"Clasico": Mourinho schießt gegen Guardiola

Madrid - Real Madrids Startrainer Jose Mourinho hat im verbalen Schlagabtausch mit Josep Guardiola gekontert und seinen Gegenüber einen Tag vor dem „Clasico“ gegen den FC Barcelona ins Lächerliche gezogen.

Der Spanier gehöre zu einer ganz neuen Gruppe von Trainern, die „richtige Entscheidungen der Schiedsrichter kritisieren“, sagte Mourinho auf einer Pressekonferenz vor dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky).

Zuvor war Guardiola mit einer Provokation nach vorn geprescht. Der Barca-Coach befeuerte die ewige Feindschaft zwischen den beiden spanischen Spitzenklubs mit der Aussage, Mourinho wäre „überglücklich“, sollte dessen portugiesischer Landsmann Pedro Proenca als Schiedsrichter für das Duell zwischen den Erzrivalen ausgewählt werden. Es kam anders, Wolfgang Stark aus Ergolding wird das Spiel im Bernabeu-Stadion leiten.

„Abgesehen von der Nominierung des Schiedsrichters und der Tatsache, dass sie Druck ausgeübt haben, damit es nicht Proenca wird, ist das Wichtigste, dass wir uns in einem neuen Zyklus befinden“, führte Mourinho aus. Anschließend stellte der egozentrische Coach seine ganz eigene Klassifizierung vor.

Die vielen Gesichter des José Mourinho

Die vielen Gesichter des José Mourinho

„Bislang hatten wir zwei Arten von Trainern. Eine ganz kleine Gruppe, die niemals mit dem Schiedsrichter spricht. Dazu kommt eine wesentlich größere Gruppe, zu der auch ich gehöre, die Kritik übt, wenn schwerwiegende Fehler gemacht werden. Diese Gruppe lässt es sich allerdings auch nicht nehmen, gute Leistungen der Schiedsrichter zu loben. Und nun, nach der Aussage von Pep, starten wir in eine neue Äre mit einer dritten Gruppe, die korrekte Entscheidungen kritisiert“, sagte Mourinho: „Derzeit besteht die Gruppe allerdings nur aus ihm.“

Guardiola, der sich nach dem verlorenen Pokalfinale gegen die Königlichen (0:1 n.V.) über ein nicht gegebenes Tor seiner Mannschaft beschwert hatte, wollte Mourinhos Ausführungen nicht unkommentiert lassen. „Wir haben vier Jahre zusammengearbeitet. Er kennt mich und ich kenne ihn, darauf kommt es an. Es bleibt ein bitterer Beigeschmack, wenn so jemand das, was er liest, lieber glaubt als das, was du gesagt hast“, sagte Guardiola, der in den 90er Jahren als Barca-Profi unter Co-Trainer Mourinho gespielt hatte. Guardiola bestritt vehement, den Schiedsrichter kritisiert zu haben. Aus gutem Grund: Die Fernsehbilder hatten klar belegt, dass die Abseits-Entscheidung richtig war.

Der FC Barcelona muss im Halbfinal-Hinspiel einen Ausfall verschmerzen: Mittelfeldspieler Andres Iniesta muss passen. Warum der spanische Welt- und Europameister im „Clasico“ fehlt, ist allerdings nicht bekannt. „Andres Iniesta fällt aus. Er wird zu hundert Prozent nicht dabei sein“, sagte Guardiola am Dienstag. Mehr ließ sich der Barca-Trainer nicht entlocken.

sid

Rubriklistenbild: © getty

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