Zahlreiche Spieler fehlen

Löws US-Tour: Nachteil und Chance

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Joachim Löw

Frankfurt/Main - Jetzt soll es auch noch donnern und blitzen in Miami. Das jedenfalls sagen die Meteorologen voraus. Bundestrainer Löw muss „gute Miene zum bösen Spiel“ machen bei der US-Tour, meint Beckenbauer.

Die Vorfreude bei plötzlichen Hauptdarstellern wie Max Kruse oder Sidney Sam ist groß, auch wenn es ungemütlich werden könnte in Florida. Für den Sonnenstaat sind in dieser Woche Blitz, Donner und Regen vorausgesagt. Zudem blicken die Fußballfans gebannt auf das große Schauspiel Champions-League-Finale in London. Die Bühne USA mit der Aussicht auf das erste Länderspiel im deutschen Adler-Trikot ist trotzdem verlockend. „Das ist ein Traum“, sagte der Freiburger Kruse, der wie die Leverkusener Sam und Philipp Wollscheid sowie der Mainzer Nicolai Müller am Mittwochmorgen als Länderspiel-Frischlinge mit dem Lufthansa-Flug LH462 von Frankfurt Richtung Miami abheben dürfen.

Franz Beckenbauer sieht die Situation von Joachim Löw für die schon lange geplante Übersee-Tournee der Nationalmannschaft als Nachteil und Chance zugleich. „Er wäre natürlich lieber mit der kompletten Mannschaft gefahren. Aber das ist nicht machbar in dieser Konstellation“, sagte der frühere Teamchef und Weltmeister-Trainer der Nachrichtenagentur dpa. „Also wird er anderen die Möglichkeit geben, die sonst vielleicht nie eine Chance hätten. Sie freuen sich drauf, sind hungrig. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein.“

Mehr als ein Dutzend für die WM 2014 in Brasilien fest eingeplante Stammkräfte stehen Bundestrainer Löw durch das Königsklassen-Finale am Samstag in London zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund sowie anderer Verpflichtungen nicht zur Verfügung. Torjäger Miroslav Klose sowie die beiden nominierten Dortmunder Sven Bender und Kevin Großkreutz sollen immerhin zum zweiten Spiel nachreisen. Beim Treffpunkt am Dienstagabend in einem Frankfurter Flughafenhotel wurden erst einmal nur 19 Akteure erwartet.

„Er macht gute Miene zum bösen Spiel“, bemerkte Beckenbauer zu Löws Problemen für die Länderspiele am 29. Mai in Boca Raton gegen Ecuador und am 2. Juni in Washington gegen die USA. Der Bundestrainer jedoch sieht seine vier Auswahl-Neulinge und die nach längeren Pausen zurückgeholten Nationalspieler wie Dennis Aogo (Hamburg) oder Stefan Reinartz (Leverkusen) hochmotiviert: „Die Spieler waren teilweise sogar sprachlos“, berichtete Löw von den Einladungsgesprächen.

„Sie wissen natürlich, dass etablierte Kräfte fehlen und einige Positionen bei uns vergeben sind“, bemerkte Löw: „Aber es ist wie in einem Hollywood-Film: Nicht nur die Hauptrollen, sondern auch die Nebenrollen müssen gut besetzt sein - und können einmal einen Oscar gewinnen.“ Auf dem noch weitem Weg zur Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Brasilien, auf die Löw seinen Fokus richtet, könne noch viel passieren. „Ich habe als Trainer die Aufgabe, einiges auszutesten. Davon haben schon einige Spieler profitiert“, sagte der 53 Jahre alte Freiburger.

Natürlich werden Löw und sein Ersatzpersonal mit einem Auge auch immer Richtung London schauen, wo Schweinsteiger, Lahm, Neuer, Hummels, Götze, Reus und Co. Fußball-Deutschland in den Mittelpunkt rücken. „Klar, dass uns das wahnsinnig interessiert“, sagte Löw.

Auf einen Kurztrip von Florida ins Londoner Wembleystadion aber wird die Sportliche Leitung verzichten und eine Nationalmannschaft, die es später so nicht mehr wieder geben wird, auf die zwei Partien in den USA vorbereiten. „Selbstverständlich werden wir die Spiele mit der notwendigen Seriosität und Konzentration angehen“, versicherte der Bundestrainer vorab - egal, ob die Sonne brennt oder der Regen prasselt in Miami Beach.

dpa

 

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