Gut befreundet mit Hitzlsperger

Arne Friedrich: Interview zu Homosexualität

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Arne Friedrich hat sich zu Thomas Hitzlspergers Coming-out geäußert.

Berlin - Arne Friedrich zählt zu den besten Freunden von Thomas Hitzlsperger im Fußball-Geschäft. Jetzt äußerte sich der Ex-Nationalspieler zum Thema Homosexualität.

"Bin stolz auf dich. Gute Entscheidung und aus meiner Sicht richtiger Zeitpunkt." So lautete die erste Stellungnahme von Ex-Nationalspieler Arne Friedrich zum Coming-Out von Thomas Hitzlsperger. Im Interview mit "Zeit online"  äußert sich Friedrich nun ausführlicher. "Es gibt im Fußballgeschäft sehr viele Bekannte, aber wenige Freunde. Thomas zähle ich zu meinen Freunden", verrät er. "Ich habe zuletzt vor zwei Tagen mit ihm gesprochen, nichts besonderes. Erst vor einigen Wochen hat er mir von seiner Sexualität erzählt. Dass er sich mit diesem Interview jetzt an die Öffentlichkeit wendet, wusste ich nicht." Friedrich habe seitdem selbst viele Anfragen bekommen. "Das Bedürfnis, über Thomas zu reden, scheint sehr groß zu sein. Die Wellen, die das schlägt, sind gewaltig."


Friedrich hofft, dass Hitzlspergers Coming-out andere Spieler ermutigt. "Er hat eine Tür aufgestoßen für viele andere. Auch aktive Fußballer könnten sich nun nach den vielen positiven Reaktionen leichter offen über ihre Sexualität äußern", sagte Friedrich.

Es sei schlicht schlimm, dass so ein Thema im Fußball ein Tabu war - oder ist. Wann es gebrochen werde, könne niemand voraussagen. "Thomas hat jetzt eine sehr gute, wichtige, mutige Entscheidung getroffen. Ich unterstütze ihn vollkommen, habe ihm das auch schon mitgeteilt", sagte Friedrich. Gerade als Profifußballer, wenn man ohnehin unter großem Leistungsdruck steht, könne so etwas schwer sein. "Thomas ist den richtigen Schritt gegangen, auch der Zeitpunkt ist gut, kurz vor Sotschi", meinte Friedrich im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele im Februar in Russland.


Über sich selbst sagt Friedrich: "Ich bin heterosexuell. Aber wenn ich homosexuell wäre, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, es öffentlich auszusprechen."

dpa/lin

Diese Sportler outeten sich als homosexuell

Thomas Hitzlsperger hat einen mutigen Schritt gewagt. © AFP
Als bisher prominentester Fußballer hat sich der Ex-Nationalspieler als schwul geoutet. Wir zeigen Ihnen, welche Sportler sich schon vor Hitzlsperger zu ihrer Homosexualität bekannt haben. © AFP
Tom Daley: Der britische Wasserspringer enthüllte seine Liebe zu einem Mann Anfang Dezember 2013 im Internet: „Ich habe jemanden getroffen, der mich so glücklich gemacht hat, der mir Sicherheit gegeben hat. Es fühlt sich alles einfach großartig an. Und dieser Jemand - war ein Mann.“ © AFP
Justin Fashanu: Der britische Fußballer war 1990 der erste aktive Profi, der sich outete. Acht Jahre später erhängte sich der damals 37-Jährige nach einer regelrechten Hetzjagd in Großbritannien am 2. Mai 1998 in einer Garage. © dpa
Anton Hysen: 2011 outete sich der Schwede als erster prominenter Fußballer in dem skandinavischen Land. © Anton Hysen bei Twitter
Greg Louganis: Der viermalige Goldmedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele 1984 und 1988 hatte kurz vor den Spielen in Seoul die HIV-Diagnose erhalten, dies aber zunächst verschwiegen. In der Qualifikation des 3-m-Wettbewerbs schlug er dann mit dem Kopf auf das Brett und zog sich dabei eine blutende Wunde zu. Diese wurde von einem Arzt ohne Handschuhe versorgt, der von der HIV-Infektion nichts wusste, später aber negativ getestet wurde. © AFP
Brian Orser: Der zweifache Silbermedaillen-Gewinner im Eiskunstlauf hatte lange versucht, seine Homosexualität zu verbergen - bis sie durch einen Prozess um den Unterhaltsanspruch seines Ex-Partners im Februar 1999 bekannt wurde. © AFP
John Amaechi: Der frühere NBA-Profi bekannte sich nach seiner Karriere in der nordamerikanischen Profiliga in seiner Autobiografie „Man in the Middle“ als erster Basketballer. © AFP
Robbie Rogers: Anfang 2013 outete sich der Fußballer und gab gleichzeitig seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Am 27. Mai gab er für Los Angeles Galaxy in der 77 Minute sein Comeback und ist damit der erste geoutete homosexuelle Profi, der in der MLS ein Spiel absolvierte. © AFP
Brian Boitano: Der Eiskunstlauf-Olympiasieger outete sich im Dezember als schwul, zwei Tage nach seiner Berufung in die US-Delegation für die Winterspiele in Sotschi. „Ich bin ein Sohn, ein Bruder, ein Onkel, ein Freund, ein Sportler, ein Koch, ein Autor. Und schwul zu sein ist nur ein weiterer Teil von mir“, hieß es in einer von USA Today veröffentlichten Stellungnahme des 50-Jährigen. © AFP
Gareth Thomas: 2009 bekannte sich der Rugbyspieler zu seiner Homosexualität und wurde am Ende des Jahres an die Spitze der Pink List gewählt, der einflussreichsten Homosexuellen Englands. Eine Verfilmung seines Lebens ist geplant. © AFP
Mark Tewksbury (l.): Kurz nach seinem Outing 1998 verlor der Schwimm-Olympiasieger von Barcelona 1992 einen lukrativen Werbevertrag, weil er „zu offen schwul“ sei. 2008 sprach der Kanadier anlässlich einer neuen Verordnung zur Stärkung der Rechte Homosexueller vor der UN-Vollversammlung in New York. © AFP
Orlando Cruz: Der Federgewichtler aus Puerto Rico wollte als erster offen schwuler Boxer Weltmeister werden. Seinen WM-Kampf im Oktober 2013 gegen den Mexikaner Orlando Salido verlor er jedoch. Cruz hatte im Oktober 2012 sein Coming-out. © dpa
Martina Navratilova: Unfreiwillig war das Outing der Tennis-Legende. Ein New Yorker Journalist, dem sie 1981 eine Romanze anvertraute, verriet das Geheimnis. Zu jenem Zeitpunkt habe sie selbst nicht über ein Coming-out nachgedacht, sagte sie in einem „Spiegel“-Interview Jahre später. © dpa
Steffi Jones: Die 111-malige Nationalspielerin und Direktorin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ließ sich beim „Ball des Sports“ 2013 in Wiesbaden mit ihrer Freundin Nicole fotografieren. Mitte 2014 will das Paar heiraten. © dpa
Ursula Holl: Als eher zufällig gilt das Outing der früheren Fußball-Nationaltorhüterin. Als sie in Köln mit ihrer Lebensgefährtin Carina eine eingetragene Lebenspartnerschaft einging, tauchte ein WDR-Team auf. Das war eigentlich auf der Suche nach Menschen, die an diesem Tag nicht das deutsche WM-Spiel gegen Serbien im Fernsehen sehen konnten, weil sie aufs Standesamt mussten¿. © dpa

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