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Sportpolitik

Ein Leben für den Fußball: Peter Peters will DFB-Chef werden

Peter Peters
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Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende der DFL, Peter Peters, möchte einen Wandel beim DFB herbeiführen.

Bei Peter Peters hat sich immer vieles um den Fußball gedreht. Erst hat er darüber berichtet, dann bei Vereinen und Verbänden in verantwortlichen Positionen gewirkt. Nun will er den DFB umkrempeln.

Frankfurt/Main - Das Rampenlicht hat Peter Peters in seiner langen Karriere als Fußball-Funktionär zumeist gemieden.

Bei Schalke 04 stand er stets im Schatten von Clemens Tönnies - und auch bei der Deutschen Fußball Liga und beim Deutschen Fußball-Bund agierte der 59-Jährige vorwiegend im Hintergrund.

Erst als der DFB in diesem Jahr mit Fritz Keller mal wieder einen Präsidenten vorzeitig verlor, rückte Peters als Vizepräsident gemeinsam mit Rainer Koch an die Spitze des Verbandes. Dort möchte er nun für längere Zeit bleiben und einen Wandel beim DFB herbeiführen.

Peters stellt das Team in den Vordergrund

Im Wahlkampf vor dem außerordentlichen Bundestag am 11. März 2022, bei dem auch Mittelrhein-Chef Bernd Neuendorf für das höchste Amt im größten Sportfachverband der Welt kandidiert, wählt Peters bisher eher die leisen Töne. Immer wieder stellt er das Team in den Vorder- und seine Person in den Hintergrund. „Es ist meine Überzeugung, dass es so beim DFB nicht weitergehen sollte. Alleine ist diese Aufgabe nicht zu leisten. Es braucht Menschen, die bereit sind, an meiner Seite zu stehen, anzupacken, Aufgaben zu übernehmen. Dieses Team möchte ich Anfang des Jahres vorstellen“, sagte Peters unlängst nach der DFL-Mitgliederversammlung.

Peters kann auf eine breite Unterstützung aus dem Profilager bauen. Kein Wunder, bewegt er sich doch seit 1991 auf dem Bundesliga-Terrain. Von 1991 bis 1993 war der gebürtige Rheinland-Pfälzer stellvertretender Geschäftsführer beim 1. FC Kaiserslautern, danach stand er 27 Jahre lang in den Diensten von Schalke 04. Erst als Geschäftsführer, später als Vorstand. Seit 2004 sitzt er im Aufsichtsrat der DFL, die er Mitte Februar als dessen Vorsitzender verlässt. Für seinen Nachfolger Hans-Joachim Watzke hatte Peters immer „das profundeste Detailwissen“, DFB-Direktor Oliver Bierhoff attestierte dem Präsidentschaftskandidaten einen „360-Grad-Blick“.

Geht es nach Peters, wird es - zumindest geografisch - nur ein kurzer Umzug vom Frankfurter Westend in den Stadtwald der Mainmetropole. Dort kennt sich der frühere Journalist, der nach zwei Jahren als Fußball-Chef der Zeitschrift „RevierSport“ bei der „Westfälischen Rundschau“ volontierte und anschließend für die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ arbeitete, ebenfalls bestens aus. Immerhin gehört er schon seit 2007 dem DFB-Präsidium an.

Die Entwicklung, die der Verband in dieser Zeit genommen hat, missfällt Peters. Das hat der verheiratete Familienvater mehrfach deutlich zum Ausdruck gebracht. „Wir müssen - ich werde nicht müde es zu betonen - ein Ziel finden, das diesen Verband führt. Da hat man sich in der Vergangenheit nicht über den Weg getraut“, kritisierte er vor einiger Zeit im „Doppelpass“ bei Sport1. „Man hat in der Vergangenheit mit Indiskretionen gelebt, die dem Verband massiv geschadet haben.“

Peters: „DFB 2.0 Miteinander - Füreinander“

Seinem Wahlprogramm verpasste Peters deshalb den Titel „DFB 2.0 Miteinander - Füreinander“. Sollte er als Präsident gewählt werden, sieht er seine Rolle vor allem im Vermitteln und Moderieren zwischen den Profis und Amateuren. Das gegenseitige Verständnis und die Kommunikation müssten gestärkt und forciert werden. „In den vergangenen Jahren und Monaten ist das Vertrauen der Gesellschaft in den Fußball verloren gegangen. Der deutsche Fußball hat seine Glaubwürdigkeit eingebüßt! Beides müssen wir zurückgewinnen“, appellierte Peters an die gesamte Fußball-Familie.

Ob er damit überall Gehör findet, ist fraglich. Denn Peters schlägt auch breite Skepsis und teilweise sogar Ablehnung entgegen - insbesondere aus dem Amateurlager. Aber nicht nur. So stichelte Andreas Rettig, der einst bei der DFL mit Peters eng zusammenarbeitete und heute Geschäftsführer des Drittligisten Viktoria Köln ist: „Was auch immer dich qualifiziert, die Tätigkeit bei Schalke kann es nicht gewesen sein.“ Mit Peters als Finanzvorstand hatten die in die Zweite Liga abgestürzten Königsblauen im Geschäftsjahr 2019 - also vor der Corona-Krise - einen Verlust von 26 Millionen Euro gemacht.

Peters greift solche Kritik zu kurz. Auch mit generellen Vorbehalten gegen seine Person kann er wenig anfangen. „Ich finde Vorab-Abstimmungen nicht glücklich“, sagte er. „Mir ist es wichtig, dass man abstimmt, wenn man das gesamte Bild hat. Dazu gehören sowohl Inhalte als auch Menschen, die diese Inhalte umsetzen. Dieses Vorgehen halte ich für richtig.“ dpa

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