Bundesliga: Welche Entscheidungen noch fallen

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Der FC Bayern hat nach dem 4:1 über Schalke gute Karten im Kampf um Rang 3

Stuttgart - Borussia Dortmund feiert seine siebte Meisterschaft. Diese Entscheidung ist gefallen - doch andere Teams müssen noch die Ärmel hochkrempeln, um ihre Ziele zu erreichen.

Die Fußball-Bundesliga verneigt sich vor dem neuen deutschen Meister: “Borussia Dortmund hat eine großartige Saison gespielt. Sie sind ein würdiger Nachfolger von Bayern München“, sagte dessen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Auch Michael Ballack vom einzigen nennenswerten Verfolger Bayer Leverkusen meinte: “Es gab selten eine Meisterschaft, die so dominant war.“

In Dortmund selbst feierten Spieler, Trainer und Fans nach dem 2:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg ausgelassen den siebten Meistertitel der BVB-Geschichte. Möglich wurde die vorzeitige Party durch den 2:0-Erfolg des 1. FC Köln gegen Leverkusen. Dadurch steckt zwei Spieltage vor Schluss weiter die halbe Liga im Abstiegskampf.

Der 32. Spieltag war eine Art Aufstand der Kellerkinder. Köln nahm Leverkusen die letzte Titelchance. Borussia Mönchengladbach stieß Hannover 96 vom dritten Platz und brachte durch den 1:0-Auswärtssieg nicht nur den FC Bayern (4:1 gegen Schalke 04) wieder auf Champions-League-Kurs, sondern auch sich selbst bis auf zwei Punkte an den Relegationsplatz heran.

Da auch der VfL Wolfsburg (1:0 in Bremen), der VfB Stuttgart (2:1 in Hoffenheim) und der 1. FC Kaiserslautern (3:0 gegen St. Pauli) einen großen Schritt aus der bedrohten Region herausmachten, gab es im Abstiegskampf vor allem zwei Verlierer: Den FC St. Pauli, der als Tabellenletzter nur noch theoretisch zu retten ist. Und Eintracht Frankfurt, das nach einer desolaten 0:3-Pleite bei Mainz 05 auf den Relegationsrang zurückgefallen ist. “Die Situation war prekär für uns und ist jetzt natürlich noch prekärer“, sagte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen. In Frankfurt randalierten knapp 40 Fans. Die Polizei musste einen Warnschuss abgeben, um die Situation zu beruhigen.

Welch ein Kontrast dazu in Dortmund: Mit Autokorsos, spontanen Partys und jeder Menge Meister-T-Shirts feierten tausende Fans dort den Titelgewinn ihrer Borussia. Wild hupend und Fahnen schwenkend fuhren sie über den Innenstadtring und den Borsigplatz, die Wiege des BVB. “Ich habe Gänsehaut, ich zittere am ganzen Körper, das ist doch Wahnsinn. Noch vor zwei Jahren stand ich selbst da oben auf der Tribüne“, meinte der Flügelflitzer Kevin Großkreutz.

Autokorsos, Bierduschen & ein kahler Großkreutz: Dortmund feiert Meistertitel

Autokorsos, Bierduschen  & ein kahler Großkreutz: Dortmund feiert Meistertitel

Selten war ein Meistertitel so verdient. Die Borussia gewann die meisten Spiele (22), kassierte die wenigsten Gegentore (19), war immer da, wenn es darauf ankam - und das auch noch mit dem geringsten Durchschnittsalter eines Meisterteams in der Historie der Bundesliga. “Es hätte die Gesetzmäßigkeiten des Sports konterkariert, wenn diese Mannschaft nicht Meister geworden wäre“, sagte Trainer Jürgen Klopp.

Sportdirektor Michael Zorc schwärmte sogar: “Was die Jungs geleistet haben, ist nicht in Worte zu fassen. Soweit ich das beurteilen kann, ist diese Meisterschaft die größte Leistung der Vereinsgeschichte.“ Im Gegensatz zu den Erfolgen von 1995, 1996 und 2002 bewies die Borussia diesmal nämlich, dass es auch noch einen anderen Weg gibt, als den Titel mit viel Geld zu erkaufen.

“Unsere Meisterschaft in diesem Jahr ist Platz drei“, sagte Mario Gomez nach dem zeitweise berauschenden 4:1-Sieg des FC Bayern gegen Schalke 04. Der entthronte Titelverteidiger ist dadurch auf den Champions-League-Qualifikationsrang zurückgekehrt. Auch Arjen Robben versicherte: “Wir geben den dritten Platz definitiv nicht mehr her.“ Selbst beim großen Rivalen Hannover 96 scheint man davon auszugehen. “Ich glaube nicht, dass Bayern jetzt noch irgendwo Punkte lässt“, meinte Trainer Mirko Slomka nach der Niederlage gegen Gladbach.

Mehr als eine Vorentscheidung ist im Rennen um den letzten Europa-League-Platz gefallen: Mainz liegt jetzt fünf Punkte vor dem 1. FC Nürnberg. Der Hamburger SV hat mit dieser Entscheidung nach dem 0:2 gegen den SC Freiburg definitiv nichts mehr zu tun.

dpa

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