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Pressekonferenz am Freitag

Neuer Vertrag mit Löw - Flick wird Sportdirektor

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Nach der WM 2014 wird Co-Trainer Hansi Flick (hinten) die Nationalmannschaft verlassen, während Joachim Löw noch bis 2016 Bundestrainer bleiben wird.

Frankfurt/Main - Jetzt wird es offiziell: Joachim Löw wird seinen Vertrag als Bundestrainer am Freitag verlängern, Hansi Flick nach der WM 2014 einen neuen beruflichen Weg einschlagen.

Genau eine Woche nach der geglückten WM-Qualifikation wird Joachim Löw seinen Vertrag als Bundestrainer am Freitag verlängern. Wer ihm nach der nächsten Titelmission bei der Traum-WM in Brasilien im Sommer 2014 als Assistent zur Seite steht, bleibt aber offen. Sein bisheriger erster und wichtigster Helfer Hansi Flick soll nämlich dann als Sportdirektor die Geschicke des Deutschen Fußball-Bundes maßgeblich koordinieren.

Der DFB nannte zu den gesamten Vertragsangelegenheiten noch keine Details, lud aber am Donnerstag zu einer Pressekonferenz mit Präsident Wolfgang Niersbach, Generalsekretär Helmut Sandrock sowie der Sportlichen Leitung um Löw für den nächsten Tag um 11.30 Uhr in die Verbandszentrale ein. Dort sollen die wichtigen Personalien verkündet werden - thematisch passend im Tagungsraum mit dem Namen Sepp Herberger.

Überraschend ist die Entwicklung nicht. DFB und Löw hatten in den vergangenen Wochen genug Mühe, das Thema im Quali-Schlussspurt aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Immer wieder wurde auf noch ausstehende Gespräche in dieser Woche verwiesen. Diese liefen offenbar kurz und bündig. Schon am Tag nach der Rückkehr vom 5:3 zum Abschluss der WM-Qualifikation in Schweden konnte zur Pressekonferenz eingeladen werden.

Löw hatte sein Interesse am Montag nach wiederholten Nachfragen bekundet: „Wir haben das Ziel, dass es bis 2016 geht.“ DFB-Präsident Wolfgang Niersbach schätzt den DFB-Chefcoach sehr und ließ nie Zweifel an der Vertragsverlängerung aufkommen - unabhängig des Risikos eines WM-Scheiterns 2014.

„Wir sagen nicht, Löw muss mit der Mannschaft den Titel holen. Wir wissen, dass wir an ihm einen super Trainer haben, der auch in der Bundesliga voll akzeptiert ist. Sein Verhältnis zu den Spielern ist 1 a. Er wird als Autorität anerkannt, sowohl fachlich als auch menschlich“, sagte der Verbandschef schon im Frühjahr. An dieser Haltung hat sich nichts geändert.

Der DFB braucht den Vertrag mehr als Löw. Niersbach will am Zuckerhut nicht wie 2010 bei der WM in Südafrika jeden Tag auf eine mögliche Verlängerung angesprochen werden. Damals war eine vorzeitige Einigung über die WM hinaus an einem öffentlich ausgetragenen Vertragsdisput im Winter zwischen dem damaligen DFB-Chef Theo Zwanziger sowie Löw und dessen Vertrauten gescheitert. Komplett reibungslos verlief dagegen zwei Jahre später die Verlängerung bis 2014 - diese wurde per Pressemitteilung verkündet.

Der Bundestrainer weiß, dass er bei einer radikalen WM-Enttäuschung ohnehin gehen muss - unabhängig von vermeintlich erstmals verankerten Ausstiegsklauseln im neuen Kontrakt. „Wenn natürlich so eine Situation eintritt, trotz eines Vertrages, dass wir in der Vorrunde ohne Punkt und ohne Sieg ausscheiden, muss man nicht blauäugig sein und denken, dass alles in Ordnung ist und weitergeht. Dann gibt es in jedem Fall eine Veränderung“, sagte Löw.

Dass dies trotz der furiosen Qualifikation mit neun Siegen in zehn Spielen und einem Tore-Schnitt von 3,6 Treffern pro Partie ein nicht auszuschließendes Schreckensszenario sein muss, ist auch seit Donnerstag klar. Der Weltverband FIFA setzte das DFB-Team zwar für die Auslosung als Gruppenkopf. Ein Vorrunden-Duell mit Italien, Holland, Frankreich oder England ist aber dennoch möglich - die großen Kontrahenten werden am 6. Dezember nicht im gleichen Topf sein. Im schlimmsten Fall wäre eine Hammergruppe mit der Squadra Azzurra als Angstgegner, der starken Elfenbeinküste und Jürgen Klinsmanns US-Team möglich.

Für DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hat die WM-Planungsphase schon begonnen. Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung kann er sich noch stärker darauf konzentrieren. „Man glaubt an die Arbeit der Verantwortlichen und es gibt natürlich auch eine gewisse Ruhe während des Turniers“, so Bierhoff bereits vor dem Spiel gegen Schweden. Nach dpa-Informationen sollen auch die Vereinbarungen mit Bierhoff und Torwarttrainer Andreas Köpke im Gesamtpaket verlängert werden. Bislang hat die Sportliche Leitung Verträge bis nach der WM 2014.

Offen sind noch die genaue Ausgestaltung des Aufgabengebietes von Flick als Sportdirektor und die Nachfolgeregelung für den Co-Trainer-Job, die wohl noch gänzlich ungeklärt ist und auch am Freitag kein Thema sein dürfte. Löw hatte stets betont, dass er seinen Assistenten Flick erst nach der WM freigeben könne. Dieser soll wohl mehr als seine Vorgänger Matthias Sammer und Robin Dutt die Schnittstellen zum A-Team mehr ausfüllen und somit auch im neuen Amt weiter mit Löw verbunden sein.

dpa

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