Messi schmerzlich vermisst

Barca erntet Spott und viel Kritik

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Barcas Alexis Sanchez (l.) mit Iker Muniain

Barcelona - Zwei Niederlagen in sechs Tagen: Ohne Lionel Messi ist der FC Barcelona ins Straucheln geraten. Dafür kassierten die Katalanen eine Menge Spott.

Lionel Messi war keine drei Tage außer Landes, da wurde der Weltfußballer schon schmerzlich vermisst. „Pleite im San Mames ohne San Messi“, schrieb die Tageszeitung Sport nach dem lustlosen Auftritt des FC Barcelona bei der 0: 1-Niederlage bei Athletic Bilbao, die der „Heilige Messi“ nur im heimischen Argentinien erlebte. Während der Superstar in 10.000 Kilometer Entfernung seine hartnäckige Oberschenkel-Verletzung auskuriert, sucht Barca nach einem Heilmittel gegen seine Harmlosigkeit - bislang vergeblich.

Die Niederlage im Estadio San Mames war nicht nur Barcelonas erste Pleite im 15. Spiel der Primera Division, sondern folgte dem 1:2 in der Champions League bei Ajax Amsterdam nur sechs Tage zuvor. Auch in der Königsklasse waren die Katalanen zuvor unbesiegt. „Wir sind Niederlagen nicht gerade gewohnt. Zwei in Folge schon gar nicht“, sagte der Argentinier Gerardo Martino, der erst im Juli das Traineramt bei dem Weltklub übernommen hatte.

Die spanische Presse kostete die Niederlage genüsslich aus. „San Mames, der Schutzheilige von Madrid“, titelte die in der Hauptstadt erscheinende Zeitung AS und spielte auf Barcas Verfolger an: Atletico liegt nun punktgleich mit dem Tabellenführer, Stadtrivale Real hat nur noch drei Zähler Rückstand. „Die zweite Niederlage in einer Woche. Das ist nicht unser Barca!“, schrieb das Konkurrenzblatt Sport aus Barcelona, bei El Mundo Deportivo prangte ein großes, kurzes „Ausgerutscht“ auf der Titelseite.

Was Barcelona in Bilbao zeigte, bot allerdings auch reichlich Anlass für Spott. Zwei Chancen des neuerdings mit Bart spielenden 54-Millionen-Neuzugangs Neymar, viel mehr bot der Titelverteidiger nicht. „Gerardo Martin hat ein dickes Problem“, schrieb AS: „Kein Druck, kein Einsatz in der Abwehr, wenig Ballbesitz, keine Torgefahr. Barca bot erneut eine schwache Vorstellung, sowohl als Mannschaft als auch individuell.“

In der Tat fehlte Messi an allen Ecken und Enden. Das hat auch die Mannschaft erkannt. „Wir wissen, dass Leo ein Spiel jederzeit entscheiden kann. Ich hoffe, dass er sich schnell erholt“, sagte Neymar in der argentinischen TV-Show „Mundo Leo“. Das war vor dem Spiel in Bilbao, wohlgemerkt. Noch bis Mitte Januar wird der Superstar ausfallen, auf der Facebook-Seite des FC Barcelona wird das Flehen um eine schnelle Rückkehr immer lauter. „Kein Messi, keine Party“ oder „Barcelona ist ganz offensichtlich Messi-abhängig“ sind nur zwei Fan-Kommentare zum schwachen Spiel am Sonntagabend.

Der FC Barcelona bleibt dennoch gelassen. Immerhin führt der Meister die Tabelle noch immer an, und auch in der Champions League ist das Achtelfinale schon vor dem letzten Spieltag erreicht. „Es gibt keinen Grund für eine Alarmstimmung. Wir müssen einfach nur so weitermachen wie bisher“, sagte Mittelfeldspieler Sergio Busquets. Die Pleiten der vergangene Woche wird er kaum gemeint haben.

sid

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