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„Sehr bewegender Moment“

Christian Eriksen: Als er aufwachte, sagte er vier Worte - Deutscher Arzt rettete sein Leben

Er war im Einsatz, als der Däne Christian Eriksen bei der EM 2021 wiederbelebt werden musste. Jetzt spricht ein Kölner Mediziner über die Sekunden nach Eriksens Rückkehr.

Kopenhagen/Köln - Es waren schreckliche Momente an diesem 12. Juni. Dem Tag, an dem Christian Eriksen die Erde verließ - und wieder zurückkehrte. Jetzt kommt nach einem Bericht der Funke-Medien-Gruppe heraus: Ein deutscher Mediziner war maßgeblich an der Rettung des dänischen Helden beteiligt! Dr. Jens Kleinefeld aus Köln.

Eriksen war beim Gruppen-Spiel der Dänen gegen Finnland nach 43 Minuten auf dem Spielfeld zusammengebrochen. Der Mittelfeldspieler vom italienischen Traditionsklub Inter Mailand hatte einen Herzstillstand erlitten und liegt seitdem im Krankenhaus. Jüngst meldete er sich mit positiver Kunde aus der Klinik.

Christian Eriksen: Deutscher Notarzt schildert dramatische Momente

Dr. Kleinefeld hatte im Vorfeld des EM*-Spiels eine Schulung bei den Medizinern im Stadion durchgeführt, die dem Fußballer letztlich das Leben retten sollte. Gegenüber der Bild schilderte er nun die entscheidenden Momente, nachdem Eriksen zusammengesackt war: „Ich saß auf der Tribüne auf der gegenüberliegenden Seite, als Eriksen umkippte. Ich habe mir erst mal nichts dabei gedacht. Dann sah ich aber wie der dänische Teamarzt relativ hektisch agierte. Ich habe erkannt, dass es keine normale Verletzung ist.“

Die Ärzte seien dann mit dem Defibrillator auf den Platz gerannt. Kleinefeld hinterher, denn: „Ich bin ja schließlich Notarzt und kenne ernste Situationen. Dann stand ich auf dem Platz.“ Die Ersthelfer hätten dann schon mit der Vorarbeit begonnen - das schnelle Handeln sollte am Ende lebensrettend sein. Herzdruckmassage, Defi, Elektroden an Eriksens Körper - „dann habe ich die Leitung übernommen“, so Kleinefeld. „Wir haben geschockt und mit der Herzdruckmassage weitergemacht. Die Schulung von mir vor der Partie war das Entscheidende.“ Denn so wussten alle Beteiligten, was sie zu tun hatten.

Der dänische* Teamarzt hätte zunächst Schwierigkeiten gehabt, die Situation vollständig zu erfassen. Wenn man eine Wiederbelebung starte, müsse man das so schnell wie möglich machen. Natürlich sei es für Mannschaftsärzte aber schwieriger, einen Herztod zu erkennen. „Das hat man schon gesehen, als versucht wurde, die Zunge aus dem Hals zu ziehen. Das ist natürlich Unsinn. Das rettet kein Leben. Eine minimale Überstreckung des Kopfes reicht vollkommen aus“, erklärt Dr. Kleinefeld.

EM 2021: Christian Eriksen kehrt ins Leben zurück - und spricht mit deutschem Arzt

Es war dann schließlich der Schock, der Eriksen zurück ins Leben katapultierte. Dieser solle innerhalb der ersten beiden Minuten abgegeben werden. „Bei Eriksen hat es zwei oder drei Minuten gedauert. Da ist die Überlebenschance sehr hoch. Wenn der Schock innerhalb der ersten zwei Minuten abgegeben wird, dann beträgt die Überlebenschance fast 90 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit zu überleben, sinkt um zehn Prozent pro Minute. Da ist Eile geboten“, betont Kleinefeld. Zum Glück wurde schnell gehandelt! Der Arzt sah auf dem EKG-Monitor, dass der Schock erfolgreich war. Dann dauerte es noch 20 oder 30 Sekunden, bis Eriksens Bewusstsein zurückkehrte.

„Er machte die Augen auf und sprach mit mir. Ich fragte ihn auf Englisch: Bist du wieder da? Er sagte: Ja, ich bin da. Und dann sagte er noch: Oh Sch…, ich bin doch grad mal 29 Jahre alt. Ich sagte ihm, dass jetzt alles gut ist und keine Gefahr mehr besteht. Er hat direkt alles verstanden und konnte direkt seinen Arm auf die Brust legen. Ein Musterbeispiel für eine Lebensrettung. Ich sehe mich als Lebensretter. Vor allem durch die Schulung im Vorfeld der Ersthelfer. Für mich war das ein ganz normaler Einsatz. Ich habe einfach alles ausgeblendet. Es war ein schöner Moment, als Eriksen die Augen wieder geöffnet hat“, schildert Kleinefeld.

Christian Eriksen: „Kurzschluss“ beim Dänemark-Star

Er erklärte, dass er sich noch im Stadion zu 99 Prozent sicher gewesen sei, dass der Däne stabil im Krankenhaus ankomme und dort auch stabil bleibe. „Bei einem medizinisch durchgecheckten Profisportler handelt es sich meistens um eine Art ‚Kurzschluss‘, der das Kammerflimmern auslöst.“

Der Elektroschock gibt dann den entscheidenden Impuls, damit das Herz wieder schlägt. „Bei einem Leistungssportler ist - anders als bei normalen Patienten, etwa mit Vorerkrankungen - die Wahrscheinlichkeit minimal, dass das Herz erneut stehen bleibt“, erläuterte der Kölner Arzt.

Am Donnerstag geht die EM* für Dänemark weiter: Um 18 Uhr kommt es zum Duell mit Belgien. (lks/dpa/akl) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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