Karriere zum Ende dieser Saison beenden. Ich danke Euch und meinen Mannschaften @fcbayern, @manchesterunited, @chicagofire und @dfb_team - Ihr habt mir diese für mich so unglaubliche Zeit ermöglicht! Und natürlich danke ich meiner Frau @anaivanovic und meiner Familie für ihre Unterstützung. Mein Abschied als aktiver Spieler stimmt mich ein bisschen wehmütig, aber freue mich auch auf die spannenden Aufgaben, die mich bald erwarten. Dem Fußball werde ich treu bleiben. 1000 Dank für die gemeinsame Zeit, ich werde Euch immer im Herzen tragen! Euer Basti. Dear Fans, the time has now come, and I will be finishing my active career at the end of this season. I would like to thank both, you and my teams @fcbayern, @manchesterunited, @chicagofire and @dfb_team. You made this unbelievable time possible for me! And of course, I would also like to thank my wife @anaivanovic and my family for their support. Saying goodbye as an active player makes me feel a little nostalgic, but I am also looking forward to the exciting challenges that await me soon. I will remain faithful to football. Many, many thanks for the time we spent together, I will always have a place for you in my heart! Yours, Basti.

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Die letzte Stufe zum Weltstar

Ein Jahr später gab es beim "Finale dahoam" Tränen, als Schweinsteiger im Champions-League-Endspiel gegen Chelsea den entscheidenden Elfmeter an den Pfosten setzte. Diese Niederlage sollte jedoch einen einschneidenden (Wende-)Punkt in seiner Laufbahn darstellen. Schweinsteiger, inzwischen viel intellektueller und zurückgezogener unterwegs (oft sahen ihn Passanten lesend in Cafés am Münchner Gärtnerplatz), zog die richtigen Lehren aus dieser Niederlage und schlug zurück: 2013 holte er mit seinen Bayern das historische Triple. Legendär waren die Auftritte im Halbfinale gegen den FC Barcelona (4:0 und 3:0) sowie das 2:1 im Finale gegen Borussia Dortmund. Der "Fußballgott", so wurde er von den Bayern-Fans liebevoll genannt, hatte es nun allen gezeigt.

Stationen der Karriere von Bastian Schweinsteiger

Wieder ein Jahr später führte Schweinsteiger Deutschland zum WM-Titel. Danach ging es für den inzwischen 30-Jährigen jedoch im Klub-Fußball langsam aber sicher bergab. Von Pep Guardiola nicht (mehr) geschätzt, nach seiner "Flucht" zu Manchester United von dessen Neu-Coach José Mourinho teilweise sogar in die Reservemannschaft verbannt, trat Basti 2016 nach dem verlorenen EM-Halbfinale gegen Frankreich aus der Nationalelf zurück.

Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanovic auf dem Cover der "Vogue".

Privat lief es jedoch viel besser: Noch im selben Sommer sorgte die pompöse Hochzeit mit dem kroatischen Tennis-Star Ana Ivanovic in Venedig weltweit für mediales Aufsehen. Jetzt war für Schweinsteiger, seit 2018 nun sogar zweifacher Vater, endgültig die Stufe zum "globalen Star", wie der Münchner Merkur es formulierte, erklommen.

Sinnbildlich ließ er sich mit seiner ebenfalls berühmten Ehefrau für das Cover der international bekannten Mode-Zeitschrift "Vogue" ablichten. Im Frühjahr 2017 begann mit dem Wechsel zu Chicago Fire schließlich das letzte Kapitel der Ära Schweinsteiger, die jetzt mit einem 5:2 und einer Torvorlage gegen Orlando City endgültig ausgeklungen ist. Es war eine beeindruckende Weltkarriere eines Stars aus der Region...

mw

Quelle: rosenheim24.de

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