Vor dem letzten Spieltag

Champions League: Beckenbauer glaubt an Freiburg

+
Wenn Franz Beckenbauer recht behält, darf sich die Champions League auf Unikum Christian Streich freuen.

Frankfurt/Main - Wenn Franz Beckenbauer recht behält, darf sich die Champions League auf Unikum Christian Streich freuen. „Die Freiburger haben die bessere Ausgangsposition.

Ihnen ist es zuzutrauen, zu Hause gegen Schalke zu gewinnen“, kommentierte der Sky-Experte die Lage vor dem Endspiel zwischen dem dem SC Freiburg und Schalke 04 um den Qualifikationsplatz zur Königsklasse. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) geht es aber nicht nur um die Champions League. Eintracht Frankfurt, der Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach kämpfen gleichzeitig um den letzten freien Platz in der Europa League.

Um das ganz große Geld geht es allerdings in Freiburg. Rund 20 Millionen Euro, die in der Königsklasse zu verdienen sind, stehen auf dem Spiel. Die Breisgauer, die von Streich in der Winterpause der Vorsaison auf dem letzten Tabellenplatz übernommen wurden, können mit einem Sieg Geschichte schreiben. „Das würde Christian Streich adeln. Die Erfolge in Freiburg sind zu einem hohen Prozentsatz ihm zuzuschreiben“, sagte Beckenbauer.

Sie bringen die Würze: Reizfiguren des Fußballs

Sie bringen die Würze: Reizfiguren des Fußballs

Klubchef Fritz Keller fühlt sich bereits vor der wohl wichtigsten Partie der Klubgeschichte wie im Märchen. „Wenn man eineinhalb Jahre zurückblickt, ist das unbegreiflich. Das ist ein Super-Gefühl, da muss man sich schon zwicken. Wir sind über unser Ziel hinausgeschossen“, sagte Keller, der auf den richtigen Mann gesetzt hat. Schließlich hat Streich erst vor drei Wochen den Machtkampf mit Manager Dirk Dufner gewonnen und am Freitag seinen Vertrag verlängert.

Nun ist Dufner weg. Dasselbe trifft nach der Saison auch auf die Profis Jan Rosenthal, Johannes Flum (beide Eintracht Frankfurt), Daniel Caligiuri (VfL Wolfsburg) und Max Kruse (Borussia Mönchengladbach) zu. Sollte der SC tatsächlich die Champions League schaffen, dürfte sich das Quartett wohl in den Hintern beißen.

Keller, der nach dem 2:1 (0:1) bei der SpVgg Greuther Fürth einen weiteren Ausverkauf ausgeschlossen hat („Wir brauchen kein Geld, wir brauchen eine schlagkräftige Mannschaft“), glaubt jedenfalls an den großen Wurf: „Die Spieler haben Hunger, das wird ein Fest. Dieses Endspiel gegen Schalke haben sich die Jungs echt verdient.“

Während sich die Freiburger auf Schalke freuen, hat bei den Königsblauen nach dem 1:2 (0:1) gegen den VfB Stuttgart das große Zittern begonnen. Selbst „Raubein“ Jermaine Jones fühlt sich nicht ganz wohl in seiner Haut: „Wie hat Olli Kahn gesagt? Jetzt brauchst Du Eier und Typen, die sich nicht verstecken!“

Unvergessene Torwart-Legenden

Unvergessene Torwart-Legenden

Aus der geplanten Party zu den Vertragsverlängerungen von Juwel Julian Draxler und Trainer Jens Keller wurde beim letzten Schalker Heimspiel nichts, stattdessen herrschte Katerstimmung. „Wir haben es verspielt. Das war ein Elfmeter, den wir drübergehauen haben“, sagte Sportdirektor Horst Heldt: „Das lässt einen älter werden. Ich habe ein paar Jahre verloren.“

Keller übte sich nach der Niederlage gegen seinen alten Arbeitgeber in Zweckoptimismus, konnte aber bei aller Freude über den neuen Vertrag bis 2015 seine Enttäuschung nicht verbergen: „Ich hätte gerne den Deckel draufgemacht, dann wäre es ein perfektes Wochenende gewesen. Jetzt ist es halt auf die nächste Woche verschoben.“

Den Schalkern (52 Punkte) reicht bereits ein Remis in Freiburg (51), sollte Frankfurt (50) gegen den VfL Wolfsburg nicht mit mindestens fünf Toren Unterschied gewinnen. Der Aufsteiger aus Hessen muss allerdings seinerseits erst einmal das Fernduell gegen Hamburg (48) und Gladbach (47) im Kampf um einen Platz in der Europa League gewinnen. „Die Situation ist nicht prickelnd. Es wäre bitter, wenn man die gesamte Saison unter den ersten sechs Plätzen steht, und dann da oben rausfällt“, sagte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen nach dem 1:1 (0:1) bei Werder Bremen.

Während Hamburgs Trainer Thorsten Fink vor der Partie gegen Bayer Leverkusen noch hofft („Psychologisch sind wir im Vorteil - wir haben viel zu gewinnen und nichts zu verlieren“), hat sein Gladbacher Kollege Lucien Favre vor dem letzten Saisonspiel gegen Meister Bayern München den Glauben verloren: „Wir müssen ja nur 10: 0 gewinnen...“

Von Alexander Sarter

Zurück zur Übersicht: Fußball

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser