Arminia braucht zwei Millionen Euro

Bielefeld - Eine Rettung des finanziell angeschlagenen Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld wird zu einem Rennen gegen die Zeit.

 Bis zum Mittwoch muss der von der Insolvenz bedrohte Verein der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein Finanzkonzept vorlegen, um die Lizenz für die nächste Saison zu bekommen. Die Finanzlücke beträgt insgesamt 10,2 Millionen Euro. Hinter den Kulissen arbeitet der Club an einer Lösung, auch ohne den am Freitag beschlossenen städtischen Kredit von 500 000 Euro auszukommen. “Jetzt fehlen noch rund zwei Millionen Euro. Und ich bin zuversichtlich, dass wir bis zum Antragsschluss das Problem lösen werden“, sagte der designierte Vereinspräsident Wolfgang Brinkmann nach ersten Fortschritten in Gesprächen am Wochenende der Nachrichtenagentur dpa.

Sollte es dem Traditionsclub misslingen, potenzielle Geldgeber zu überzeugen und den Fehlbetrag noch aufzutreiben, wäre eine Insolvenz unvermeidbar. Bei einem Zwangsabstieg der Arminen könnte Hansa Rostock profitieren und trotz des Scheiterns in der Relegation gegen Ingolstadt auf den Verbleib in der zweiten Liga hoffen.

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Mit drei Millionen Euro wollte sich bislang die Wirtschaft an einem Rettungspaket der Arminen beteiligen. Gut zwei Millionen Euro will der Verein selbst aufbringen. Die Sparkasse und das Land Nordrhein-Westfalen wollen ein Jahr lang auf die Bedienung schon laufender Kredite in Höhe von 12,3 Millionen Euro verzichten. Diese Kredite sind zu 80 Prozent durch eine Landesbürgschaft abgesichert. Dies soll die Finanzen um weitere rund zwei Millionen Euro entlasten.

Es gebe “positive Signale aus der Wirtschaft“, versicherte Brinkmann. Namen oder Summen wollte er aber nicht nennen. Den am Freitag nach hitziger Debatte im Stadtrat beschlossenen Kredit über eine halbe Million Euro kritisierte er als symbolischen Beitrag. “Den Abgeordneten hat die letzte Überzeugung gefehlt. Das ist enttäuschend.“ Gleichwohl machte Brinkmann schon nach der Sitzung der Vereinsgremien am Freitag eine “Jetzt-erst-recht-Stimmung“ aus.

Unklar sind weiterhin die Auswirkungen des Stadtratsbeschlusses, wonach ein hoher Funktionsträger der Stadt oder ihrer Töchter nicht zugleich Arminia-Präsident sein darf. Brinkmann ist bis 2012 noch Chef der Stadtwerke, soll aber bereits am kommenden Sonntag an die Vereinsspitze gewählt werden. Das sei im Moment nebensächlich, sagte er. Verein und Wirtschaft hätten ihn um Hilfe gebeten. Er habe die Erlaubnis des Aufsichtsrats der Stadtwerke. Ein vorzeitiger Rückzug aus den Stadtwerken komme für ihn nicht infrage.

Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) hatte im Stadtrat vergeblich für eine millionenschwere Unterstützung des Clubs geworben. Wenn die Arminia in die Insolvenz gehe, würde dies die Stadt teuer zu stehen kommen. “16 Millionen Euro gehen dann durch den Schornstein.“ Dies seien die Sparkassenkredite von 12,3 Millionen und die von der Stadt gestundeten Gewerbesteuern und Gebühren von 3,6 Millionen Euro. Die Unterhaltung des ungenutzten Stadions würde zudem rund 700 000 Euro jährlich kosten.

dpa

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