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Daum: „Enke vertraute sich mir an“

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Robert Enke bei der Vertragsunterzeichnung in Istanbul. Es sollte die schwerste Zeit seiner Karriere werden.

Köln - Fußball-Trainer Christoph Daum hat nach eigenen Angaben seit 2003 von Robert Enkes Depressionen gewusst. Daum trainierte Enke in dessen schwerster Zeit als Fußballer.

Fußball-Trainer Christoph Daum vom türkischen Spitzenclub Fenerbahce Istanbul hat nach eigenen Angaben seit 2003 von Robert Enkes Depressionen gewusst. “Ja. Er war gerade zwei Wochen bei uns, da kam er in mein Büro und vertraute sich mir an“, sagte Daum in einem Interview mit der Zeitung “Express“.

Die Karriere von Robert Enke in Bildern

Die Karriere von Robert Enke in Bildern

Nationaltorwart Robert Enke ist tot. So wie auf diesem Bild werden ihn die Fußball-Fans in Erinnerung behalten. In unserer Fotostrecke zeigen wir die Stationenn in der Karriere des Robert Enke in Bildern. © ap
Robert Enke wurde am 24. August 1977 in Jena geboren. In seiner Heimatstadt spielte Enke für den SV Jenapharm Jenau und dem FC Carl Zeiss Jena. 1996 wechselte er zu Bundesligist Borussia Mönchengladbach. © ap
Enke verbrachte dort zwei Jahre auf der Bank, ehe er in der Saison 1998/99 unter Friedel Rausch und Rainer Bonhof zum Stammtorhüter wurde. © Getty
Trotz starker Leistungen gelang es Enke jedoch nicht, den Abstieg der Borussia aus der  Bundesliga zu verhindern. © dpa
Doch seine überzeugenden Vorstellungen brachten ihm seine erste Nominierung für die Nationalmannschaft ein. Er gehörte zum DFB-Team, das am FIFA Confederations-Cup 1999 in Mexiko teilnahm. Ein Einsatz blieb ihm jedoch verwehrt. Erst 2006 sollte er wieder in den Fokus der DFB-Auswahl rücken. © dpa
Im Sommer 1999 wechselte Robert Enke mit nur 22 Jahren nach Portugal zu Benfica Lissabon. Unter dem deutschen Trainer Jupp Heynckes wurde er Leistungsträger und schließlich Mannschaftskapitän. © dpa
Der Lissaboner Traditionsclub erreichte allerdings in den folgenden drei Spielzeiten nur mittelmäßige Ergebnisse. © Getty
Nach 77 Spielen für den portugiesischen Spitzenverein wechselte er ins Nachbarland Spanien. © Getty
Sein neuer Verein hieß FC Barcelona. Hier wird Enke im Sommer 2002 vom damaligen Barca-Coach und heutigen Bayern-Trainer Louis van Gaal offiziell vorgestellt. © dpa
Bei Barca erlitt er jedoch einen Karriereknick und kam nur zu vier offiziellen Einsätzen. © Getty
Er konnte sich auch im Training nicht anbieten. © dpa
Ein Ausleihgeschäft im Sommer 2003 in die Türkei zu Fenerbahçe Istanbul mit Trainer Christoph Daum wurde zu einem Desaster. Enkes erstes Spiel ging verloren und die eigenen Fans bewarfen ihn mit Gegenständen, woraufhin er seinen Vertrag auflöste und vorübergehend erwerbslos wurde. © dpa
Formal war Enke immernoch an Barcelona gebunden. Er ließ sich zum spanischen Zweitligisten CD Teneriffa ausleihen, wo er Stammtorhüter wurde. Im Sommer 2004 lief sein Vertrag aus, er wechselte zurück nach Deutschland. © Getty
Seine neue Heimat hieß Hannover. Von Beginn an wurde er zu einem Leistungsträger der Mannschaft und wurde seitdem mehrfach im Rahmen von Umfragen des Fachmagazins Kicker von den Bundesligaspielern zum besten Torwart gewählt. © Getty
Seit 2007 fungierte Enke auch als Mannschaftskapitän von Hannover 96. Erstmals hatte er einen Profivertrag in seiner Karriere verlängert und war damit noch bis 2010 an Hannover gebunden. © Getty
Seine überzeugenden Vorstellungen im Verein ließen ihn auch für die Nationalmannschaft wieder interessant werden. Enke wurde vor der WM 2006 von Jürgen Klinsmann in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft berufen, nahm jedoch nicht am Turnier teil. © dpa
Nach der WM setzte sich Enke zunächst wieder im Kader der Nationalmannschaft fest und fuhr als Ersatztorwart zu Länderspielen. Im März 2007 gab Enke sein Länderspieldebüt unter Jogi Löw in einem Freundschaftsspiel gegen Dänemark. © ap
Schwerer Schicksalsschlag für den sympathsicehn Torwart: Tochter Lara starb 2006 im Alter von zwei Jahren an einem angeborenen Herzfehler. Doch Enke kämpfte sich zurück, wollte weiterspielen und fand zu alter Stärke zurück. © Getty
In der Hierarchie der Nationalmannschaft stand Enke im folgenden Jahr hinter Jens Lehmann und gleichauf mit Timo Hildebrand. An der EM 2008 nahm Enke als offizielle Nummer 2 im deutschen Tor teil, hinter Lehmann und vor René Adler. © dpa
Nach der EM und dem Rücktritt von Jens Lehmann wurde Robert Enke einer der Anwärter für dessen Nachfolge als Stammtorhüter. Als Hauptkontrahent stellte sich dabei René Adler (rechts) heraus. © dpa
Sein erstes DFB-Pflichtspiel bestritt Enke am 6. September 2008 in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein. Insgesamt hütete er in sechs von elf Spielen der Nationalmannschaft in der Saison 2008/09 das Tor. © dpa
Löw hatte sich allerdings nicht ausdrücklich für Enke als neue Nummer Eins ausgesprochen, so dass sich dieser dem Konkurrenzkampf gegenüber Rene Adler, Tim Wiese und Manuel Neuer stellen musste. © Getty
Nach einer rätselhaften Virus-Erkrankung musste Enke im Herbst 2009 einige Spiele in der Bundesliga als auch Länderspiele absagen. Nur wenige Tage vor seinem Tod war Enke ins Tor von Hannover 96 zurückgekehrt. © Getty
Robert Enke wird als einer der besten und sympathischten deutschen Torhüter in die Analen der Bundesliga und des DFB eingehen. © dpa

