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VfB-Coach Zorniger will FC Bayern "weh tun"

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Alexander Zorniger ist seit Sommer 2015 Trainer des VfB Stuttgart.

Stuttgart - Nach dem Sprung aus dem Tabellenkeller trauen sich der VfB Stuttgart und Alex Zorniger sogar gegen die Bayern etwas zu.

Offenbar beflügelt vom hart erkämpften dritten Saisonsieg und dem Sprung auf Platz 15 nahm Alexander Zorniger gleich den nächsten, viel größeren Coup ins Visier. „Wir können schon auch ein paar Sachen, die München weh tun“, sagte der Trainer des VfB Stuttgart nach dem mühsamen 2:0 (0:0) gegen den widerborstigen Aufsteiger Darmstadt 98. Der Erfolg brachte den Schwaben die Erkenntnis, dass die Ideen von Trainer Zorniger langsam Früchte tragen - das soll jetzt sogar der Rekordmeister zu spüren bekommen.

„Fußball ist keine Quantenphysik“, sagte Zorniger, „Fußball ist relativ einfach und hat viel mit Bereitschaft und ganz, ganz viel mit Mentalität zu tun.“ Diesen Willen habe seine Mannschaft gegen Darmstadt gezeigt - und damit eine Blaupause dafür geliefert, wie es am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FC Bayern laufen könne. Zorniger will die Herkulesaufgabe „mit allem Respekt vor Bayern München, aber auch mit allem Mut für den VfB Stuttgart“ angehen.

Die Zuversicht speist sich aus dem zweiten Heimsieg, den das Eigentor des Darmstädters György Garics (68.) und der Last-Second-Treffer von Timo Werner (90.+4) sicherstellten. Und aus dem Frankfurter 0:0 gegen die Über-Bayern. Die Eintracht habe „ein Zeichen gesetzt, dass man gegen sie punkten kann“, sagte VfB-Sportvorstand Robin Dutt: „Wichtig ist, dass man nicht die weiße Flagge hisst, sondern sich vornimmt, absolut über sich hinauszuwachsen.“

Zorniger betonte jedoch, dass es „keinen Masterplan“ für ein Duell mit dem Tabellenführer gebe. Außerdem seien die Bayern nach der Enttäuschung von Frankfurt verärgert - und so noch gefährlicher: „Wenn sie gereizt werden, musst du mit ein paar Dingen rechnen.“ Zorniger glaubt aber, dass seine Spielidee auch Pep Guardiola Probleme machen wird. „Wenn gegen sie gepunktet wurde, dann, wenn Mannschaften hoch gepresst haben“, sagte er.

Mit dieser, seiner Taktik hatte der VfB gegen Darmstadt - endlich einmal - Erfolg. Dafür stand idealtypisch das 1:0: Stuttgart jagte den 98ern in der Entstehung zwei Mal den Ball im Aufbauspiel ab und erzwang den Treffer regelrecht. Sein Team habe in dieser Szene gelernt, dass es sich „lohnt“, den hohen Aufwand zu betreiben, stellte Zorniger erfreut fest. Dass das Tor nach einer Flanke des zurückgekehrten Kapitäns Christian Gentner fiel, hellte seine Stimmung weiter auf. Gentner sei „ganz entscheidend“ für seine Elf.

Zorniger war derart befreit, dass er Werner sogar - anders als zuletzt in Hoffenheim - seinen Küsschenjubel nachsah. „Er kann von mir aus das ganze Stadion abknutschen“, sagte er, „Timo hat es ja gelernt: 90., Siegtor, Abpfiff - dann kann er Kusshändchen verteilen.“

Nur ein „paar Kleinigkeiten“ missfielen Zorniger. Wie die gewagten Ausflüge des ansonsten starken Torwarts Przemyslaw Tyton („deshalb ist er kein Feldspieler geworden“). Oder, dass es beim ersten Wechsel nicht schnell genug ging. Dutt gefiel die Kritik des „Perfektionisten“, denn: „Wir Stuttgarter haben einfach zu oft gemerkt, dass, wenn es uns zu gut geht, der ein oder andere ein bisschen weniger macht.“ Vor einem Duell mit den Bayern kann das tödlich sein.

SID

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