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BVB-Bankett: Fischer singt, Stars trauern

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Helene Fischer sang für die Stars

London - Die Enttäuschung saß tief, doch schon wenige Stunden nach der 1:2-Niederlage im Finale der Champions League gegen Bayern München formulierten die Dortmunder Borussen neue Ziele.

Als sich die Verlierer im Natural History Museum gleich hinter dem riesigen Dinosaurier-Skelett den rund 1400 geladenen Gästen präsentierten, erfüllte tosender Applaus die 153 Jahre alte Location im Londoner Stadtteil South Kensington. Dort wollte Borussia Dortmund eigentlich den zweiten Gewinn der Champions League nach 1997 feiern. Doch statt des Triumphmarsches begleiteten sie Beatles-Hits auf die Bühne. Die Tränen der Spieler nach dem Abpfiff waren zwar inzwischen getrocknet, der Stachel der Enttäuschung über die 1:2 (0:0)-Niederlage gegen Bayern München saß aber immer noch tief und wird noch lange schmerzen.

 

Trauer und Stolz: Die BVB-Stars beim Bankett

Trauer und Stolz: Die BVB-Stars beim Bankett

 

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke versuchte die schwarz-gelben Party in Schwung zu bringen, als er trotzig ins Mikrofon rief: „Es fühlt sich immer noch scheiße an, dass wir nicht gewonnen haben. Aber wir haben uns teuer verkauft und ganz Europa gehörigen Respekt abgenötigt. Und im nächsten Jahr werden wir noch einmal ganz massiv angreifen.“

Einige der BVB-Profis registrierten die Worte mit einem gequälten Lächeln. Zwei Stunden zuvor mussten sie mit ansehen, wie der Erzrivale die begehrteste Trophäe im Klub-Fußball in den Londoner Nachthimmel stemmte. Einige Borussen wandten sich mit feuchten Augen demonstrativ ab, als UEFA-Boss Michel Platini Bayern-Kapitän Philipp Lahm den „Henkelpott“ überreichte.

Die Borussen hatten eine starke Vorstellung und den Münchnern bei ihrer dritte Finalteilnahme innerhalb von vier Jahren lange Paroli geboten, teilweise sogar das Spiel dominiert. Doch am Ende standen sie frustriert und traurig mit leeren Händen da, hatten allenfalls viele Sympathien gewonnen.

Bayern gewinnt CL-Finale gegen BVB: Bilder

Bayern gewinnt CL-Finale gegen BVB: Bilder

„Ich respektiere die Niederlage. Bayern hat zwei Tore gemacht, wir nur eins. Ich werde noch ein wenig brauchen, bis ich den Stolz fühlen kann, der in mir schlummert. Es tut eben richtig weh, wenn man es so knapp nicht schafft. Dennoch haben wir gezeigt, dass wir es verdient hatten, im Finale zu stehen. Das Jahr war großartig, nur das Ende war Mist“, sagte Trainer Jürgen Klopp. Auch er kämpfte nach Spielende mit den Tränen.

Man habe eine tolle Saison gespielt. „Und wir werden zurückkommen. Vielleicht nicht nach Wembley. Lissabon im nächsten Jahr wird schwer, aber das Finale in Berlin 2015 wäre doch ein guter Ort und eine gute Zeit“, ergänzte Klopp, während Watzke den Fans versprach: „Wir werden auch im nächsten Jahr eine gute Mannschaft haben, die alles raushaut, was sie hat.“

Doch wie diese genau aussieht, wollte niemand auch nur andeuten. Während der Party verdichteten sich die Spekulationen, Robert Lewandowski würde Mario Götze schon im Sommer nach München folgen, zumal Bayerns scheidender Trainer Jupp Heynckes sich offensichtlich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte, als er bei der Pressekonferenz zum Kader der nächsten Spielzeit anmerkte: „Mario Götze wird noch dazu kommen, Robert Lewandowski wird auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Das sind noch zwei Top-Offensivspieler mehr.“

Das Objekt der Begierde ließ nichts durchblicken und verabschiedete sich nach der Landung in Dortmund zur polnischen Nationalmannschaft. Lewandowski besaß auch gegen den vermeintlich künftigen Arbeitgeber in der ersten Halbzeit zwei Riesen-Möglichkeiten zur Führung, die sicherlich das Spiel geprägt hätte, scheiterte jedoch jeweils an Nationaltorhüter Manuel Neuer.

Der BVB leistete einen wesentlichen Beitrag zu einem hochklassigen Finale, versäumte es jedoch, sich schon vor dem Wechsel zu belohnen. „Wir sind stolz, den Bayern so lange Paroli geboten zu haben, aber es hat nicht sollen sein. Aber wir haben eine klasse Champions-League-Saison gespielt“, sagte BVB-Keeper Roman Weidenfeller nach einer erneut überragenden Vorstellung und blickte kurz zurück. Im fernen Miami öffnete derweil Bundestorwarttrainer Andreas Köpke die Tür zur Nationalmannschaft für den Zerberus zumindest einen Spalt.

Die Borussia war in der Königsklasse elf Spielen in Folge unbesiegt gewesen, im zwölften setzte es eine 0:2-Niederlage im Halbfinal-Rückspiel bei Real Madrid, was nach dem grandiosen 4:1 im Hinspiel ohne Folgen blieb. Mit einer kurzen Einspielung auf einen Videowand erinnerten die spektakulärsten Szenen an den Husarenritt des BVB durch Europa - er machte Appetit auf mehr in der neuen Saison.

SID

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