Clasico, Teil 4: Wieder fliegen die Giftpfeile

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Zum vierten Mal innerhalb kurzer Zeit trifft der FC Barcelona auf Real Madrid

Barcelona - Clasico, die Vierte: Auch vor dem Rückspiel im CL-Halbfinale zwischen den Erzrivalen FC Barcelona und Real Madrid versuchen beide Lager, den Gegner mit Provokationen zu verunsichern.

Sticheleien, Rassismusvorwürfe, offene Provokationen: Der Wahnsinn geht vor dem vierten Clasico dieser Saison zwischen den spanischen Erzrivalen FC Barcelona und Real Madrid weiter. Vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) streiten beide Parteien wieder über Schiedsrichter, angebliche oder tatsächliche Theatralik und die Klubkultur des jeweils anderen. Der Sport gerät, wie beim 2:0 für Barca im skandalösen Hinspiel am vergangenen Mittwoch, völlig zur Nebensache.

Chef-Provokateur Jose Mourinho hielt sich zwar bedeckt - der Real-Trainer ist für das Spiel im Camp Nou gesperrt und erschien daher auch nicht auf der Pressekonferenz am Montag. Die Abteilung Attacke im Klub des verletzten Sami Khedira und von Mesut Özil übernahmen derweil andere. Auf der Internetseite der Königlichen wurden in einem Video Fehler des belgischen Schiedsrichters Frank De Bleeckere gezeigt, der die Begegnung leiten soll.

Zudem wurde Barcas Sergio Busquets als Rassist geschmäht. Spanische Medien berichteten unterdessen, dass Real bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) Sperren gegen sechs Barca-Spieler und -Trainer Josep Guardiola gefordert haben soll. Die Katalanen hielten mit Sticheleien ihres Präsidenten Sergio Rosell sowie Attacken der Klublegende Johan Cruyff dagegen.

Mourinho dürfte die Nominierung De Bleeckeres als offenen Affront der UEFA werten. „Warum? Warum Övrebö? Warum Busacca? Warum De Bleeckere?“, hatte er nach dem Hinspiel gefragt. All diese Referees sollen Barca - wie angeblich auch Wolfgang Stark am Mittwoch vergangener Woche - bevorteilt haben. De Bleeckere habe letztes Jahr im Halbfinal-Rückspiel zwischen Barca und Inter Mailand, das damals von Mourinho trainiert wurde, Inters Thiago Motta für eine Lappalie Rot gezeigt.

Die königlichen Verschwörungstheoretiker führten außerdem den Beweis, dass Barcas Busquets Madrids Brasilianer Marcelo im Hinspiel als „Mono“ („Affe“) beschimpft hat. Wer von Busquets' Lippen im entsprechenden Video liest, könnte tatsächlich zu dieser Erkenntnis kommen. Daher, so die Real-Forderung, müsse Busquets für zwei Spiele gesperrt werden - wie auch die „Provokateure“ Dani Alves und Pedro. Für Seydou Keita, Victor Valdes und Javier Mascherano forderte Madrid je ein Spiel Sperre. Und Guardiola, dessen „perfiden Plan“ die Spieler ja nur befolgt hätten, solle bitteschön auch bestraft werden.

„Ich appelliere an Höflichkeit“, sagte Barca-Präsident Rosell angesichts der neuerlichen Angriffe. Die Zuschauer sollten „an unser Team denken, nicht an die Provokationen, die uns angetan wurden. Ich mag die Atmosphäre nicht, die die andere Seite da kreiert hat“. Cruyff schob in seiner Kolumne in El Periodico die Schuld für all die skandalösen Szenen Reals-Boss Florentino Perez zu. Mit der Verpflichtung von Mourinho habe Perez „Werte und Geschichte des Klubs vergessen“. Und was Mourinho angeht, so habe er „gehört, dass der verrückt ist. Er hat seine Glaubwürdigkeit vollständig verloren“.

Die Madrider Mannschaft redete sich indes selbst stark. „Man weiß nie, was passieren kann“, sagte Kapitän Iker Casillas. Verteidiger Sergio Ramos, der wie Pepe gesperrt fehlt, meinte: „Wir haben Hoffnung.“ Und Stürmer Gonzalo Higuain kündigte an, „dass wir unser Leben geben werden, um dort zu gewinnen.“ Schließlich, ergänzte Sportdirektor Jorge Valdano: „Wenn eine Mannschaft auf der Welt den Habitus des Heldentums pflegt, dann Real Madrid.“

Real wisse, wie man in der Königsklasse 2:0 in Barcelona gewinnt, hieß es auf der Homepage aufmunternd. 2002 gewannen die „Galaktischen“ um Zinedine Zidane mit diesem Ergebnis im Camp Nou und zogen nach einem 1:1 im Rückspiel ins Endspiel ein. Dort wurde dann Bayer Leverkusen 2:1 in Glasgow niedergerungen.

Barca macht derweil Mut, dass Andres Iniesta nach einer Verletzung wieder zur Verfügung steht. Auf die Frage, wer der bessere Mittelfeldspieler sei - Iniesta oder Özil - stimmten in einer Internetumfrage des Hausblatts El Mundo Deportivo 90 Prozent für den Spanier.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Barcelona: Victor Valdes - Dani Alves, Mascherano, Pique, Puyol - Xavi, Busquets, Iniesta - Villa, Messi, Pedro

Trainer: Guardiola

Madrid: Casillas - Arbeloa, Ricardo Carvalho, Raul Albiol, Marcelo - Xabi Alonso, Diarra - Di Maria, Özil, Ronaldo - Adebayor (Benzema). - Trainer: Mourinho

Schiedsrichter: Frank De Bleeckere (Belgien)

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