1:1 beim VfB:

Nur einen Punkt für neuen Club-Coach Verbeek

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Schiedsrichter Guido Winkmann (2.v.r.) zeigte Stuttgarts Alexandru Maxim (l) die gelbe Karte.

Stuttgart - Auch Gertjan Verbeek hat bei seiner Bundesliga-Premiere nicht für die erhoffte Wende beim 1. FC Nürnberg sorgen können. Die Franken mussten sich in Stuttgart mit einem Punkt zufrieden geben.

Der fränkische Traditionsverein musste sich beim Einstand des 51 Jahre alten Niederländers mit einem 1:1 (1:1) begnügen und blieb auch im zehnten Saisonspiel ohne Sieg. Mit nur sieben Punkten steht der Club weiter im Tabellenkeller.

„Das Ergebnis ist nicht so schlecht. Aber das Spiel muss besser werden, der Ball war zu schnell wieder weg“, sagte Debütant Verbeek bei Sky: „Defensiv haben wir gut gekämpft. Das erste Spiel ist immer wichtig für einen neuen Trainer. Wir haben einen Plan, zum Teil ist der aufgegangen.“ Sportdirektor Martin Bader meinte: „Uns fehlt noch immer dieser eine Sieg. Es ist noch ein langer Ritt bis zur Winterpause.“

Auch für den ambitionierten VfB war das Remis zu wenig. Zwar sind die Schwaben nun seit siebten Partien unbesiegt, zuletzt reichte es für das Team von Trainer Thomas Schneider aber nur zu drei mageren Remis. „Unentschieden bringen uns nicht voran. Wir müssen schauen, dass wir schleunigst wieder drei Punkte holen“, sagte VfB-Torwart Sven Ulreich.

Vedad Ibisevic brachte Stuttgart in einem spielerisch dürftigen Südderby vor 48.460 Zuschauern bereits in der 3. Minute per Foulelfmeter in Führung. Der FCN bewies aber Moral und erzielte nur drei Minuten später durch Josip Drmic den Ausgleich.

Für Verbeek, der erst am Dienstag die Nachfolge von Michael Wiesinger angetreten und bis zum Spiel nur drei Trainingseinheiten zur Verfügung hatte, begann seine erste Station im Ausland wenig erbauend. Der junge Niklas Stark (18) ging im Strafraum etwas ungeschickt gegen Alexandru Maxim zu Werke, Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) entschied zurecht auf Strafstoß - und den verwandelte Ibisevic zu seinem siebten Saisontor.

Doch die Franken zeigten ihrem neuen Coach, der im blauen Anzug meist ganz gelassen an der Seitenlinie stand, gleich einmal, dass sie auch zurückschlagen können. Nach Pass von Timothy Chandler steuerte Drmic alleine auf den wiedergenesenen Sven Ulreich zu und vollendete gekonnt mit dem Außenrist. Für den Kroaten war es der vierte Treffer in dieser Spielzeit.

Nach dem spektakulären Beginn entwickelte sich eine flotte Partie mit viel Kampf, aber wenig spielerischer Klasse und vielen Fehlern. Der VfB wirkte etwas zielstrebiger als der FCN, der in einigen Situationen vor der Pause seine Nervosität nicht ganz ablegen konnte. Immerhin gelang es dem neunmaligen deutschen Meister in der ersten Hälfte immer wieder, wie von Verbeek gefordert, auch nach vorne zu spielen.

Die klareren Aktionen hatten zunächst aber die Gastgeber: So auch in der 13. Minute, als Martin Harnik nach einem Alleingang am glänzend reagierenden FCN-Kapitän Raphael Schäfer scheiterte. Glück hatte der Keeper in seinem 250. Bundesliga-Spiel allerdings, dass eine Hereingabe von Ibrahima Traore nur am Pfosten landete (23.). Kurz vor der Pause verpasste zudem erneut Harnik bei einem Kopfball aus kurzer Distanz die erneute VfB-Führung (45.+1).

Stuttgart, das auf den rotgesperrten Antonio Rüdiger und den angeschlagenen Gotoku Sakai verzichten musste, blieb auch nach dem Wechsel erst einmal am Drücker. Allerdings brachte wie zuvor schon Harnik auch Christian Gentner das Kunststück fertig, völlig freistehend neben das Tor zu köpfen (53.).

Der Club, bei dem Verbeek wie angekündigt nur „ein bisschen was“ veränderte - im Gegensatz zum Spiel in Frankfurt (1:1) standen diesmal Robert Mak und Drmic in der Startelf -, war auch in dieser Szene defensiv nicht richtig sortiert. Ebenso wie beim Kopfball von Ibisevic (59.).

Nürnberg verlegte sich aufs Kontern. Den Offensivaktionen fehlte zu Beginn der zweiten Halbzeit aber die Zielstrebigkeit, um die auch nicht gerade souverän wirkende VfB-Defensive in Verlegenheit zu bringen. Die wackelte dann aber bedenklich, als der eingewechselte Daniel Ginczek plötzlich frei vor Ulreich auftauchte, der aber abwehren konnte (71.). Auch bei einem Gewaltschuss von Hiroshi Kiyotake kurz darauf war der Stuttgarter Torwart zur Stelle. In der Schlussphase hatte erneut Ginczek die Führung auf dem Fuß, traf aber nur das Außennetz (82.). Auf der Gegenseite vergab Maxim in der 90. Minute die Chance zur Entscheidung.

Beim VfB verdiente sich Ulreich die beste Note. Bei Nürnberg war Makoto Hasebe am auffälligsten.

SID

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