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Europa schwach wie nie - Kampf um WM-Kontingent 2014

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Die Koordinaten des Welt-Fußballs haben sich am Kap total verschoben. Europa wundert sich über das schlechteste Abschneiden seiner Teams in der WM-Geschichte (siehe Italien, links). Südamerika (mit Uruguay, rechts) und Asien begehren auf. Die Verteilung der Startplätze für das Turnier in Brasilien 2014 wird zum Politikum.

Johannesburg - Europa grübelt, Afrika zweifelt, Südamerika und Asien spüren noch nie erlebten Rückenwind: Die Welt-Ordnung des Fußballs wird auf Südafrikas Premieren-Bühne in ihren Grundfesten komplett erschüttert.

Als Folge der sportlichen Kultur-Revolution entbrennt hinter den Kulissen schon der Machtkampf um die Startplätze für das Turnier in Brasilien 2014.


Gerade die in historischem Ausmaß strauchelnde Großmacht Europa könnte von einer Reduzierung ihres Groß-Aufgebots betroffen sein. Noch blockt die FIFA aber alle Diskussionen ab. "Darüber ist noch keine Entscheidung gefallen. Das steht derzeit überhaupt nicht auf der Tagesordnung", sagte Generalsekretär Jêrome Valcke in Johannesburg.

Die größten WM-Sensationen seit 1990

WM 2010: Frankreich sorgte für die erste große Blamage des Turniers: Nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen gegen Uruguay und Mexiko benötigte die Equipe Tricolore in der abschließenden Partie gegen Gastgeber Südafrika unbedingt einen Sieg, um die Chancen aufs Weiterkommen zu wahren. Doch Ribéry & Co. unterlagen sang- und klanglos 1:2. Aus in der Vorrunde! © AP
WM 2010: Neuseeland trotzte dem Titelverteidiger Italien in der Vorrunde ein 1:1 ab. © AP
Und es kam sogar noch schlimmer für Italien: Das Aus für den Titelverteidiger in der Vorrunde! Und das als Tabellenletzter hinter Paraguay, der Slowakei und Neuseeland! Eine der größten Sensationen bei WM-Turnieren. © AP
WM 2010: Die Schweiz besiegte völlig überraschend im ersten Gruppenspiel Europameister Spanien mit 1:0. In den vorangegangenen 54 Spielen hatten die Iberer nur einmal verloren. © AP
WM 2006: Die Party-Boys von Trinidad & Tobago feierten ihr WM-Debüt mit einem sensationellen Unentschieden gegen Schweden. Nach dem 0:0 zum Auftakt gab es dann aber gegen England und Paraguay (jeweils 0:2) nicht viel zu holen. © Getty
WM 2002: Der Senegal war eine der großen Überraschungen bei der WM in Japan und Südkorea. Erst besiegten die Afrikaner im Auftaktspiel den Titelverteidiger Frankreich mit 1:0 ... © Getty
... später gab es im Achtelfinale einen 2:1-Sieg n.V. gegen die favorisierten Schweden. Im Viertelfinale kam das Aus gegen die Türkei (0:1 n.V.). © Getty
Auch Co-Gastgeber Südkorea war eine der Überraschungen bei der WM 2002. Das Weiterkommen im Achtelfinale gegen Italien (2:1 n.V.) kam einer Sensation gleich, wenngleich die Asiaten das eine oder andere Mal krass vom Schiedsrichter bevorzugt wurden. © Getty
Auch gegen Spanien im Viertelfinale gab es so manch zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidung. Südkorea kam ins Elfmeterschießen und gewann dort nach torlosen 120 Minuten mit 5:3. Der Halbfinaleinzug der Südkoreaner - sicher eine der bisher größten Sensationen bei Weltmeisterschaften. © Getty
WM 1998: Schon wieder eine Sensation, bei der die Spanier beteiligt waren: Nigeria besiegte die haushoch favorisierten Iberer im ersten Gruppenspiel mit 3:2 - auch der damalige Kölner Sunday Oliseh (l.) gehörte zu den Torschützen. Nigeria kam später ins Achtelfinale, Spanien schied aus. © Getty
WM 1994: Die WM in den USA hatte gleich in den ersten Tagen ihre ganz große Sensation, als Italien den tapferen Iren mit 0:1 unterlag (Tor: Ray Houghton). Irland scheiterte später im Achtelfinale an Holland, Italien verlor das Fionale gegen Brasilien im Elfmeterschießen. © Getty
Saudi-Arabien sorgte nicht nur für eine der größten Sensationen des Turniers 1994, sondern auch für das schönste Tor: Ali Owairan erzielte im Vorrundenspiel gegen Belgien einen Traum-Treffer nach einem Alleingang über gefühlte 100 Meter. Die Saudis zogen ins Achtelfinale ein (Aus gegen Schweden), genau dort war auch für Belgien Schluss (2:3 gegen Deutschland). © Getty
Ein Jahrhundert-Spiel mit sensationellem Ausgang war das Achtelfinale zwischen Argentinien und Rumänien. Die Osteuropäer zauberten gegen Batistuta & Co. und gewannen 3:2. Ilie Dumitrescu (Bild) erzielte zwei Tore. Rumänien schied dann im Viertelfinale gegen Schweden nach Elfmeterschießen aus. © Getty
Eine Sensation, auf die wir gerne verzichtet hätten: Bulgarien warf die deutsche Nationalmannschaft im Viertelfinale 1994 mit 2:1 aus dem Turnier. Bundesliga-Legionär Yordan Letchkov (Hamburger SV) köpfte die Stars um Stoichkov, Balakov und Kostadinov ins Halbfinale, wo aber gegen Italien Endstation war (1:2). © Getty
WM 1990: Paukenschlag zum Auftakt der WM 1990 in Italien! Kamerun besiegte Weltmeister Argentinien durch einen Kopfballtreffer von Francois Omam-Niyik mit 1:0. Argentiniens Keeper Nery Pumpido durfte nach seinem kapitalen Patzer im Turnier nicht mehr ran. Argentinien kam ins Endspiel - scheiterte dort aber an Deutschland (0:1). © Getty
Kamerun sorgte für weitere Sensationen und zog als erste afrikanische Mannschaft überhaupt ins Viertelfinale einer WM ein. Roger Millas zwei Treffer gegen Kolumbien (2:1 n.V.) ebneten den Weg dazu. Im Viertelfinale schieden die "Unzähmbaren Löwen" dann unglücklich gegen England aus (2:3 n.V.) © Getty

