EHC zurück aus Trainingslager

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Jürgen Lederer erzielte den einzigen Treffer der Eislöwen in dem Vorbereitungsspiel gegen die tschechische Mannschaft aus Klatovy.

Waldkraiburg - In der Nacht auf Montag sind die "Löwen" aus ihrem Trainingslager im tschechischen Tachov zurückgekehrt. Im Gepäck: eine Niederlage gegen Klatovy.

Neben der Niederlage fand sich aber noch mehr im Gepäck: Neben den obligatorischen Oblaten aus dem Nachbarland vor allem schwere Beine, verschwitzte Kleidung, die eine oder andere Wasserblase an den Füßen nach dem ersten Benutzen der neuen Schlittschuhe und besonders eines: der Erkenntnis, dass in der kommenden Saison vieles, wenn nicht sogar alles, neu und ungewohnt sein wird.

Nach zehn Jahren Bayernliga geht es für den EHC in diesem Winter erstmals als sportlicher Absteiger in die fünftklassige Landesliga. Mit 14 anderen Konkurrenten wollen die Industriestädter in ihrer Gruppe Süd-West um die oberen Tabellenplätze kämpfen.

Eine ungewohnte Liga also, mit unbekannten Gegnern in Stadien, die zum Teil auch noch ohne Hallendach ausgestattet sind. Für die Landesliga wurde der Kader der "Löwen" gewaltig umgebaut: waren in der vorigen Saison noch zahlreiche ehemalige Profis im Team, oder andere Spieler mit viel Erfahrung und Routine, bilden diese im kommenden Winter in der Kabine die Minderheit.

Beim Slowenen Jan Loboda kann man noch am ehesten von einem Profi sprechen, spielte er ja bereits in der ersten Liga in Dänemark, Slowenien und Kroatien. Außerdem weisen Torhüter Fabian Birk, die Verteidiger Alexander Schrödinger und Peter Richter sowie die Angreifer Daniel Hämmerle und Jürgen Lederer langjährige Bayernliga-Erfahrung vor. Die restliche Mannschaft ist aber noch sehr jung und bis auf Fritz Geuder, der vom Bayernligisten Schweinfurt nach Waldkraiburg kam, setzte man verstärkt auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, der vereinseigenen 1b-Mannschaft oder von anderen Landesligisten.

Ein günstiger, guter aber auch gefährlicher Weg. Zu erkennen war dies im Trainingslager in Tachov. Erstmals seit dem Abstieg im März gingen die "Löwen" wieder aufs Eis, Cheftrainer Mitch Pohl hatte sich für jeden Tag einen Kräfte zehrenden Tagesplan überlegt: vor dem Frühstück Morgensport, danach die erste 90-minütige Trainingseinheit, Mittagessen, etwas Freizeit, in welcher der Übungsleiter Einzelgespräche mit den Spielern führte und die nächsten eineinhalb Stunden Eistraining. Die Abendgestaltung stand den Spielern zur freien Verfügung, doch hatte keiner große Lust, mit Muskelkater in die tschechische Nacht aufzubrechen. Insgesamt fünf Mal standen die "Löwen" also auf dem Eis, am Sonntagnachmittag stand das erste Vorbereitungsspiel auf dem Plan.

Der EHC traf auf den tschechischen Drittligisten SHC Klatovy und merkte, dass spielerisch noch einiges verbessert werden muss, bis zum Saisonstart am 17.Oktober. Mit 1:8 unterlagen die Waldkraiburger den "Bullen" aus Tschechien, Jürgen Lederer markierte im ersten Drittel den einzigen Treffer für den EHC. Vier Gegentore resultierten aus vermeidbaren Fehlern der Hintermannschaft, bei einem Treffer sah Keeper Fabian Birk nicht glücklich aus, denn die Scheibe rutschte ihm durch die Beine. Gleichzeitig hatte zwar auch Waldkraiburg zahlreiche gute Gelegenheiten, doch Klatovys starker Keeper hielt wirklich überragend.

Enttäuscht über die Leistung seiner Spieler war EHC-Coach Mitch Pohl aber keinesfalls. Alle hätten "sehr gut gearbeitet und voll mitgezogen" was nach den anstrengenden Trainingseinheiten in den Tagen zuvor, wahrlich kein Leichtes war. Und wenn man bedenkt, dass Gegner Klatovy schon seit drei Monaten fast täglich auf dem Eis trainiert, und Waldkraiburg das Spiel als überhaupt erst sechste Eiseinheit sah, stimmt das trotz des klaren Ergebnisses zuversichtlich für die Zukunft.

Dafür muss aber jetzt weiter hart gearbeitet werden, die Laufwege automatisiert und die Defensive gefestigt werden. In dieser Woche trainiert der EHC dafür zweimal beim ESC Dorfen, am Freitag spielt er beim amtierenden bayerischen Meister Miesbach und nur einen Tag später in einem Kurzturnier in Dorfen gegen Kitzbühel, Moosburg und den heimischen ESC. Neue Gegner in einer neuen Liga- noch ist eben alles etwas ungewohnt für den EHC Waldkraiburg.

göß/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: rosenheim24.de

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