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Bayern-Blamage auf dem Betzenberg

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Bastian Schweinsteiger (links) schlägt die Hände neben Lautern-Spieler Florian Dick über dem Kopf zusammen.

Kaiserslautern - Mit dem Sensationssieg gegen Rekordmeister Bayern München hat Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern nach vier Jahren Bundesliga-Abstinenz den Mythos Betzenberg wiederbelebt.

Ivo Ilicevic (36. Minute) und Srdjan Lakic (37.) schossen die Roten Teufel am Freitagabend per Doppelschlag zum leidenschaftlich erkämpften 2:0 (2:0)-Sieg und damit für eine Nacht an die Tabellenspitze. Für Lakic war es in der noch jungen Saison schon der dritte Treffer, Kollege Ilicevic hat zwei Tore auf dem Konto, sah allerdings in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte und fehlt im nächsten Spiel in Mainz.

Vor 49 780 frenetischen Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter- Stadion zeigte die Mannschaft von Trainer Marco Kurz gegen das konsternierte Münchner Starensemble alle Tugenden, die die Pfälzer zum Unikat des deutschen Fußballs gemacht haben. Der erste Heimsieg gegen die Bayern seit mehr als elf Jahren war der Lohn. Auch in die Saison 1997/98 war man als Aufsteiger mit zwei Siegen gestartet - und wurde am Ende gar Meister.

Lautern spielte ohne Angst und mit heißem Herzen gegen den großen Favoriten auf. Schon die Anfangsphase gehörte dem munteren Gastgeber, bei dem die Laufbereitschaft stimmte. Die Bayern waren noch nicht präsent genug. Eine richtige Torchance hatte der 1. FCK eine Woche nach dem 3:1-Sieg in Köln aber zunächst nicht. Ganz so forsch ging man doch erstmal nicht zu Werke.

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“Das ist unglaublich, einfach unglaublich. Aber es ist auch unglaublich, dass wir so viele Ballverluste hatten und so viele Fouls begangen haben. Wir hätten nach fünf Minuten merken müssen, wie der Schiedsrichter pfeift. Da müssen sich die Spieler dieser Linie anpassen. Es ist aber auch unglaublich, dass wir mit zehn Mann besser waren als mit elf." (Louis van Gaal nach der 1:2 Niederlage in Bordeaux) © sampics
"Das ist nicht einer Spitzenmannschaft würdig. Natürlich wissen wir, dass wir uns steigern müssen." (Mark van Bommel nach der Niederlage in Bordeaux) © dpa
„Ich habe keine Erklärung, warum wir so gespielt haben. Aber vielleicht ist das auch nur eine Ausrede, um nichts erklären zu müssen.“ (Mark van Bommel nach einer schlechten Leistung beim 1:0 gegen Karlsruhe) © sampics
„Wir stecken alle gemeinsam, äh, in der Scheiße." (Lukas Podolski nach der Niederlage gegen Barcelona) © getty
„Ich bin überzeugt von der Arbeit, die wir leisten. Ich weiß, es ist ein Prozess, der mit vielen Problemen verbunden ist." (Jürgen Klinsmann nach der Pleite gegen Barcelona) © getty
„Ich bin ein Kämpfer und mache das Ding weiter. Die Chemie stimmt intern." (Klinsmann nach einer Heimpleite gegen Schalke 04) © getty
„Mir geht die Kritik auf die Eier.“ (Michael Rensing nach einem seiner Torwartfehler) © getty
„Es ist normal, dass Mannschaften, die in der Woche international spielen, danach in der Bundesliga Punkte lassen.“ (Felix Magath nach einer Niederlage gegen Bielefeld 2006) © dpa
Oliver Kahn entschuldigte die Niederlage in Bielefeld 2006 mit der Lieblingsausrede Nummer zwei: „Die anstrengende WM.“ © dpa
„Ich bin immer noch am Überlegen, welche Sportart meine Mannschaft an diesem Abend ausgeübt hat. Fußball war’s mit Sicherheit nicht.“ (Franz Beckenbauer nach einer Bayern-Niederlage) © dpa
„Das war kein gutes Spiel, weil wir verloren haben. Aber ich bin bereit für die Bundesliga.“ (Luca Toni nach einer 0:1-Niederlage im Testspiel gegen Jahn Regensburg) © dpa
„Da kann man nicht von Pech sprechen. Da fehlt es an Qualität. Für viele reicht es nicht für die 3. Liga. Vielleicht auch nicht für den Trainer.“ (Mehmet Scholl nach der erneuten Niederlage der Bayern-Amateure gegen Rot-Weiß Erfurt) © getty
„Wer das Tor macht, gewinnt.“ (Louis van Gaal nach einer Niederlage gegen Hamburg) © dpa
„Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken.“ (Lothar Matthäus nach einer Niederlage) © dpa
„Wir sind zufrieden mit den drei Punkten." (Lukas Podolski nach einem 1:1 gegen den AC Florenz) © dpa
„Wenn man alle außer Kahn in einen Sack stecken und draufhauen würde, träfe man immer den Richtigen.“ (Franz Beckenbauer nach der 0:3-Niederlage in der CL gegen Lyon 2000/01) © sampics

Die Bayern brauchten ohnehin 20 Minuten, um ins Spiel zu finden, dann zeigten sie aber nachdrücklich ihre enormen Fähigkeiten. Einen sehenswerten Doppelpass mit Bastian Schweinsteiger konnte der in der zentralen Spielmacherposition agierende Thomas Müller frei stehend nicht zum Führungstor aus elf Metern verwerten. “Normalerweise macht Müller aus solchen Szenen Tore“, urteilte Tribünengast Joachim Löw. Dem von seiner Knieverletzung genesenen Ivica Olic und dem Pfälzer Buben Miroslav Klose boten sich weitere Chancen.

Das Auslassen jener Möglichkeiten wurde bitter bestraft. Ilicevic drosch den Ball am verdutzten wie machtlosen Hans-Jörg Butt aus der Distanz zur etwas überraschenden Führung ins Netz. Keine 60 Sekunden später ließ der gebürtige Kroate die Bayern-Abwehr und besonders Holger Badstuber erneut schlecht aussehen. Lakic schoss die Hereingabe zum zweiten Treffer ein - der Betze bebte wieder. “Bayern hat viel Ballbesitz, ist aber nicht torgefährlich. Kaiserslautern hat das klasse gemacht“, lautete das Halbzeitfazit von Bundestrainer Löw.

In der zweiten Halbzeit gingen die Münchner wesentlich engagierte zur Werke, machten mehr Druck und kamen zu guten Chancen für Klose und Olic. Lautern wartete erstmal ab, und spielte längst nicht mehr auf Teufel komm raus nach vorne. Bayern-Trainer Luis van Gaal korrigierte seine Taktik mit der Hereinnahme von Toni Kroos. Der Nationalspieler hatte gleich eine tolle Möglichkeit (67.), fand seinen Meister in FCK-Keeper Tobias Sippel.

Eine ganz große Schlussoffensive der Bayern mussten die Lauterer gar nicht überstehen. Wie im Vorjahr suchen die Münchner zum Saisonauftakt noch ihre Form. Die beste Gelegenheit der Schlussphase hatten sogar die Gastgeber. Der überragende Rodnei (75.) verpasste aber das mögliche dritte Tor.

Von Eric Dobias

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