Zukunft des DFB-Teams

"Neue Zeitrechnung": Löw richtet alles auf Holland aus

Im Umbruch steht gerade Bundestrainer Löw im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Foto: Swen Pförtner
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Im Umbruch steht gerade Bundestrainer Löw im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Foto: Swen Pförtner
Toni Kroos von Real Madrid, Niklas Süle vom FC Bayern München und Thilo Kehrer von Paris Saint Germain beim Aufwärmen. Foto: Swen Pförtner
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Toni Kroos von Real Madrid, Niklas Süle vom FC Bayern München und Thilo Kehrer von Paris Saint Germain beim Aufwärmen. Foto: Swen Pförtner
Deutschlands Julian Brandt (l) und Nico Schulz. im Training bei einer Übung mit Ball am Fuß. Foto: Swen Pförtner
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Deutschlands Julian Brandt (l) und Nico Schulz. im Training bei einer Übung mit Ball am Fuß. Foto: Swen Pförtner
Ilkay Gündogan (l-r), die Debütanten Niklas Stark und Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg bei einer Übungsform. Foto: S. Pförtner
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Ilkay Gündogan (l-r), die Debütanten Niklas Stark und Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg bei einer Übungsform. Foto: S. Pförtner
Deutschlands Torhüter Marc-Andre ter Stegen (r) und Manuel Neuer machen sich im Strafraum warm. Foto: Swen Pförtner
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Deutschlands Torhüter Marc-Andre ter Stegen (r) und Manuel Neuer machen sich im Strafraum warm. Foto: Swen Pförtner
Bundestrainer Joachim Löw beobachtet das Training der deutschen Nationalspieler. Foto: Swen Pförtner
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Bundestrainer Joachim Löw beobachtet das Training der deutschen Nationalspieler. Foto: Swen Pförtner
Bundestrainer Joachim Löw spricht auf der Pressekonferenz vor dem Länderspiel gegen Serbien. Foto: Swen Pförtner
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Bundestrainer Joachim Löw spricht auf der Pressekonferenz vor dem Länderspiel gegen Serbien. Foto: Swen Pförtner

Joachim Löw will wieder über Fußball reden. Nach den Debatten um seine Personalpolitik spricht der Bundestrainer von einer "neuen Zeitrechnung". Den Druck könne er aushalten. Für mögliche Rückschläge bittet Löw aber um Verständnis. Der erste Gradmesser heißt Holland.

Wolfsburg (dpa) - Daumen hoch von Joachim Löw: Die Wurzelbehandlung an seinem Zahn hat der Bundestrainer überstanden. Die Schmerzen sind verflogen, berichtete Löw bei der Pressekonferenz in Wolfsburg und hob, als wäre es ein Zeichen für neuen Optimismus, seinen rechten Daumen.

Nun will er nach WM-Desaster und Abstieg in der Nations League die Grundprobleme der Fußball-Nationalmannschaft beheben. "Wir stehen vor einer neuen Herausforderung, einer neuen Zeitrechnung", postulierte der in die Kritik geratene DFB-Chefcoach. Seinen Blick richtete er dabei gleich über das erste Testländerspiel des Jahres am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) gegen Serbien hinaus.

"Alles ist ausgerichtet auf die Partie am Sonntag gegen Holland. Die Woche steht in diesem Zeichen", sagte Löw und schob eine deutliche Mahnung an sein stark verjüngtes Team hinterher. "Wir müssen vorbereitet sein." Der Auftakt in der EM-Qualifikation in den Niederlanden wird zum ersten großen Gradmesser für Löws umstrittenen Radikal-Umbruch. Die Serben um Bundesliga-Toptorjäger Luka Jovic von Eintracht Frankfurt sind mit ihrem gefährlichen Spiel für den 59-Jährigen eine perfekte Oranje-Kopie in der ersten Partie nach der Ausmusterung von Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng.