In Südafrika werden von den 13 Europa-Startern nur drei das Viertelfinale erreichen. Bei allen Weltmeisterschaften seit 1930 haben noch nie so wenig Mannschaften aus Europa unter den letzten Acht gestanden. Die Entscheidung über die Kontingente der sechs Kontinentalföderationen für 2014 fällt das FIFA-Organisationskomitee im kommenden Jahr. Als sicher gilt bislang nur, dass Südamerika unabhängig vom starken Abschneiden in Südafrika mit allen fünf Teams im Achtelfinale durch Gastgeber Brasilien einen Platz mehr bekommen wird. Afrika verliert den Fixplatz von Ausrichter Südafrika, wird aber trotz der enttäuschenden Bilanz auf fünf Starter beharren.

Die Verteilung der 32 WM-Plätze auf die sechs FIFA-Konföderationen ist seit jeher ein Sport-Politikum. Im kommenden Jahr wird die Debatte durch die im Juni anstehende Präsidentenwahl zusätzlich verschärft. Wie unabhängig das Organisationskomitee entscheiden kann, wird mit Argusaugen zu betrachten sein, besonders wenn sich FIFA-Chef Joseph Blatter einem Gegenkandidaten stellen muss. Ein Geschenk in Form einer Startplatz-Aufstockung könnte viele Stimmen eines kompletten Kontinents sichern. Derzeit lautet die Verteilung noch Europa 13, Afrika 6, Asien 4,5, Nord- und Mittelamerika 3,5, Südamerika 4,5 und Ozeanien 0,5 Startplätze mit Relegationsspielen zwischen Asien und Ozeanien sowie Nord- und Südamerika.

Die schrägsten Kostüme bei der WM

Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © AP
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
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Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
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Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
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Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
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Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty
Die Fußball-WM 2010 halten schon manche für die bunteste Weltmeisterschaft der Geschichte. Diese Bilder sprechen eine deutliche - und vor allem farbenfrohe - Sprache: Einige Fans haben sich mächtig ins Zeug gelegt. © Getty

Ursache für alle Ränkespiele und Diskussionen sind die sportlichen Fakten. Die Professionalisierung und Globalisierung des Welt-Fußballs hat zu einer Angleichung der Kräfte geführt. "Im Fußball gibt es jetzt mehr Ausgeglichenheit. Jeden Tag sind die Gegner besser und jedes Team kann scheitern", sagte Spaniens Trainer Vicente del Bosque. Sein brasilianischer Kollege Dunga pflichtet bei: "Wir müssen uns weiterentwickeln und das mit den großen Namen vergessen. Vielleicht sollten wir, die aus den traditionell starken Fußball-Ländern kommen, uns besser auf diese Situation einstellen."

Disziplin, Taktik, konsequente Strategie und kollektive Fitness prägen das Spiel der meisten Mannschaften. Professionalität ist durch die Ausbildung fast aller WM-Akteure in den Top-Ligen Europas kein europäisches Privileg mehr. Nur Afrika hat die Fußball-Anarchie nicht hinter sich lassen können. Trotz des Viertelfinal-Einzugs Ghanas herrschen Ernüchterung und auch Erkenntnis, dass mit kurzfristigen Trainerengagements und dem kulturell verinnerlichten Individualismus bei allem Talent der Einzelspieler kein Erfolg möglich ist. "Wir müssen uns schon jetzt auf 2014 konzentrieren", forderte Südafrikas WM-Chefplaner Danny Jordaan.

Von Arne Richter, dpa

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