Er habe dem Torhüter, den er als damaliger Fenerbahce- Coach vom FC Barcelona ausgeliehen hatte, jegliche Hilfe und Unterstützung zugesagt, berichtete Daum. “Ich habe ihm gesagt: Ich helfe dir, wo ich kann, weil ich absolut überzeugt von dir bin.“ Der 56-Jährige erklärte, er habe Enke einen Experten aus Köln empfohlen.

So kam Enke zum Facharzt für Psychiatrie, Valentin Markser, bei dem er bis zu seinem Selbstmord am Dienstagabend in Behandlung war. Daum trat der Ansicht, Enke sei als Torhüter seinerzeit in Istanbul gescheitert, energisch entgegen.

“Quatsch. Im ersten Spiel haben wir mit Robert 0:3 verloren. Ich habe zu ihm gesagt: Robert, du bist ein großartiger Torwart. Du bist ein toller Mensch. Wir wollten, dass er bei uns bleibt.“ Dennoch löste Enke seinen Vertrag in Istanbul auf, nachdem er bei seinem ersten Auftritt von den eigenen Fans beschimpft und mit Gegenständen beworfen worden war.

Daum: “Depressionen sind keine Kopfschmerzen“

Danach war Enke einige Zeit ohne Verein, bevor er vor seinem Engagement bei Hannover 96 bei CD Teneriffa in den Profi-Fußball zurückkehrte. Daum, der nach seinem Engagement beim 1. FC Köln in diesem Sommer wieder zum türkischen Rekordmeister Fenerbahce zurückkehrte, sprach sich vehement dafür aus, mit psychischen Erkrankungen viel offener umzugehen.

Depressionen seien “keine Kopfschmerzen“, sondern “eine schwere Krankheit, die leider von der Gesellschaft tabuisiert wird. Da heißt es schnell: Mensch, was ist das für ein Weichei.“

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