Eine souveräne Qualifikation für die EM 2020 mit den weiteren Gegnern Nordirland, Weißrussland und Estland ist die Jahresaufgabe. "Wir wollen eine gute Quali spielen und uns nicht irgendwie durchwursteln", sagte Löw. Bei der EM im kommenden Sommer müsse er dann "liefern". Dass dieser Weg mit seiner verjüngten Mannschaft von Rückschlägen begleitet sein wird, ahnt Löw nach dem sportlichen Maximal-Absturz 2018. Entsprechend bat er wie Direktor Oliver Bierhoff auch um Milde in der öffentlichen Bewertung.

"Dass junge Spieler Fehler machen, habe ich häufig genug erlebt. Das habe ich auch erlebt bei den Spielern, die später Weltmeister wurden", sagte Löw - ohne die Namen Müller, Hummels oder Boateng zu nennen. "Wenn man solche Entscheidungen trifft, geht man ein Risiko ein, klar", ergänzte Löw.

Ganz kurzfristig will er entscheiden, ob Kapitän Manuel Neuer gegen Serbien im Tor spielt oder Marc-André ter Stegen nach seinen Glanzleistungen beim FC Barcelona gleich zum Jahresauftakt die versprochene Bewährungschance bekommt. Klar ist für den Chefcoach, dass Joshua Kimmich wie gleich nach der WM beschlossen als Sechser im Mittelfeld bleibt und nicht in die Abwehrkette zurückkehrt. Im Abwehrzentrum sollen Niklas Süle und Antonio Rüdiger als Nachfolger von Hummels und Boateng "eine wichtige Rolle spielen", so Löw.

Bayern-Profi Serge Gnabry wird gegen Serbien nicht zum Einsatz kommen. Der nach einer Erkältung verspätet zum Team gereiste Angreifer sei für Mittwoch "nicht eingeplant", sagte Löw. Die übrigen 22 Akteure des von ihm nominierten Kaders stehen zur Verfügung.

Der Bundestrainer wollte in Gesprächen und beim einzigen kompletten Teamtraining am Dienstagabend in der Volkswagen-Arena ausloten, wer nach anstrengenden Wochen in Liga und Champions League eventuell noch eine Verschnaufpause braucht, um dann gegen Holland in Amsterdam 100 Prozent geben zu können. Das Dreifach-Aus der deutschen Königsklassen-Clubs aus München, Dortmund und Schalke hat für Löw eine "klare Aussagekraft" über den Ist-Zustand des deutschen Fußballs. Aber: "Unsere Spieler können diese Intensität schon auch gehen", versicherte Löw.

Maximalleistung bringt seit Wochen Leroy Sané. Der 23-Jährige ist nach seiner WM-Ausbootung einer der wenigen Gewinner 2018. "Ich habe mir als Ziel gesetzt, auf dem Platz mehr voran zu gehen", sagte der Jungstar von Manchester City. "Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten, bringt sie richtig gut zur Geltung. Ich bin absolut zufrieden mit ihm", sagte Löw. Der Bundestrainer glaubt an den Fußballer Sané, der mit seinem hohem Tempo ein neues Grundkriterium des Bundestrainers erfüllt: "Er kann dauerhaft zu einem extrem wichtigen Faktor in der Nationalmannschaft werden."

Möglicher Eckpfeiler bleibt für Löw hingegen Marco Reus. "Bei Marco ist es eine Frage der Gesundheit, die individuelle Klasse ist riesengroß", sagte er über den Dortmunder. Beim BVB sei er "Triebfeder" und wisse mittlerweile, wie man "mit dem Druck umgeht".

Zum Thema Druck hatte Löw auch selbst noch eine Anmerkung zu machen. "Sie können mir glauben, dass ich verstehe, mit Druck umzugehen", sagte er als Replik auf die Aussagen seines Vorgängers, einstigen DFB-Weggefährten und neuen RTL-Experten Jürgen Klinsmann zur Gesamtverantwortung von Löw in der Krisenzeit. "Das weiß ich schon seit 14 Jahren", sagte der Bundestrainer. "Die Ansprüche an mich selbst und die Mannschaft sind immer schon eminent hoch gewesen."

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