Klarer Sieg über Marseille

Dortmund auch ohne gesperrten Klopp souverän

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Dortmunds Torschütze Robert Lewandowski (M) feiert den Treffer zum 3:0 mit Henrich Mchitarjan (l) und Erik Durm (r).

Dortmund - Auch ohne den Beistand von Trainer Jürgen Klopp ist Borussia Dortmund in der Champions League zurück auf Erfolgskurs. Wie ein souveräner Sieg über Olympique Marseille zeigt.

Unter der Regie von Assistent Zeljko Buvac, der seinen auf die Tribüne verbannten Chef für ein Spiel vertrat, setzte sich der Vorjahresfinalist am Dienstagabend mit 3:0 (1:0) gegen Olympique Marseille durch. Zwei Wochen nach der turbulenten 1:2-Auftaktpleite in Neapel bewahrten Robert Lewandowski (19./80./Foulelfmeter) und Marco Reus (52.) den BVB vor einem weiteren Rückschlag. Vor 65 600 Zuschauern lieferte der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga auch ohne fünf eine taktisch sehr reife Leistung ab und verbesserte sich vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw in der Gruppe F mit drei Punkten auf Platz zwei. In drei Wochen muss der BVB beim Spitzenreiter FC Arsenal ran.

Klopp beobachtete das Duell der beiden Vizemeister von einer Loge des BVB-Ausrüsters im Stadion aus - nach seinem Ausraster vor 13 Tagen in Neapel wurde er für ein Spiel gesperrt. Kontakte zur Mannschaft waren ihm während der Partie untersagt. „Die Schwächung wird im Promillebereich ablaufen, wenn ich einmal draußen sitze“, prophezeite Klopp dem TV-Sender Sky. Er harmoniere „meistens telepathisch“ mit Buvac. Der Schweiger aus Banja Luka, Spitzname „das Gehirn“, arbeitet seit 2001 als Assistent von Klopp und gilt als absoluter Taktikexperte.

Der Revierclub begann seinen „Grand ohne fünf“ mit dem erwarteten Dauerpressing sehr diszipliniert und offensiv ambitioniert, ohne die Absicherung nach hinten zu vergessen. Nach nur sechs Minuten prüfte Nationalspieler Reus mit einem gefährlichen Schuss von der Strafraumgrenze aus Gästekeeper Steve Mandanda. Das Fehlen von Rotsünder Roman Weidenfeller und der verletzten Marcel Schmelzer, Ilkay Gündogan, Sebastian Kehl und Lukasz Piszczek machte sich zu keiner Zeit bemerkbar. Für Weidenfeller stand Mitch Langerak im Tor, Erik Durm gab den Schmelzer-Vertreter auf der linken Abwehrseite.

Dortmunds gewohnt hohe Laufbereitschaft und konsequente Zweikampfführung zeigte immer wieder Wirkung. In der 19. Minute verloren die Südfranzosen den Ball am gegnerischen Strafraum - nur 15 Sekunden nach der Balleroberung veredelte Lewandowski den Bilderbuchkonter über sieben Stationen nach einem Assist von Durm mit dem 1:0. Buvac sprang zufrieden auf, in der Loge jubelte Chefcoach Klopp und ballte die Faust. OM brachte bis auf einen Freistoß von Nationalspieler Mathieu Valbuena, den Langerak prima parierte (21.), zunächst wenig zustande. 60 Sekunden später scheiterte Lewandowski mit einem Hochkaräter aus drei Metern an Mandanda.

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Der neunmalige Meister Frankreichs investierte jetzt mehr, hatte zeitweise sogar Ballbesitzvorteile - aber keine zwingenden Gelegenheiten. Der BVB verlegte sich bis zur Pause aufs Kontern und ließ nur noch bei einem Schuss von Reus seine Gefährlichkeit aufblitzen (40.). „Wir können zufrieden sein. Wir haben insbesondere in den ersten 30 Minuten ein sehr gutes Spiel gemacht“, analysierte Dortmunds Manager Michael Zorc in der Halbzeit.

Nur das beruhigende 2:0 fehlte, und das fiel in der 52. Minute nach einem Torwartfehler von Mandanda, der eine Freistoßflanke von Reus ins Tor rutschen ließ. Das Tor wirkte wie ein Betäubungsmittel für den französischen Premierengewinner der Champions League 1993. Sichtlich befreit spulte die Borussia ihr Pensum ab. Durm (58.) und Pierre-Emerick Aubameyang (61.) vergaben leichtfertig noch gute Möglichkeiten, Lewandowski setzte mit einem Foulelfmeter schließlich die Schlusspointe - Nicolas Nkoulou hatte Reus gelegt. Mit diesem Erfolg ist auch die Wiedergutmachung für die beiden Niederlagen gegen Marseille (0:3 in Marseille, 2:3 zuhause), die 2011 zum Vorrunden-Aus in Europas Glamourliga beitrugen, mühelos gelungen. Am Samstag wartet in der Bundesliga in Gladbach gleich die nächste knifflige Herausforderung für den BVB.

Von Heinz Büse

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